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Wenn das Klima kippt - Ist ein Ende des Golfstroms in Sicht?

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Neueste Erkenntnisse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung legen die Vermutung nahe, dass die atlantische meridionale Umwälzströmung bald nicht mehr zirkuliert.

Schmelzendes Eis in Grönland. Archivbild
Wenn das Eis in Grönland schmilzt, hat das dramatische Auswirkungen auf das gesamte Weltklima.
Quelle: Felipe Dana/AP/dpa

Die AMOC (abgekürzt nach Atlantic Meredional Overturning Circulation) ist die atlantische meridionale Umwälzzirkulation. Sie ist entscheidend für das milde Klima in West- und Mitteleuropa. Denn ein Arm der AMOC ist der Golfstrom und der transportiert warmes salzhaltiges Oberflächenwasser aus der Karibik, aus dem Golf von Mexiko quer über den Atlantik zu uns.

Nun beobachten Forschende schon seit Jahrzehnten, dass der Golfstrom immer langsamer wird. Ende letzter Woche gaben neue Erkenntnisse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Anlass zu der Annahme, noch schneller als gedacht könnte der Golfstrom ganz versiegen.

ZDF-Meteorologin Katja Horneffer erklärt die wichtige Funktion des Golfstroms.

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Bisher war nicht klar, ob die AMOC einfach nur um ihren aktuellen Normalzustand hin und her schwankt; sie also mal langsamer und mal schneller zirkuliert. Ob sie "dynamisch stabil" ist, sich "gutmütig" gegen temporäre Veränderungen verhält.

Schwerwiegende Folgen für das Klima in Europa

Jetzt deutet sich an, dass die Abschwächung der AMOC auch mit einem Stabilitätsverlust einhergeht. Und dann könnte die Umwälzströmung zum Erliegen kommen, der Golfstrom verschwinden. Wann das passiert, weiß noch niemand.

Aber wenn der kritische Schwellwert, der Kipppunkt erreicht wird, dauert es nur wenige Jahrzehnte, bis der Golfstrom versiegt und sich das Klima in Mitteleuropa deutlich ändert: Es wäre wechselhafter und im Schnitt kühler.

Die Frage ist: Wer oder was steckt dahinter? Der Mensch. Im aktuellsten IPCC-Bericht heißt es ganz klar: Der Klimawandel ist eindeutig menschgemacht.

Die Klimaerwärmung wirkt sich auch auf unsere Meeres-Kreisläufe aus. Die Atlantik-Zirkulation ist so schwach wie in den vergangenen 1000 Jahren nicht.

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Mehr Wasserdampf, mehr Regen, mehr Süßwasser

Es sind die Kipppunkte des Klimas, die besorgniserregend sind. Und einer davon liegt direkt vor unserer Haustür. Grönlands Eisschild und Meereis schmelzen, weil sich die Temperatur in der Arktis besonders schnell erhöht. Der Prozess der Erwärmung wird durch das offene dunkle Meerwasser beschleunigt.

Gleichzeitig ist in einer wärmeren Atmosphäre mehr Wasserdampf enthalten. So regnet es häufiger und stärker; Flüsse transportieren immer mehr Süßwasser in den Nordatlantik. Das Oberflächenwasser wird so immer leichter und salzärmer. In der Folge sinkt es immer weniger ab. Das aber müsste es tun, damit das warme salzige Wasser aus der Golfregion nachströmen könnte.

Korallensterben am australischen Great Barrier Reef

Irgendwann kommt also der Golfstrom zum Erliegen und mit ihm die ganze atlantische meridionale - also längenkreisparallele (im wesentlichen Nord-Süd-orientierte) - Umwälzströmung, die AMOC.

Weltweit sind Korallenriffe aufgrund des Klimawandels und der Verschmutzung der Weltmeere in Gefahr. 2500 Wissenschaftler aus über 90 Nationen beraten in Bremen, wie diese artenreichen Lebensräume gerettet werden können.

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Andere Klimakipppunkte sind bereits überschritten: wie zum Beispiel die Korallenbleiche. Selbst wenn sich die Wassertemperaturen wieder abkühlen sollten, sind die Korallen am Great Barrier Reef wohl irreversibel geschädigt.

Da das Klimasystem langsam und träge reagiert, ist der Rat aller Klimaforschenden, so schnell so viel wie möglich gegen eine weitere Erwärmung des Planeten zu unternehmen.

Nordrhein-Westfalen, Aachen: Svenja Schulze (SPD), Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit spricht im Rahmen Ihrer Sommerreise bei einem Besuch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Reaktionen auf Klimabericht - Schulze: "Der Planet schwebt in Lebensgefahr" 

Nach der Veröffentlichung des neuen Sachstandsberichts des Weltklimarats drängt Umweltministerin Schulze auf mehr Klimaschutz. Der Planet schwebe in Lebensgefahr.

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