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Interview

Gewerkschaft der Polizei - Rekord-Koks-Fund hier - "kaum Expertise" dort

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Zollfahnder verbuchen mit dem Kokain-Fund in Hamburg einen Erfolg. Insgesamt sei Deutschland im Kampf gegen Schmuggel aber nicht gut aufgestellt, so die Gewerkschaft der Polizei.

Sehen Sie hier das ganze Interview mit Frank Buckenhofer, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei für den Bereich Zoll.

Beitragslänge:
4 min
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Zollfahnder haben im Hamburger Hafen mehr als 16 Tonnen Kokain aufgespürt - es ist der bisher größte Kokain-Fund in Europa. Das Rauschgift war in fünf Containern aus Paraguay versteckt. Im Straßenverkauf hätte es einen Wert von mehreren Milliarden Euro gehabt. Das sagt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei für den Bereich Zoll, Frank Buckenhofer, ...

... zur Bedeutung des Kokain-Funds für die Drogenmafia:

"Diese Mengen sind in der Tat enorm hoch, es ist eine der größten Sicherstellungen überhaupt. Und ich glaube schon, dass es ein Schlag ist, weil Vertriebswege gestört werden. Aber es ist sicherlich nicht so ein empfindlicher Schlag, dass die Drogenmafia dadurch jetzt ins Wanken gerät."

... zu den Gründen für den Erfolg der Ermittler:

"Es gibt sehr viele Möglichkeiten, an Informationen zu kommen. Eine davon ist der internationale Austausch zwischen den verschiedenen Behörden - das hat an dieser Stelle auch sehr gut geklappt. Wir betreiben auch eine sehr intelligente Waren-Analyse, die auch Waren-Bewegungen beobachtet, insbesondere an den Hotspots wie den großen Häfen und Flughäfen. Auch da gewinnt der Zoll Erkenntnisse und stellt Anomalien fest, die dann Kontrollmaßnahmen auslösen - wie in diesem Fall."

... zu Deutschlands Kampf gegen den Schmuggel:

"Die Schmuggel-Bekämpfung ist die vornehmste Aufgabe des Bundesministeriums der Finanzen. Damit ist sie eine Aufgabe, die im Zuständigkeitsbereich des Bundes und nicht der Länder liegt. Nur beklagen die Kollegen zu Recht, dass sie viel zu wenig Personal haben, eine zu schlechte Ausstattung haben, dass sie nicht ausreichend vernetzt sind, dass die Datenzugriffe nicht ausreichend groß sind.

Das liegt daran, dass man im Finanzministerium wenig Verständnis und auch kaum Expertise hat für polizeiliche Aufgaben. Das Finanzministerium definiert sich über eine ganz andere politische Aufgabe und eben nicht über die Aufgabe 'Innere Sicherheit'."

Das führt am Ende der Kette dazu, dass die Kollegen große Improvisationstalente entwickelt haben, um überhaupt erfolgreich diesen Job zu machen.
Frank Buckenhofer

(...) "Wir würden uns viel mehr Unterstützung vom zuständigen Ministerium erwarten. Und die Ankündigungen, die Herr Staatssekretär Bösinger gemacht hat, dass man den Zoll gestärkt hat, sind weder beim Zollfahndungsdienst noch bei den Kollegen im Kontrolldienst jemals angekommen."

... zur Frage, was jetzt mit den 16 Tonnen Kokain passiert:

"Solche Sachen werden unter zollamtlicher Überwachung ordnungsgemäß vernichtet."

Beschlagnahmtes Kokain. Symbolbild

16 Tonnen Kokain entdeckt - Die Fakten zum Rekord-Fund im Hamburger Hafen 

Zollfahnder haben in Hamburg mehr als 16 Tonnen Kokain beschlagnahmt - in Containern aus Paraguay. Der Fund gilt als die größte jemals in Europa sichergestellte Kokainmenge.

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