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Junge Bauern setzen auf neue Ackerpflanzen

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Landwirtschaft und Klimawandel - Junge Bauern setzen auf neue Ackerpflanzen

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Der Klimawandel ist auf deutschen Äckern angekommen. Traditionelle Anbaupflanzen und -weisen funktionieren nicht mehr. Landwirte denken um – so wie Biobauer Peter Froschhammer.

Pflanzenschutz ohne Chemie, Hightech auf den Feldern, Bio für alle – was heute auf den Äckern passiert, bestimmt unser Konsum- und Essverhalten von morgen.

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Im bayerischen Thalmassing bei Regensburg kniet Landwirt Peter Froschhammer zwischen zartgrünen Soja-Pflanzen auf seinem Feld. Knapp 40 Zentimeter sind die meisten von ihnen gerade einmal hoch; bis zum Spätsommer sollen sie ungefähr doppelt so groß sein. Wenn alles gut geht.

Der 30-Jährige prüft die Pflanzen genau, denn späte Fröste haben die wärmeliebende Soja-Pflanze im Frühjahr ein wenig am Wachstum gehemmt. Doch sie sind robust: die ersten violetten Blüten deuten auf eine gute Ernte.

Sommer zu trocken und heiß

In den vergangenen Jahren hat der Biobauer auf demselben Feld Ackerbohnen angebaut. Lange Zeit war die Ackerbohne, auch Dicke Bohne genannt, in Deutschland Eiweißfuttermittel Nummer eins, vor allem in der Rindviehhaltung. Der Anbau eiweißreicher Futterpflanzen wird in Deutschland öffentlich gefördert.

Doch zuletzt hat die beliebte Bohne bei Peter Froschhammer kaum noch Ertrag gebracht. Zu trocken und heiß waren die Sommer, auch die vermehrt auftretenden Starkregenfälle setzten den Pflanzen zu. Der bayerische Landwirt musste neu planen.

Trotz des Regens der vergangenen Wochen: Der deutsche Wald trocknet aus. Akribisch suchen Forscher nach Lösungen gegen Dürren. Sonst drohen auch den Bauern Missernten.

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Soja-Boom auf Kosten der Regenwälder

Auf seinen Feldern wächst und gedeiht nun "Tofina", eine Sojapflanze, die extra für den Anbau in europäischen Breiten und für die Tofu-Produktion gezüchtet wurde. Trotz der großen Nachfrage nach Soja ist die heimische Produktion noch sehr begrenzt:

Wir haben das Potential in Deutschland, zwei Millionen Tonnen Sojabohnen zu ernten.
Peter Froschhammer

"Das entspricht ungefähr dem Eiweißbedarf von 40 bis 50 Prozent, den wir in Deutschland brauchen. Im Moment ernten wir allerdings nur ca. zwei Prozent der Bohnen, die wir in Deutschland verbrauchen, der Rest wird importiert", beklagt der Soja-Pionier aus Thalmassing.

Die große Mehrheit der 270 Millionen Tonnen Soja, die weltweit angebaut werden, landet im Futtertrog: Mehr als 80 Prozent werden für die Viehmast verarbeitet. Nach den USA gelten Brasilien und Argentinien als größte Soja-Produzenten – dafür werden im großen Stil Regenwälder abgeholzt. Per Containerschiff gelangen die Hülsenfrüchte nach Europa, um den steigenden Bedarf zu decken. 

Die Waldbrände im Amazonas-Gebiet erreichten zuletzt ein neues Höchstmaß. Die Brandrodungen im Regenwald gehen trotz Verbot durch Präsident Bolsonaro weiter. Wegen mangelnder Sanktionen betrachten Umweltschützer das Dekret als wirkungslos.

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Neue Soja-Sorten für Deutschland

Landwirt Peter Froschhammer setzt sich dafür ein, dass in Zukunft mehr Soja aus Deutschland kommt. Dafür müssen die Pflanzen jedoch für unsere Breiten und die hiesigen klimatischen Verhältnisse geeignet sein. Die Sorte Tofina, die Froschhammer erfolgreich auf seinen Äckern anbaut, geht auf eine Züchtung des Agrarwissenschaftlers Dr. Volker Hahn zurück.

Bereits seit 1982 erforscht er mit seinem Team an der Universität Hohenheim die Sojapflanze. Inzwischen gelten die Agrarwissenschaftler als renommierte Soja-Experten in Europa.

Erfolg bei der Zulassung

Der Baden-Württemberger hat sich auf die Anzucht klimaangepasster Sojabohnen spezialisiert. Auf Testfeldern an der deutsch-französischen Grenze züchtet und selektiert Hahn seit 2012 verschiedene neue Populationen. Diese bilden heute die Grundlage fast aller Sojapflanzen, die in Europa angebaut werden können. Sieben der acht Sorten, die dieses Jahr in Deutschland zugelassen worden sind, gehen auf Züchtungen von Dr. Volker Hahn und seinem Team zurück.

Er ist überzeugt, dass eine höhere Sojaproduktion in Deutschland und Europa dazu beitragen kann, dass weniger Regenwälder abgeholzt und weite Transportwege eingespart werden können. 

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