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Studie zu Pine-Island-Gletscher - Gletscher-Schmelze könnte unumkehrbar werden

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Der Klimawandel setzt dem Pine-Island-Gletscher in der Antarktis zu. Forscher haben jetzt Kipppunkte identifiziert, nach denen das Tempo seiner Schmelze deutlich zunehmen könnte.

Antarktis: Eisberge lösen sich vom Pine-Island-Gletscher ab
Treibende Eisberge am Ende des Pine-Island-Gletschers (Archiv)
Quelle: Reuters

Ob Teile der Niederlande oder Bangladeschs in Folge des Klimawandels im Meer zu versinken drohen, entscheidet sich an Orten wie dem Pine-Island-Gletscher in der westlichen Antarktis.

Kein anderer Antarktis-Gletscher verliert mehr Eis pro Jahr. Zusammen mit dem benachbarten Thwaites-Gletscher ist Pine-Island schon jetzt für rund 10 Prozent des weltweiten Anstiegs des Meeresspiegels verantwortlich.

Und laut einer neuen Studie der Universität Northumbria in Newcastle, Großbritannien, könnte das Abschmelzen des Pine-Island-Gletschers bald unumkehrbar sein.

Karte: Antarktis - Pine-Island-Gletscher
Quelle: ZDF

Temperaturanstieg von 1,2 Grad Celsius reicht aus

Die Wissenschaftler argumentieren mit sogenannten Kipppunkten: Gletscher und Eisfelder schmelzen nicht gleichmäßig - ab einem gewissen Punkt würde das Tempo deutlich zunehmen. Im schlimmsten Fall wäre ein komplettes Abschmelzen nicht mehr aufzuhalten.

In Computermodellen errechnete das Forscherteam, wie sich der Gletscher bei sich ändernden Bedingungen verhält. Faktoren wie Wellengang und Wind können massive Auswirkungen auf die Stabilität eines Gletschers haben. Ein Anstieg der Meerestemperatur vor der westlichen Antarktis von lediglich 1,2 Grad Celsius würde laut der Studie schon ausreichen, um den Zustand des Pine-Island-Gletschers von stabil zum völligen Kollaps zu verschlechtern.

Solch ein Rückgang könnte zum Kollaps des gesamten Westantarktischen Eisschilds führen, das genug Eis umfasst, um den Meeresspiegel um mehr als drei Meter ansteigen zu lassen.
Pressemitteilung der Universität Northumbria

Wie bald solch ein Temperaturanstieg eintreten könnte, sagt diese Studie nicht. Laut Weltklimarat IPCC hat die durchschnittliche Temperatur der Wasseroberfläche etwa im Pazifik zwischen 1950 und 2009 um 0,41 Grad Celsius zugenommen. Bis zum Jahr 2100 rechnet der IPCC mit einem weiteren Anstieg von einem bis drei Grad Celsius.

Für Norwegens arktischen Norden ist es ein Rekordsommer, das hat dem Permafrostboden und den Gletschern nicht gut getan. Dies hat auch für Spitzbergens Pastorin Konsequenzen.

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Auch andere Gletscher könnten solche Kipppunkte haben

Die im Fachjournal "The Cryosphere" veröffentlichte Studie identifizierte insgesamt drei solcher Kipppunkte unterschiedlichen Ausmaßes. Alle drei hätten sich in den Simulationen durch Frühwarnzeichen angekündigt.

"Es wurde schon früher darauf hingewiesen, dass die gesamte Region das Potenzial hat, einen Kipppunkt zu überschreiten, doch unsere Studie bestätigt zum ersten Mal, dass der Pine-Island-Gletscher tatsächlich solche kritischen Grenzen überschreitet", sagte Dr. Sebastian Rosier, verantwortlicher Autor der Studie, in einer Pressemitteilung.

Dieses Wissen könne jetzt auch für andere Gletscher in der Region genutzt werden, so die Autoren. Die Studie gibt Forschern also neue Methoden in die Hand, um Gletscherschmelzen künftig besser zu verstehen. Das könnte weitere schlechte Nachrichten zur Folge haben: Denn auch andere Gletscher könnten solche Kipppunkte aufweisen.

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