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3,5 Milliarden Menschen von Hitze bedroht

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Studie von Klimaforschern - 3,5 Milliarden Menschen von Hitze bedroht

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Alarmierende neue Zahlen von Klimaforschern: Sollten CO2-Emissionen nicht gesenkt werden, könnten 2070 rund 3,5 Milliarden Menschen in Gebieten mit großer Hitze leben.

Ein Mann wischt sich den Schweiß von der Stirn - Wissenschaftler haben errechnet, dass in 50 Jahren 3,5 Milliarden Menschen unter Hitze leiden könnten, sollten die Treibhausgase nicht verringert werden.
In 50 Jahren könnten Milliarden Menschen in Gebieten leben, in denen die jährliche Durchschnittstemperatur mehr als 29 Grad Celsius beträgt.
Quelle: dpa

Alarmierende Zahlen legen Wissenschaftler der Universität Wageningen in den Niederlanden vor. Sollte sich die Weltgemeinschaft nicht darauf einigen können, die Treibhausgase drastisch zu verringern, wird sich das Klima derart verändern, dass Milliarden Menschen darunter leiden.

Modellrechnungen basieren auf ungebremstem CO2-Ausstoß

Wenn der Ausstoß der Treibhausgase nicht gemindert wird, könnten in 50 Jahren 3,5 Milliarden Menschen unter großer Hitze leiden, so die Studie. Sie würden in Gebieten leben, in der die jährliche Durchschnittstemperatur mehr als 29 Grad Celsius beträgt.

Dies hätte nicht nur verheerende direkte Auswirkungen, sondern es wäre für Gesellschaften auch schwieriger, künftige Krisen wie neue Pandemien zu bewältigen.
Wissenschaftler Marten Scheffer

Damit befänden sie sich außerhalb der klimatischen Nische, die der Mensch seit mindestens 6.000 Jahren bewohnt, berichten die niederländischen Wissenschaftler um Marten Scheffer.

Sehen Sie hier einen Beitrag zu den Auswirkungen der Treibhausgase:

CO2 wird zum Wirtschaftsfaktor. In der EU müssen Kraftwerke, Industrie und Luftfahrt ihre CO2-Emissionen mit Zertifikaten ausgleichen. Aber reicht das?

Beitragslänge:
28 min
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"Das Coronavirus hat die Welt in einer Weise verändert, die noch vor wenigen Monaten schwer vorstellbar war und unsere Ergebnisse zeigen, wie der Klimawandel etwas Ähnliches bewirken könnte", wird Scheffer zitiert.

Die Veränderungen würden zwar weniger schnell ablaufen, aber anders als bei der aktuellen Pandemie könne man nicht auf eine Erleichterung in absehbarer Zeit hoffen.

Die ökologische Nische des Menschen

Für ihre Analyse blickten Scheffer und Kollegen zum einen in die Vergangenheit. Anhand vorhandener Datenbanken glichen sie die bevorzugten Siedlungsgebiete des Menschen mit den klimatischen Bedingungen in diesen Regionen ab.

Sie fanden einen Höhepunkt der Bevölkerungsdichte bei Jahresdurchschnitts-Temperaturen von etwa 11 bis 15 Grad Celsius und einen kleineren Höhepunkt bei 20 bis 25 Grad Celsius. Diese Verteilung hat sich in den vergangenen 6.000 Jahren kaum geändert, weshalb die Forscher diese Temperaturspanne als die "ökologische Nische des Menschen" bezeichnen.

Die Klimaprognose geht davon aus, dass sich die Konzentration der Treibhausgase weitgehend ungebremst wie in den vergangenen Jahrzehnten entwickeln wird. Die Temperaturen werden in den verschiedenen Weltregionen entsprechend steigen

Mehr Gebiete mit Jahresmitteltemperaturen von 29 Grad

Die Modellrechnungen ergaben, dass sich Gebiete mit einer Jahresdurchschnitts-Temperatur von mehr als 29 Grad Celsius von jetzt 0,8 Prozent der weltweiten Landfläche (vor allem in der Sahara) bis 2070 auf 19 Prozent ausdehnen werden.

Die Gebiete lägen vor allem in Südamerika, Afrika, Indien, Südostasien und Nordaustralien. Allein in Indien wäre mehr als eine Milliarde Menschen davon betroffen, in Nigeria, Pakistan, Indonesien und Sudan jeweils mehr als 100 Millionen Menschen.

Solche Temperaturanstiege bedeuteten nicht zwangsläufig, dass die Menschen aus den betroffenen Gebieten auswandern würden. Dennoch sieht Forscher Marten Scheffer die Ergebnisse der Studie als Appell an die Weltgemeinschaft, den CO2-Ausstoß rasch zu senken.

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