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Erschütternd professioneller Kindesmissbrauch

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Elf Beschuldigte festgenommen - Erschütternd professioneller Kindesmissbrauch

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Die Taten machen fassungslos. Aber auch das professionelle Vorgehen der Beschuldigten. In Münster hat die Polizei Kindesmissbrauch aufgedeckt, dessen Ausmaß noch völlig offen ist.

Ermittler haben einen neuen, mehrere Bundesländer umfassenden Fall von Kindesmissbrauch aufgedeckt.

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Es ist wohl erst die Spitze des Eisbergs, betonen die Ermittler - doch Dimension und erste Details des nun in Münster bekanntgewordenen Falls von Kindesmissbrauch sind schon jetzt schwer erträglich: Binnen dreieinhalb Wochen nahm die Polizei elf Beschuldigte aus mehreren Bundesländern fest, sieben davon sitzen in U-Haft. Drei Jungen im Alter fünf, zehn und zwölf Jahren sind als Opfer identifiziert. Bisher, wie die Behörden betonen.

Abscheulichste Taten dokumentiert

Nach Durchsuchungen an zwölf Orten stellten die Behörden Festplatten und Datenträger mit mehr als 500 Terabyte hochprofessionell verschlüsselten Materials sicher. Münsters Polizeipräsident gibt zu Bedenken:

Das gibt nur völlig unzureichend die Dimension dessen wieder, was wirklich geschehen ist - mitten unter uns in unserer Gesellschaft.

Die Videobilder dokumentieren demnach abscheulichste Taten. Der Leiter der Ermittlungen, Kriminalhauptkommissar Joachim Poll, ringt um Fassung, als er etwa das mutmaßliche Geschehen in einer Gartenlaube in Münster in einer Nacht Ende April schildert: "Vier erwachsene Männer vergehen sich an zwei kleinen Jungs. Wechselseitig und aufs Schlimmste." Über Stunden hätten sich die Missbrauchstaten hingezogen.

Die Polizei verzeichnet in der Corona-Krise bislang keinen Anstieg von Gewalt gegen Kinder. Allerdings warnt BKA-Präsident Münch, dass eine Zunahme trotzdem nicht auszuschließen sei.

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Hochprofessionelle Aufzeichnungstechnik

Das Häuschen ist innen ausgestattet mit videoüberwachten Doppelstockbetten. Und auch außen hängen Kameras. In einer gut getarnten Zwischendecke sind hochprofessionelle Aufzeichnungstechnik und Computer versteckt. Der 27-Jährige Hauptverdächtige in dem Fall ist ein IT-Techniker.

In der Laube soll er den 10-jährigen Sohn seiner Lebensgefährtin den anderen Männern für die Gewalttaten zur Verfügung gestellt haben. Das zweite Opfer ist der fünfjährige Sohn eines weiteren mutmaßlichen Peinigers aus Staufenberg bei Gießen.

Symbolbild Kindesmissbrauch

Sorgentelefone in Corona-Zeiten -
Hilferufe aus dem Kinderzimmer
 

In Zeiten der Corona-Beschränkungen steigt die Gefahr für Kinder, in der Familie Gewalt ausgesetzt zu sein. Sorgentelefone und Beratungsstellen haben nur teilweise mehr Zulauf.

von Michael Kniess

Immense Datenfunde brachten Netz zutage

Einen Kellerraum in Münster hatte der 27-Jährige zu einem hochprofessionellen Serverraum umgebaut. Seine Expertise ist es wohl auch, die es möglich machte, dass er überhaupt noch auf freiem Fuß war, obwohl er bereits vor einem Jahr wegen des Besitzes von Kinderpornografie ins Visier der Ermittler geraten war. Nicht das erste Mal, was zwei einschlägige Verurteilungen zu Bewährungsstrafen belegen. Doch es dauerte ein Jahr, bis es den Experten der Polizei gelang, bei ihm bereits im April 2019 sichergestelltes Material zu entschlüsseln.

Als den Ermittlern beim Sichten der Videos klar wurde, dass er nicht bloß Filme von sexueller Gewalt an Kindern verbreitet, sondern auch selbst Missbrauch begangen und anderen ermöglicht haben soll, kam er am 14. Mai in Haft.

Die immensen Datenfunde bei Durchsuchungen, die Befragungen und weiteren Ermittlungen ließen dann bald erkennen, dass es hier nicht um einen Einzeltäter geht, sondern ein ganzes Netz der sexuellen Gewalt gegen Kinder - mit mehr Tätern, mehr Tatorten, mehr Querverbindungen und schlimmstenfalls auch mehr jungen Opfern.

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