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WHO befürchtet fast doppelt so viele Krebsfälle bis 2040

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Warnung zum Weltkrebstag - WHO befürchtet fast doppelt so viele Krebsfälle bis 2040

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Die WHO rechnet damit, dass die Zahl der Krebsfälle in den kommenden Jahren deutlich steigt. Dabei wären viele Erkrankungen vermeidbar, sagen Forscher.

Daniel Päch vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) demonstriert experimentelle Studienuntersuchung Magnetresonanztomographen am 16.01.2020  in Heidelberg
Kontrollraum des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.
Quelle: dpa

Die Zahl der Krebsfälle weltweit dürfte sich nach einer Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis 2040 fast verdoppeln. Das geht aus dem alle fünf Jahre erstellten Weltkrebsreport der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) hervor.

2018 erkrankten demnach weltweit 18,1 Millionen Menschen neu an Krebs, 9,6 Millionen Menschen starben daran. Im Jahr 2040 dürften etwa 29 bis 37 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken, berichtet die IARC zum Weltkrebstag an diesem Dienstag.

Forscher: Viele Krebserkrankungen sind vermeidbar

Auch der Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Michael Baumann, geht von einer solchen Entwicklung aus. Gründe seien die wachsende und älter werdende Weltbevölkerung, aber auch "Lebensstilfaktoren", sagte Baumann am Montag in Berlin. Für Deutschland erwarte man einen Anstieg der jährlichen Neuerkrankungen von derzeit 500.000 auf dann etwa 600.000 Fälle.

Baumann rief die Menschen zu einer gesundheitsbewussteren Lebensweise auf. "Nach heutigem Wissensstand könnte man, wenn man alles das einhält, was wir derzeit wissen, tatsächlich 40 Prozent der Krebserkrankungen durch primäre Prävention verhindern." Baumann nannte Punkte, die zwar viele Menschen wüssten, die aber trotzdem nicht gut umgesetzt würden:

  • Nicht rauchen
  • Kein Übergewicht
  • Körperliche Aktivität
  • Gesunde Ernährung
  • Wenig oder kein Alkohol
  • Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen nehmen, die gegen Krebserkrankungen empfohlen werden
Ein Mann joggt auf einer Landstraße.

Vorsorge hilft -
Krebs: Risiken minimieren
 

Krebs ist eine Volkskrankheit. Hunderttausende müssen jedes Jahr mit der Diagnose leben. Dabei kann man einiges zur Vorsorge tun. Ein Überblick.

Krebs zu überleben eine Frage des Wohlstands

In Deutschland überlebten derzeit 65 Prozent aller an Krebs erkrankten Menschen für mindestens fünf Jahre. Damit sei Deutschland zwar international weit vorn. Das bedeute aber auch, "dass 35 Prozent aller Mitbürger, die an Krebs erkranken, eben nicht fünf Jahre überleben".

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankt in Deutschland fast jeder Zweite an Krebs: Bei Frauen beträgt das Lebenszeitrisiko 42,6 Prozent, bei Männern 47,5 Prozent.

Krebs zu überleben sei auch eine Frage des Wohlstands, so die IARC, die zur WHO gehört. Sowohl Betroffene in ärmeren Ländern als auch ärmere Bevölkerungsschichten in reichen Ländern hätten geringere Überlebenschancen. Nach Angaben der Direktorin der Internationalen Agentur für Krebsforschung, Elisabete Weiderpass, führten Verbesserungen bei der Krebsbehandlung in den reichen Ländern im Zeitraum zwischen 2000 und 2015 zu einem 20-prozentigen Rückgang der Rate von Todesfällen. In den ärmeren Ländern sei hingegen nur eine fünfprozentige Verringerung erreicht worden. Überall auf der Welt müssten Krebspatienten von den Therapie-Verbesserungen "gleichermaßen profitieren", forderte sie.

Wie Kenia gegen den Gebärmutterhalskrebs kämpft

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Fast doppelt so viele Frauen wie in Deutschland sterben in Kenia an Gebärmutterhalskrebs, etwa neun Frauen pro Tag. Und das, obwohl die Krankheit oftmals besiegt werden könnte.

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Krebshilfe und Hautärzte fordern Solarienverbot in Deutschland

Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) fordern ein bundesweites Verbot von Solarien. Jährlich verursache der Gebrauch dieser Geräte europaweit bei etwa 3.400 Menschen schwarzen Hautkrebs. In etwa 800 Fällen führe das zum Tod, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung von Krebshilfe und ADP, die beide Organisationen einen Tag vor dem Weltkrebstag an diesem Dienstag veröffentlichten.

Jährlich erkranken nach Angaben der Krebshilfe etwa 37.000 Menschen in Deutschland an einem malignen Melanom, dem schwarzen Hautkrebs. Die IARC stuft sowohl die natürliche UV-Strahlung der Sonne als auch die künstlich erzeugte in Solarien in die höchste Risikogruppe der krebsauslösenden Faktoren ein.

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