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Folgen des Klimawandels - Wie Deutschland bis 2050 aussehen könnte

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Spätestens 2050 will die EU klimaneutral sein. Doch der Kimawandel hat längst begonnen - Dürre und Starkregen dürften in Deutschland zunehmen. Ein Blick auf mögliche Veränderungen.

Mähdrescher der Marktfrucht Lützow ernten nach Sonnenuntergang ein Roggenfeld ab, aufgenommen am 05.08.2020
Vor allem die Landwirtschaft wird mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben.
Quelle: dpa

Die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat neuen Druck im Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel erzeugt. Kurz zuvor hatte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) im Auftrag der Deutschen Bahn eine Analyse zu klimatischen Veränderungen in der Bundesrepublik vorgelegt.

Demnach wird es hierzulande etwa bis 2060 deutlich mehr Hitzetage und weniger harte Winter geben. Innerhalb der EU ist man sich weitgehend einig, dass man bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein will. Die Folgen des Klimawandels aufhalten wird man damit laut Experten nicht - höchstens abmildern. Wie es in Deutschland bis dahin aussehen könnte, zeigen Klimaforscher und andere Fachleute.

Hitze

Dass langanhaltende hohe Temperaturen mit dem menschengemachten Klimawandel verbunden sind, daran gibt es in der Fachwelt kaum Zweifel. Daniela Jacob, Meteorologin und Direktorin des German Institute for Climate Services (Gerics) in Hamburg, betont:

Um 2050 müssen wir damit rechnen, dass die Sommermonate deutlich heißer und trockener sind.
Daniela Jacob, Gerics-Direktorin

Etwa für den Oberrheingraben bei Karlsruhe lasse sich schon heute projizieren, dass sich dort bis zur Mitte des Jahrhunderts die Zahl der heißen Tage im Vergleich zum Zeitraum von 1970 bis 2000 etwa verdoppeln werde.

Hitzerekorde, Unwetter, Hochwasser – auch hierzulande werden die Folgen des Klimawandels spürbar. Eckart von Hirschhausen spricht von einer "lebensbedrohlichen Lage".

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Gesundheit

Entgegen der Vorstellung von strahlendem Sonnenschein und Urlaubsatmosphäre kann "warmes Wetter" sehr schlecht für unsere Gesundheit sein.

Wenn die Temperatur auch nachts nicht unter 20 Grad fällt, bedeutet das, dass wir uns nicht richtig ausruhen können und weniger leistungsfähig sind.
Daniela Jacob, Gerics-Direktorin

Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig geht davon aus, dass die Hitze das Gesundheitssystem zusätzlich belasten wird. So könne es etwa zu mehr Kreislauferkrankungen kommen.

Landwirtschaft

Anhaltende Hitze und langer, starker Regen wird Experten zufolge auch eine Umstellung für diejenigen bedeuten, die sehr auf das Wetter angewiesen sind.

In der Landwirtschaft müssen wir auf Sorten setzen, die mit diesen starken Temperatur- und Feuchtevariationen zurechtkommen.
Daniela Jacob, Gerics-Direktorin

Ein Problem ist demnach auch, dass Wasser bis 2050 knapper wird. "Die Landwirtschaft muss sich so umstellen, dass sie die Böden nicht so oft bewässern muss", ergänzt Jacob.

Klimafolgenforscher sagen, dass nun die Auswirkungen des Klimawandels eintreten würden, die man lange vorher gesagt habe. Es sei an der Zeit, Maßnahmen, die man beschlossen habe, auch wirklich umzusetzen.

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Hochwasserschutz

Als Folge des menschengemachten Klimawandels werde Hochwasser mit Blick auf das Jahr 2050 vor allem in Gebieten in Nord- und Westeuropa zunehmend eine Bedrohung darstellen, sagt Ralf Merz. Der Hydrologe arbeitet am Standort Halle an der Saale des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung.

Diese Entwicklung hänge vor allem mit dem sogenannten Jetstream zusammen. Dieser treibt in der oberen Atmosphäre die Hoch- und Tiefdruckgebiete über Europa hinweg. Wegen des Klimawandels habe sich der Strom verändert, sodass Hoch- oder Tiefdruck-Systeme länger an einem Ort stehen bleiben.

"Und das ist auch jetzt wieder passiert bei dem Tiefdruckgebiet 'Bernd', so Merz. Demnach wäre früher ein solches Tief nach zwei Tagen weitergezogen, jetzt ist es an einem Ort stehengeblieben - mit verheerenden Folgen.

Tourismus

Die Themen Tourismus und Klimawandel sind heute schon eng verbunden. Zur Mitte des Jahrhunderts werden sich unsere Urlaubsziele nach Einschätzung der Meteorologin Jacob verändert haben. Nord- und Ostsee könnten damit rechnen, dass die Sommer dort einmal wärmer und stabiler werden. Die Bedrohung durch den steigenden Meeresspiegel sei dort bis 2050 gering - die deutschen Küsten darauf also "relativ gut vorbereitet".

Im Mittelmeerraum hingegen werden in der Zukunft laut Jacob über 40 Grad in den Sommermonaten herrschen.

Das ist für Urlaub zu warm. Diese Regionen gehören dann zu den Verlierern im Tourismus.
Daniela Jacob, Gerics-Direktorin

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Wohnen

Wenn es draußen unerträglich warm ist, flüchten wir uns auch schon heute gerne in kalte Innenräume. Dass diese auch energieintensiv mit Klimaanlagen runtergekühlt würden, verschärfe das Problem des menschengemachten Klimawandels, sagt Jacob.

Wissenschaftler Marx, Mitglied der Helmholtz-Klima-Initiative, empfiehlt daher, Gebäudehüllen wesentlich besser zu dämmen, "dann hat das auch im Sommer den Effekt, dass Hitze nicht so schnell ins Haus kommt". Gerade deutsche Städte müssen seiner Einschätzung nach neu gedacht werden.

Wir brauchen in der Stadt grüne und blaue Infrastruktur, das heißt Parkanlagen und Gewässer.
Andreas Marx, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Dass mehr getan werden müsse, um den Anstieg des Klimawandels zu bremsen, betonen die Experten im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Einschätzung des Hydrologen Merz ist der Klimawandel zwar fortgeschritten, "aber wir stehen hoffentlich immer noch vor dem Kipppunkt, an dem sich das Klima auf Dauer stark verändert. Das heißt, wir müssen jetzt die Entwicklung aufhalten, bevor es zu spät ist."

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