ZDFheute

Escobars "Kokain-Hippos" droht der Tod

Sie sind hier:

Bedrohung für das Ökosystem - Escobars "Kokain-Hippos" droht der Tod

Datum:

Einst ließ Kolumbiens legendärer Drogenbaron Pablo Escobar die Flusspferde einfliegen, nun bedrohen sie die Biodiversität. Das Land debattiert, wie mit der Plage umzugehen ist.

Nilpferde in Kolumbien, aufgenommen am 12.02.2020 in Puerto Triunfo
Nilpferde, die Pablo Escobar als Teil seines Privatzoos nach Kolumbien brachte.
Quelle: AP

Als Pablo Escobar zu Lebzeiten nicht wusste, wohin mit seinen Kokain-Milliarden, baute sich der wohl berühmteste kolumbianische Drogenbaron sein Landgut "Hacienda Napoles" samt eigenem Privatzoo. Eine Idee mit möglichen weitreichenden Folgen für Kolumbiens Tierwelt - und Kolumbiens Steuerzahler.

"Kokain-Hippos" gefährden Ökosystem

In einer Nacht- und Nebelaktion ließ Escobar 1983 jede Menge nicht heimischer Tiere einfliegen. Unter den neuen Gästen, die am Flughafen Olaya Herrera eintrafen, waren auch mindestens vier in Kolumbien nicht heimische Flusspferde.

Seitdem haben sich die Tiere prächtig vermehrt und wurden im Ökosystem des mittleren Magdalena-Flusses zu einem echten Problem für die heimischen Arten. Heute sollen rund 80 Exemplare in Kolumbien leben. Der TV-Sender "National Geographic" widmete dem Siegeszug der Flusspferde die Doku "Cocaine Hippos".

Kokain in Obst-Container entdeckt. Archivbild

Weltweiter Drogenhandel -
Was Kokain in Lateinamerika anrichtet
 

Die Kokainindustrie produziert Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika. Was passiert mit dem Geld, dass der Kokainkonsum im Westen generiert?

von Tobias Käufer

Flusspferde fressen zu viel

Brigitte Baptiste, Biodiversitäts-Expertin und Rektorin von der Universität EAN, berichtete gegenüber kolumbianischen Medien über die Folgen der Invasion. "Sie vertreiben die Seekühe, Otter und andere Arten", sagte Baptiste dem Sender RCN Radio.

Die fremden Tiere würden das Ökosystem verändern, diesem Wettbewerb könnten die einheimischen Tiere nicht standhalten. Ein großes Problem: Die Flusspferde fressen viel zu viel.

Töten, einfangen oder sterilisieren?

Nun gebe es verschiedene Möglichkeiten, sagte Baptiste. Die eine sei, die Flusspferde zu opfern. Die Idee sei schon einmal aufgebracht worden, doch damals verhinderte der Protest von Umweltschützern und Fans der Flusspferde, dass der Rat von südafrikanischen Experten umgesetzt wurde.

Es gäbe auch noch eine zweite Möglichkeit: Die Flusspferde, denen einst die "Hacienda Napoles" zu klein wurde, wieder einzufangen und bis an ihr Lebensende zu verpflegen. Das allerdings würde den kolumbianischen Steuerzahler umgerechnet bis 145.000 Euro pro Jahr und Tier kosten.

Auch von einer Sterilisierung ist die Rede. Gar nichts zu tun, würde langfristig einen erheblichen Schaden für die kolumbianische Wildnis bedeuten. Die Entscheidung müssten aber nun die regionalen Behörden treffen. 

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.