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Forschende schlagen Alarm - Es steht schlecht um die Korallenriffe

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Dem Great Barrier Reef droht die Zerstörung, viele weitere Riffe sind in schlechtem Zustand. Schuld daran sei auch der Klimawandel, sagen Forschende und fordern schnelles Handeln.

Fische und Korallen am Great Barrier Reef
Es wird auch als eines der sieben Weltwunder der Natur bezeichnet: das Great Barrier Reef.
Quelle: dp / epa / aap / james cook university

Ein internationales Team von Forschenden fordert die Politik in einem am Dienstag veröffentlichten Positionspapier auf, mit konkreten Maßnahmen gegen das Absterben der weltweiten Korallenriffe vorzugehen. 

Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen, dass nur sehr wenige Korallenriffe intakt bleiben werden, wenn wir jetzt nicht handeln.
Christian Wild, Professor für Marine Ökologie an der Universität Bremen

40 Prozent der Riffe in schlechtem Zustand

Das Strategiepapier des 14. Internationalen Korallenriff-Symposiums, auf dem sich bis Freitag 1.200 Fachleute digital austauschen, sei als Weckruf zu verstehen, so Wild. Die Riffe befänden sich an einem Wendepunkt, 30 Prozent seien bereits verloren, 40 Prozent massiv bedroht.

Auch das Great Barrier Reef, das als eines der atemberaubendsten Naturwunder der Erde gilt, stehe vor dem Kollaps. Drei verheerende Korallenbleichen innerhalb der vergangenen fünf Jahre sowie die Industrialisierung entlang der Küsten hätten ihm schwer zugesetzt. Jetzt sei sein Welterbe-Status in Gefahr. Experten warnen, dass die steigenden Wassertemperaturen die 25 Millionen Jahre alte Pracht bald gänzlich vernichten könnten. 

Das Korallenriff vor Australiens Westküste, das Great Barrier Reef, war ein Paradies. War, denn es kämpft jetzt ums Überleben.

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Australien will um Welterbestatus kämpfen

Deshalb will die Unesco in den nächsten Tagen bei ihrer Sitzung im chinesischen Fuzhou entscheiden, ob das Riff in Australien auf die Liste gefährdeter Naturerbestätten gesetzt wird. Die langfristigen Aussichten für das Great Barrier Reef, das seit 1981 zum Welterbe gehört, hätten sich von "schlecht" zu "sehr schlecht" entwickelt, so die UN-Organisation. Das wolle die Regierung in Canberra zwar weder hören noch öffentlich diskutieren - doch die Fakten würden für sich sprechen.

Erstmals hatte das Welterbekomitee der australischen Regierung 2014 damit gedroht, eine Gefährdungseinstufung des Great Barrier Reef in Betracht zu ziehen. Der Regierung wurde aber Zeit gegeben, eine langfristige Strategie zu entwerfen.

2015 legte sie schließlich den sogenannten "Reef 2050 Plan" vor. Es wurde unter anderem ins Riff-Management investiert, in wissenschaftliche Projekte, in die Verbesserung der Wasserqualität. Das sei aber bei weitem nicht genug, so die Unesco. Stattdessen seien "stärkere und klarere Verpflichtungen" dringend nötig.

Archiv: Algenteppiche schwimmen vor der Ostseekueste vor der Insel Fehmarn.

Verschmutzte Ozeane - Wenn das Meer zur Totzone wird 

Riesige schwimmende Plastikmüll-Inseln, Versauerung des Wassers und giftige Abwässer sind Belastungen, die Fauna und Flora töten. Auch der Klimawandel macht Meere zur Gefahrenzone.

von Andreas Hottmann

Verschmutzung, Überfischung, Klimawandel

Ursachen für die Zerstörung dieser bedeutenden Ökosysteme seien neben Überfischung und Verschmutzung der Meere vor allem auch der Klimawandel. Bereits 2018 warnte der Weltklimarat IPCC, dass 70 bis 90 Prozent aller tropischen Korallenriffe der Welt absterben könnten, wenn die globale Temperatur um 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit steigt.

Die Expertinnen und Experten des Korallenriff-Symposiums fordern angesichts ihrer Forschungsergebnisse deshalb drei entsprechende Maßnahmen: 

  • die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius
  • die Verbesserung lokaler Bedingungen für die Riffe, etwa durch Kläranlagen und die Wiederaufforstung von Mangroven
  • die aktive Restauration von Korallenriffen

Bei der Wiederherstellung von Riffen sollen neue Ansätze verfolgt werden: "Das Ziel ist die Aufzucht von "Superkorallen", die besonders hitzeresistent sind", sagte Professor Wild. Sie könnten Wassertemperaturen von bis zu 34 Grad Celsius aushalten. "Normalerweise fangen sie bei 29 Grad Celsius an zu bleichen", sagte der Wissenschaftler. Entsprechende Feldversuche seien vielversprechend. 

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