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Wirbelstürme in Mittelamerika : Wo der Klimawandel bereits Migration auslöst

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Mittelamerika wurde im vergangenen Jahr von zwei verheerenden Wirbelstürmen getroffen. Die Flutkatastrophe hat Konsequenzen für die Menschen vor Ort - und anderswo.

Klimaflüchtlinge: Durch Überschwemmungen müssen immer mehr Menschen flüchten.
Die Folgen des Klimawandels zwingen immer mehr Menschen zu flüchten.
Quelle: epa Str/dpa

Die Überschwemmungskatastrophe in Deutschland durch die Starkregenereignisse hat den Blick auf den Klimawandel noch einmal geschärft. Während in Deutschland die Sachschäden durch Investitionen in die Infrastruktur wohl behoben werden können, sind die Konsequenzen in Mittelamerika wesentlich dramatischer.

Dort sorgten im vergangenen Jahr zwei außergewöhnliche tropische Wirbelstürme für verheerende Verwüstungen und Zerstörungen. Weil den Ländern die Mittel fehlen und Korruption den Wiederaufbau erschwert, rechnen Experten mit neuen Migrationsbewegungen aus der Region in Richtung USA.

Weltweite Solidarität mit Flutopfern aus Deutschland

Wie sehr die Bilder aus Deutschland den Rest der Welt erschüttert haben, zeigt eine Reaktion ausgerechnet aus einem der ärmsten Länder Lateinamerikas. Dort rief Kardinal Oscar Andres Rodriguez die Gläubigen zur Solidarität mit den Überschwemmungsopfern auf: "Deutschland ist ein Land, dass immer solidarisch mit Honduras war", sagte Rodriguez.

Jeder könne jetzt sagen, dass Deutschland ein entwickeltes Land sei, die würden das schon wieder hinkriegen. Das seien aber keine christlichen Kriterien. Deswegen sei es notwendig, mit den Brüdern und Schwestern, die in Deutschland so schrecklich leiden, solidarisch zu sein.

Mittelamerika: Extreme Wirbelstürme treffen auf extreme Armut

"Die beiden Wirbelstürme im letzten Herbst haben vielen Menschen alles genommen. Sie haben nichts mehr zu verlieren. Rund 80 Prozent leben in extremer Armut", sagt Inés Klissenbauer, Referentin für Mittelamerika beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat im Gespräch mit ZDFheute.

Die dramatische Bilanz in Guatemala fasste vor wenigen Tagen Antonieta Cádiz von der Organisation "Climate Power" in einem Gastbeitrag für die Los Angeles Times zusammen: "Zurzeit haben 300.000 Familien in Guatemala ihre landwirtschaftliche Produktion durch eine aktuelle Dürre verloren."

Zudem haben 5,3 Millionen Menschen ihr Zuhause oder ihre Arbeitsplätze nach der letzten Rekord-Hurrikansaison verloren.
Antonieta Cádiz, "Climate Power"

Das Video zeigt, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit ein Hurrikan entsteht.

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Klimakatastrophen als Fluchtursache

Rund 30 Prozent der Migranten aus der Region Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua nennen das extreme Klima als Hauptmotiv für die Entscheidung, ihre Heimat zu verlassen.

In einer Prognose geht die Weltbank von bis zu 10,6 Millionen Klimaflüchtlingen in Lateinamerika bis zum Jahr 2050 aus: "Mehrere Millionen Binnenklimamigranten in Lateinamerika werden aus weniger lebensfähigen Gebieten mit geringerer Wasserverfügbarkeit und geringerer Ernteproduktivität sowie aus Gebieten, die von steigendem Meeresspiegel und Sturmfluten betroffen sind, wegziehen."

In Mexiko sind rund 400 zentralamerikanische Migranten angekommen. Die meisten von ihnen stammen aus Honduras und haben nur ein Ziel vor den Augen: die USA.

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Hurrikan-Rekordsaison im Jahr 2020

Wirbelstürme kommen in Mittelamerika immer wieder vor. Laut "Fundacion IO" wurden im Atlantik im vergangenen Jahr 2020 aber so viele Tropenstürme und Hurrikane wie noch nie gezählt. Dass gleich zwei so verheerende Wirbelstürme innerhalb von nur wenigen Wochen eine Region heimsuchen, ist auch für Mittelamerika neu.

"Der Klimawandel macht die stärksten Wirbelstürme noch stärker“, erklärt Meteorologe Jeff Masters von Yale Climate Connections im Gespräch mit ZDFheute. Er erhöhe zum Beispiel die Regenmenge, die Wirbelstürme mit sich bringen. Das liegt daran, dass wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. "Dies gilt nicht nur für Mittelamerika, sondern für alle Weltmeere, in denen Hurrikane auftreten", so Masters.

Die Tropenstürme "Eta" und "Iota" haben einen Schaden von rund zehn Milliarden US-Dollar angerichtet, schätzen örtliche Medien. Allerdings haben die mittelamerikanischen Volkswirtschaften bei weitem nicht die ökonomischen Möglichkeiten wie Deutschland, solche Schäden in absehbarer Zeit wieder zu beheben.

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