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Internationale Studie - Mehr Klimaschutz macht den Menschen gesünder

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Allein in Deutschland könnten jährlich bis zu 165.000 Todesfälle vermieden werden, sagt eine aktuelle Studie. Helfen würde dabei eine klimafreundlichere Ernährung.

Zutaten für einen Bulgursalat: Bulgur, Paprika, Zucchini, Tomaten, Avocado, Granatapfel, Frühlingszwiebeln, Zitrone, Kräuter
Forscher: Eine fleischarme Ernährung ist gut für das Klima.
Quelle: imago/Westend 61

Welche Wirkung hätte mehr Klimaschutz auf die Gesundheit?

Die Kernaussage der Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des "Lancet Countdown on Health and Climate Change": Je engagierter der Klimaschutz, desto positiver sind auch die Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen – vor allem durch eine bessere Ernährung, weniger Schadstoffe in der Luft und mehr Bewegung. In den neun untersuchten Ländern – darunter die USA, China, Großbritannien, Nigeria und Deutschland - könnten jährlich über zehn Millionen frühzeitige Todesfälle vermieden werden.

"Anders als die direkten Effekte der Reduzierung von Kohlendioxid, was letztlich langfristig wirkt und als Schadensbegrenzung verstanden werden muss, können die gesundheitlichen Nebeneffekte ambitionierter Klimapolitik sofort positive Auswirkungen haben", erklärt Ian Hamilton, Professor am University College London (UCL). Das würde in der Folge auch die Gesundheitssysteme entlasten und Kosten sparen.

Wie können Todesfälle vermieden werden?

Nach den statistischen Berechnungen könnten in Deutschland pro Jahr bis 2040 zwischen 155.000 und 165.000 frühzeitige Todesfälle vermieden werden.

  • Rund 144.000 davon allein durch eine bessere Ernährung.
  • Etwa 15.600 durch die bessere Luftqualität, zu der es durch den Wegfall fossiler Brennstoffe wie Kohle und Benzin kommen würde.
  • 5.600 vermiedene Todesfälle rechnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dem Umstand zu, dass sich Menschen mehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen würden.    

Superfoods sind voll im Trend. Doch für viele der exotischen Obst- und Gemüsesorten gibt es heimische Alternativen, die das Klima schonen.

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Warum ist die Ernährungsumstellung gerade in Deutschland so wichtig?

Tatsächlich würde Deutschland laut Studie im Vergleich zu den anderen Ländern prozentual gesehen am meisten durch bessere Ernährung profitieren. Das liegt daran, dass Deutschland bei Luftqualität und Bewegung weniger "Ausbaupotenzial" hat als andere, dafür aber bei der Ernährung: Vor allem der Fleischkonsum ist nämlich hoch.

Wöchentlich kommen pro Person rund 1,2 Kilo auf den Teller. Maximal 300 bis 600 Gramm empfiehlt etwa das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). Und: Etwa fünf Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen gehen laut Umweltbundesamt auf die direkte Tierhaltung zurück. Die Umstellung auf eine fleischarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse hätte daher in beiden Bereichen große Effekte.   

Infografik: Mehr Gesundheit durch Klimaschutz
Infografik: Mehr Gesundheit durch Klimaschutz
Quelle: ZDF/Lancet Countdown on Healt and Climate Change/iStock

Was müssten Deutschland und andere Länder dafür tun?

Laut Studie müssten die neun beobachteten Länder ihre Klimaziele konsequent so aufstellen und auch umsetzen, dass das im Klimavertrag von Paris vereinbarte Ziel erreicht wird, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Derzeit haben sowohl EU als auch Deutschland ein Minus bei den Treibhausgasen von 55 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 1990 im Visier. Für das Pariser Ziel ist das noch nicht ausreichend, sagen Klimaforscher. Der Rückgang müsse bei eher 60 bis 70 Prozent liegen.

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion.

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