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Polizeiliche Kriminalstatistik : 49 Kinder pro Tag Opfer von sexueller Gewalt

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Die Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder steigen. Das liege auch an vermehrten Hinweisen, erklärt das BKA. Dennoch bleibe das Dunkelfeld um ein Vielfaches größer.

Mädchen auf ihrem Roller im Gegenlicht
Oft sind auch junge Menschen an der Weiterleitung von Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen beteiligt - etwa in Klassenchats.
Quelle: dpa

Die Zahl der Kinder, die Opfer sexualisierter Gewalt werden, steigt weiter. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2021:

  • wurden im Durchschnitt jeden Tag 49 Kinder Opfer sexualisierter Gewalt
  • sind die Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent auf über 15.500 Fälle gestiegen
  • sind die Fälle von Missbrauchsdartellungen um 108,8 Prozent auf 39.000 Fälle gestiegen
  • hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Missbrauchsdarstellungen weiterverbreiteten, besaßen oder herstellten seit 2018 mehr als verzehnfacht.

Die jährlichen PKS-Zahlen geben die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie ausermittelten Delikte an, also das sogenannte Hellfeld, wie der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, betonte. Auch das gestiegene Hinweisaufkommen trage zu mehr Ermittlungen bei.

Im Schnitt 49 Kinder und Jugendliche wurden pro Tag im vergangenen Jahr Opfer sexualisierter Gewalt. Die Polizei in NRW ermittelt derweil gegen mehr als 70 Tatverdächtige.

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Weiterhin hohes Dunkelfeld bei Kindesmissbrauch

Das Dunkelfeld sei allerdings um ein Vielfaches größer. "Wir haben bis heute keine verlässlichen Zahlen zum Dunkelfeld", kritisierte die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus. Wegen der fehlenden Bezugsgrößen sei nicht klar, wie erfolgreich die Ermittlungen zu sexueller Gewalt gegen Kinder derzeit sind.

Claus forderte die Errichtung eines Forschungszentrums zur kontinuierlichen und langfristigen Erhebung von Analysedaten zum Dunkelfeld sexueller Gewalt gegen Kinder in Deutschland. Zudem sprach sich die Bundesmissbrauchsbeauftragte für eine deutlich engere Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden in Europa auf.

Europa ist zum Drehkreuz bei der Verbreitung von Missbrauchsabbildungen geworden.
Kerstin Claus, Bundesmissbrauchsbeauftragte

So werden nach BKA-Angaben rund 60 Prozent der weltweit im Internet verbreiteten Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen auf europäischen Servern gelagert.

Die Gesellschaft müsse hinsehen und "sprechfähig" sein bei sexualisierter Gewalt an Kindern, so die Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus. Es brauche "flächendeckende Schutzkonzepte".

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BKA: Immer mehr junge Menschen verantwortlich

Münch verwies zudem darauf, dass insbesondere beim starken Anstieg der Herstellung und digitalen Weiterleitung von strafrechtlichen Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Deutschland gut 40 Prozent von jungen Menschen selbst - offenbar aus Unwissen und Unbedachtheit - etwa in Klassenchats verübt werden.

Der Polizeistatistik zufolge hat sich auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Missbrauchsdarstellungen insbesondere in sozialen Medien weiterverbreiteten, besaßen oder herstellten, in Deutschland seit 2018 mehr als verzehnfacht. Waren es damals 1.373 minderjährige Tatverdächtige, stieg deren Zahl im vergangenen Jahr auf 14.528.

BKA-Chef: Medienkompetenzen erhöhen

Der BKA-Chef sprach sich deshalb bei der Strafverfolgung für eine Differenzierung nach Tätergruppen sowie eine Erhöhung der Medienkompetenzen von Kindern und Jugendlichen aus.

Den meisten Minderjährigen sei nicht bewusst, dass der Besitz oder das Weiterleiten strafbar sei, erklärte Claus. Auch fehle es an dem Bewusstsein, dass hier schwere und schwerste Gewalttaten an anderen Kindern und Jugendlichen verübt würden. Gefordert seien vor allem die Eltern und Schulen, um pädagogische Antworten darauf zu finden.

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