Sie sind hier:

EU-weite Studie - Weniger Menschen in Europa sterben an Krebs

Datum:

Das Risiko, an Krebs zu sterben, ist in den vergangenen Jahren innerhalb der EU weiter zurückgegangen. Doch es gibt zwei Ausnahmen, berichten Forscher.

MRT im deutschen Krebsforschungszentrum
Immer weniger Menschen in Europa sterben an Krebs - Grund dafür ist auch der medizinische Fortschritt.
Quelle: dpa

Die Krebssterblichkeit in Europa sinkt - dies gelte, wenn man die Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtige, schreiben Wissenschaftler im Fachblatt "Annals of Oncology". Ältere Menschen haben ein höheres Krebsrisiko und die EU-Bürger werden immer älter. Besonders deutliche Rückgänge der altersstandardisierten Sterberate prognostizieren die Mediziner bei Männern für Magenkrebs und Leukämie, bei Frauen für Eierstockkrebs und ebenfalls Leukämie.

Allerdings werden zwei negative Trends beobachtet:

  • So nehme die Zahl der Frauen, die an Lungenkrebs sterben, immer noch zu.
  • Polen sei das einzige Land in der EU, in dem die Todesrate infolge von Prostatakrebs deutlich steige.

"Immer weniger europäische Männer rauchen"

Insgesamt, so das Ergebnis der Studie, werde die Zahl der Männer, die an Krebs sterben, 2020 im Vergleich zu 2015 altersbereinigt um gut fünf Prozent fallen, die der Frauen um vier Prozent. Die absolute Zahl der Todesfälle infolge von Krebs würde 2020 gut 1,4 Millionen betragen (798.700 Männer und 630.100 Frauen), knapp 65.000 mehr als noch 2015.

In Deutschland würden 2020 vermutlich 132.400 Männer und 110.000 Frauen an Krebs sterben: Männer vor allem an Lungen- (28.700) und Prostatakrebs (15.500), Frauen an Brust- (18.900) und Lungenkrebs (18.100).

"In der EU insgesamt sinken die Krebstodesraten bei Männern. Mehr als die Hälfte davon ist auf rückläufige Sterblichkeitsraten aufgrund von tabakbedingten Krebserkrankungen zurückzuführen", fasst La Vecchia zusammen. Dazu gehöre nicht nur Lungenkrebs, der über ein Drittel des Rückgangs ausmache, sondern auch Krebsarten des Kopf- und Hals-Bereiches sowie Blasenkrebs.

Mit anderen Worten, es liegt daran, dass seit einigen Jahrzehnten immer weniger europäische Männer rauchen.
Carlo La Vecchi, Studienleiter

Sterberaten durch Lungenkrebs steigen bei Frauen

Auch für Deutschland sagen die Forscher voraus, dass die altersbereinigte Todesrate für Männer bei Lungenkrebs um fast elf Prozent sinken werde. Anders jedoch bei den Frauen: Hier werde es sogar zu einem fast fünfprozentigen Anstieg kommen - ein Trend, der EU-weit zu beobachten ist.

Tabak ist nach wie vor die Hauptursache für die Krebssterblichkeit in Europa und macht rund 20 Prozent aller prognostizierten Krebstodesfälle aus.
Eva Negri, Ko-Autorin der Studie

Am Prostatakrebs würden in diesem Jahr 78.800 Männer sterben, so die Prognose. Das sind zwar fast 4.000 mehr als 2015, was aber damit zusammenhänge, dass die EU-Bevölkerung älter geworden sei. Berücksichtigt man diese Tatsache bei den Berechnungen fiel die Mortalität in diesem Zeitraum um sieben Prozent. In Deutschland sei 2020 mit etwa 15.500 Todesfällen infolge von Prostatakrebs zu rechnen. Dass das Sterblichkeitsrisiko für diese Tumorart falle, führen die Forscher auf aktuelle Operations- und Therapietechniken zurück.

Hierbei gibt es aber eine Ausnahme: In Polen werde die Todesrate für diese Krebsart im Vergleich zu 2015 in diesem Jahr um 18 Prozent steigen und das, obwohl diese zwischen 1970 und 1974 europaweit am niedrigsten war. "Es ist möglich, dass die jüngsten relativ hohen Raten auf die verzögerte Einführung moderner Diagnosen und Behandlungen zurückzuführen sind", vermutet La Vecchia.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.