Studie: Fast die Hälfte arbeitet im Homeoffice auch krank

    Umfrage der Techniker:Fast die Hälfte arbeitet zu Hause auch krank

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    Gründe sind Gewissen, Termine oder Spaß: Mehr als ein Viertel der Beschäftigen geht krank arbeiten. Im Homeoffice arbeiten laut einer Umfrage sogar fast die Hälfte krank.

    Ein Angestellter mit Erkältung am Arbeitsplatz, Symbolbild
    Viele Deutsche gehen auch krank zur Arbeit. Das Homeoffice verstärkt den Effekt krank zu arbeiten.
    Quelle: Colourbox.de

    Krankheit ist einer Studie zufolge für viele Arbeitnehmer in Deutschland kein Grund zuhause zu bleiben und sich auszukurieren. Das teilte die Techniker Krankenkasse (TK) mit.

    Mehr als ein Viertel geht krank zur Arbeit

    Demnach geht mehr als ein Viertel der rund 1.200 Befragten häufig oder sehr häufig krank zur Arbeit. Lediglich 17 Prozent gaben an, immer zu Hause zu bleiben, wenn sie krank sind.
    "Krank zu arbeiten, hilft niemandem", sagte TK-Vorstandsvorsitzender Jens Baas. Wer sich mit einer leichten Erkältung fit fühle, könne natürlich - gerade im Homeoffice - noch im Einsatz sein.

    Wenn man aber wirklich krank ist, muss man sich auskurieren.

    Jens Baas, TK-Vorstandsvorsitzender

    Alles andere schade den Beschäftigten und letztlich auch den Arbeitgebern, so Baas. Mögliche Folgen des "Präsentismus" seien etwa verzögerte Genesung, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, mehr Fehler und Unfälle und die Ansteckung von Kollegen.

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    Krankschreibung. Archivbild

    Im Homeoffice arbeiten fast die Hälfte krank

    Arbeit im Homeoffice verstärkt laut der Kasse das Problem. 46 Prozent hätten angegeben, es komme im Homeoffice häufiger vor, dass sie krank arbeiteten.
    Für das Arbeiten trotz Krankheit wurden nach TK-Angaben fünf Gründe besonders oft genannt: Es gebe keine Vertretung, die Krankheit sei nicht ansteckend, man wolle den Kollegen nicht zur Last fallen, es gebe dringende Arbeiten oder Termine und die Arbeit mache Spaß.







    Führungskräfte greifen häufig zu Medikamenten

    Bei den Führungskräften greife mehr als jeder Fünfte häufig (21 Prozent) zu Medikamenten, um krank arbeiten zu können. Bei den Beschäftigten ohne Führungsverantwortung seien es 16 Prozent. Im Homeoffice würden 30 Prozent der Befragten häufig oder sehr häufig Medikamente nehmen, um arbeiten zu können.
    Die Studie wurde laut TK in Kooperation mit dem Institut für betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) und dem aQua - Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen durchgeführt. Die Befragung fand im Mai vergangenen Jahres statt.
    Quelle: KNA

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