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mRNA-Impfstoffe als Therapie - Was die Corona-Forschung mit Krebs zu tun hat

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Die Corona-Vakzinforschung setzte auf mRNA-Impfstoffe. Diese sind in der Krebsforschung schon länger eine Hoffnung für neue Therapien.

Archiv, Mainz: Forschungslabor der Firma Biontech.
Die Erkenntnisse der Corona-Impfstoffforschung könnten für die Krebsforschung hilfreich sein.
Quelle: epa

Mit der Corona-Pandemie und der Entwicklung neuer Impfstoffe ist die sogenannte mRNA-Technologie ins öffentliche Rampenlicht gerückt. Darauf basierende Impfstoffe sind allerdings schon seit Jahren ein Schwerpunkt in der Krebsforschung.

Die mRNA-Vakzine sollen künftig eine individualisierte Krebstherapie ermöglichen. Ein Überblick anlässlich des Weltkrebstags am Donnerstag:

Welchen Stellenwert haben die neuen Krebstherapien?

Früher galten Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie als die klassischen Säulen der Krebsbehandlung. Oft verbleiben aber Krebszellen im Körper, oder das Immunsystem ist zu schwach, um den Tumor zu kontrollieren. Außerdem unterscheiden sich alle Tumoren genetisch.

Hier kommt nun die Immuntherapie ins Spiel. Sie soll das Immunsystem so weit stärken, dass es aus eigener Kraft Krebszellen zerstören oder in Schach halten kann. Dafür werden zum Beispiel veränderte Proteine der Krebszellen oder Teile davon zusammen mit Substanzen verimpft, welche die Immunantwort verstärken.

Welches Prinzip steckt hinter den mRNA-Impfstoffen?

mRNA steht für messenger-Ribonukleinsäure, auch als Boten-RNA bezeichnet. Bei mRNA-Impfstoffen werden keine Krankheitserreger oder deren Bestandteile benötigt wie bei vielen herkömmlichen Impfstoffen.

Im Fall des Coronavirus werden einigen wenigen Körperzellen mit dem Impfstoff Teile der Erbinformation des Virus als RNA mitgegeben - geliefert wird also der Bauplan für einzelne Virusproteine, die auch als Antigene bezeichnet werden und das Immunsystem aktivieren. Bei einem späteren Kontakt mit dem neuartigen Coronavirus erkennt das Immunsystem im Prinzip das Antigen wieder und kann das Virus gezielt bekämpfen.

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10 min
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Wie läuft es in der Krebsforschung?

Dass so schnell Corona-Impfstoffe etwa von Biontech und Moderna auf den Markt kamen, war auch der jahrelangen Grundlagenforschung zu mRNA-Impfstoffen für die Krebstherapie zu verdanken.

Die individualisierte Krebsimmuntherapie zielt darauf, die Mutationen in einem Tumor zu identifizieren, ihren Bauplan zu entschlüsseln und einen für diesen Tumor und damit für den Patienten maßgeschneiderten Impfstoff herzustellen.

"Das Immunsystem gegen Sars-CoV-2 mit einem Impfstoff zu aktivieren, ist im Vergleich eine einfachere Herausforderung als die Überwindung der Selbsttoleranz gegen Krebs", räumt Biontech-Chef Ugur Sahin allerdings ein.

Welche Rolle spielt Biontech?

Das Unternehmen sieht sich selbst als "Wegbereiter der individualisierten Krebstherapie". Sahin erhielt 2019 für seine Forschungen den Krebspreis der Deutschen Krebsgesellschaft.

Das Besondere der von ihm entwickelten Methode ist demnach die universelle Anwendbarkeit für verschiedene Krebsarten und die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems gegen viele durch Mutationen ausgelöste Strukturen.

Dadurch wird es für Krebszellen schwieriger, die Therapie zu unterlaufen. Auch das Tübinger Unternehmen Curevac forscht seit längerem an mRNA-Impfstoffen und entwickelt gerade ebenfalls einen Corona-Impfstoff.

Was sind die Vorteile der mRNA-Methode?

Nach Angaben des Paul-Ehrlich Instituts (PEI) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt unter anderem in der einfachen Struktur der RNA ein klarer Vorteil. In wenigen Wochen können viele Millionen Impfdosen produziert werden, was aktuell zumindest im Kampf gegen die Pandemie hilft.

Gibt es bereits mRNA-basierte Impfstoffe gegen Krebs?

Zugelassen wurde bisher kein Vakzin. Verschiedene Mittel befinden sich in klinischen Prüfungen, etwa für den Einsatz bei schwarzem Hautkrebs.

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