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Analyse der Klimarisiken - Wie der Klimawandel Deutschland verändert

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Hitzebelastung in Städten, Wassermangel in Böden: Die Klimarisiken sind einer Analyse zufolge deutlich gestiegen. Wie die Folgen bereits spürbar sind - und was Experten empfehlen.

Archiv: Ausgetrocknet ist das Elbufer vor der historischen Altstadtkulisse von Dresden
Ausgetrocknetes Elbufer: Die Zahl heißer Tage sowie die Sonnenschein-Dauer haben seit 1951 spürbar zugenommen (Archivbild).
Quelle: dpa

Der Klimawandel wirkt sich einer aktuellen Risikoanalyse zufolge immer stärker auf Menschen und Umwelt aus. Die neue Klimawirkungs- und Risikoanalyse des Bundes sieht bei 31 von mehr als 100 untersuchten Auswirkungen des Klimawandels dringenden Handlungsbedarf. So benennt die Analyse beispielsweise:

"Viele Risiken sind im Vergleich zu 2015 deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind unsere natürlichen Lebensgrundlagen, wie Böden, wie Wälder und Gewässer", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).

Wie sich das Klima bereits verändert hat

Seit 1881 ist die Temperatur um 1,6 Grad Celsius angestiegen. Das hat zu erheblichen klimatischen Veränderungen geführt, einige Beispiele:

  • Der Meeresspiegel-Pegel in Cuxhaven liegt heute um 42 Zentimeter höher als im Jahr 1843.
  • Die Vegetationsperiode in Deutschland - also die Zeit, in der Pflanzen wachsen und blühen - hat sich seit 1961 verschoben und beginnt mittlerweile drei Wochen früher.
  • Die Anzahl heißer Tage hat seit 1951 um 196 Prozent zugenommen.
  • Die Anzahl der Eistage hat dagegen seit 1951 um 49 Prozent abgenommen.
  • Die Sonnenschein-Dauer hat seit 1951 insgesamt um 8,7 Prozent zugenommen (von 1951 bis 1980 hatte sie um 11 Prozent abgenommen, seit 1981 wiederum um 17 Prozent zugenommen).
  • Die Zahl der Schneetage hat seit 1951 um 49 Prozent abgenommen.
  • Die Zahl der Tage mit Starkregen (Niederschlagssumme von 20 mm und mehr) hat um 5 Prozent seit 1951 zugenommen.

Wo sich das Klima am stärksten ändern würde

Bisher seien nur wenige Regionen in Deutschland sehr intensiv von Hitze, Trockenheit oder Starkregen betroffen, hieß es weiter. Bei einem starken Klimawandel würden bis Mitte des Jahrhunderts sehr viel mehr Regionen damit konfrontiert sein.

Um 1950 herum gab es in Deutschland im Schnitt drei Tage im Jahr, an denen es heißer als 30 Grad Celsius wurde. Aktuell sind es schon zehn Tage.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze

So würde sich das Klima im Westen und Süden Deutschlands im Vergleich zu heute am stärksten verändern. Im Südwesten und Osten würden klimatische Extreme am häufigsten vorkommen. An der Küste stiegen die Gefahren durch den Meeresspiegelanstieg in der zweiten Jahrhunderthälfte deutlich an.

[Wie sich die klimatischen Hotspots in Deutschland entwickeln könnten - diese Szenarien zeigt eine Grafik des Umweltbundesamts.]

Die Flut kommt! In den nächsten 25 Jahren sind in Deutschland siebenmal mehr Menschen von Überflutungen bedroht als heute. Davor warnt eine Studie des Potsdamer Instituts für Klimawandel.

Beitragslänge:
29 min
Datum:

Bei einem ungebremsten Klimawandel erwarten Deutschland erhebliche Schäden für Natur, Infrastruktur und das Wirtschaftssystem.

Welche Maßnahmen Experten empfehlen

Bundesumweltministerin Schulze mahnte, es müsse rasch gehandelt werden:

Deutschland braucht mehr Bäume in den Städten, mehr Grün auf den Dächern, mehr Raum für die Flüsse und vieles mehr. Und es muss schnell gehen, denn viele Maßnahmen brauchen Zeit bis sie wirken.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Viele Maßnahmen, wie die Pflanzung von Stadtbäumen, brauchten lange, ehe sie wirkten. Die wichtigste Maßnahme sei die Verringerung der Treibhausgasemissionen, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner. Zudem nannte er andere Methoden in der Landwirtschaft, den Umbau hin zu klimastabilen Mischwäldern und einen besseren Schutz der Küsten.

Wir haben wirksame Maßnahmen, um diese Krise managen zu können. Solange wir im Bereich und im Korridor von zwei Grad globaler Erwärmung bleiben, glauben wir, gut gewappnet zu sein, wenn wir jetzt tatsächlich handeln.
Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes

Maßnahmen seien auch in Siedlungsgebieten nötig. "Wir müssen anders bauen. Wir brauchen Städte, die sich dank vieler Grünflächen und Entsiegelungen ohne Schäden an Häusern und Infrastrukturen wie ein Schwamm mit Wasser vollsaugen wollen", sagte Messner. Straßenbeläge müssten hitzebeständiger sowie wasser- und luftdurchlässig sein.

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