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Unerfüllter Kinderwunsch - Giffey: "Kinderlosigkeit ist kein Makel"

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Bundesfamilienministerin Giffey will Paare mit unerfülltem Kinderwunsch stärker unterstützen. Kinderlose fühlen sich laut einer Studie häufiger stigmatisiert und diskriminiert.

Eine Frau und ein Mann sitzen im Volkspark Friedrichshain in Berlin nachdenklich in der Abendsonne. Nach Angaben des Familienministeriums fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos.
Fast jedes zehnte Paar in Deutschland bleibt ungewollt kinderlos. Tendenz steigend.
Quelle: dpa

In Deutschland ist nach Angaben des Familienministeriums fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos. Die Zahl der Frauen, die endgültig kinderlos bleiben, ist laut der Studie "Ungewollte Kinderlosigkeit 2020" zwischen 2008 und 2018 von 17 Prozent auf 21 Prozent gestiegen, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Frauen und Männer mit unerfülltem Kinderwunsch stärker unterstützen. Gegenüber der Funke Mediengruppe sagte sie:

Kinderlosigkeit ist kein Makel, Kinderlosigkeit ist kein Tabu.
Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin

Giffey reagierte damit auf die Ergebnisse einer neuen Studie zur Situation von ungewollt Kinderlosen in Deutschland. Demnach ist die Zahl derjenigen deutlich gestiegen, die sich aufgrund ihrer Kinderlosigkeit stigmatisiert und diskriminiert fühlen.

Giffey: Mehr über Kinderlosigkeit sprechen

"Die Studie zeigt, dass viele betroffene Paare mit ihren Sorgen und Nöten alleine bleiben, weil sie sich unverstanden und ausgegrenzt fühlen", sagte Giffey. "Das müssen wir ändern." Es sei deshalb wichtig, mehr als bisher über das Thema ungewollte Kinderlosigkeit zu sprechen, über Unterstützungsangebote aufzuklären und ungewollt kinderlosen Paaren Mut machen.

Für die Studie "Ungewollte Kinderlosigkeit 2020" hatten laut Mediengruppe die Forscher des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung "Intensivgespräche" mit Frauen und Männern zwischen 20 und 50 Jahren geführt und zudem eine repräsentative Befragung von 3.000 weiteren Frauen und Männern ausgewertet.

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Kinderlose Frauen leiden stärker als Männer

Dabei wurden zum Teil dieselben Fragen gestellt wie bei einer Vorgängerstudie von 2013, um Trends zu erkennen. Laut Studie findet rund jeder zweite Befragte, dass ungewollte Kinderlosigkeit heute stigmatisiert wird - etwa genauso viele sehen darin ein gesellschaftliches Tabuthema.

Dabei fühlen sich Frauen deutlich stärker belastet als Männer. Deutlich gestiegen sind seit der Umfrage von 2013 die Zweifel und Bedenken gegenüber einer Kinderwunschbehandlung - vor allem mit Blick auf Kosten und gesundheitliche Risiken. Seit 2012 unterstützt der Bund ungewollt kinderlose Paare mit einem finanziellen Zuschuss zu den Behandlungskosten.

Fachberatung in Anspruch nehmen

Giffey warb in diesem Zusammenhang dafür, sich zumindest beraten zu lassen: "Die Fachkräfte der Kinderwunschberatung können hier ein ganz wichtiger Begleiter werden. Niemand muss Hemmungen haben, eine solche Beratung in Anspruch zu nehmen."

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