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Kriminalstatistik : Mehr Missbrauch und häusliche Gewalt

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2020 haben Behörden deutlich mehr sexualisierte Straftaten gegen Kinder und Jugendliche ermittelt. Im ersten Shutdown stiegen auch die Fälle von Missbrauch und häuslicher Gewalt.

Entgegen einer allgemein abnehmenden Zahl von Straftaten wurden im Bereich der Kinderpornografie und anderer pornografischer Taten rund 54 Prozent mehr Fälle verzeichnet als im Vorjahr. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik 2020 hervor.

Der Bereich pornografischer Taten, zu dem auch Kinder- und Jugendpornografie zählen, bleibt nach Einschätzung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ein "großes Sorgenkind". Eine Ursache für die Zunahme der Fallzahlen sei die Aufhellung des Dunkelfeldes, erklärte er. Diese sei vor allem auf eine gute Zusammenarbeit mit Internetbeschwerdestellen in Deutschland und den USA zurückzuführen.

Wir bekommen jetzt, und da bin ich sehr dankbar, deutlich mehr Hinweise, als das früher der Fall war.
Horst Seehofer, Bundesinnenminister

Daraus ergäben sich häufig neue Ermittlungsansätze im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern, was ebenfalls zu einem Anstieg der Fallzahlen führe - mit zuletzt einem Plus von fast sieben Prozent.

Wir sehen mehr durch bessere Aufklärungsarbeit, Informationsarbeit, Ermittlungsarbeit als vorher.
Horst Seehofer, Bundesinnenminister

Forderung nach Aufklärung und höheren Stafen

Kinder müssten aber auch besser über mögliche Gefahren aufgeklärt werden, insbesondere bei der Nutzung Sozialer Medien.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach von einem "schrecklichen Ausmaß" der sexualisierten Gewalt gegen Kinder. "Wir handeln, um Kinder vor diesen entsetzlichen Taten zu schützen", sagte sie. So seien der Verfolgungsdruck und das Strafmaß erhöht worden. Auch die Prävention werde gestärkt.

Wir brauchen höchste Wachsamkeit und Sensibilität für Kinder, die gefährdet sind.
Christine Lambrecht, Bundesjustizministerin

Unter der Corona-Krise leidet auch die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen. Im Fall der Kinder- und Jugendhilfe kann das schwere Folgen haben.

Beitragslänge:
2 min
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Mehr häusliche Gewalt im ersten Lockdown

Das Bundeskriminalamt (BKA) verzeichnete nach Angaben seines Präsidenten Holger Münch im ersten Shutdown im vergangenen Frühjahr einen Anstieg bei häuslicher Gewalt von rund sechs Prozent und bei Partnerschaftsgewalt von rund vier Prozent. Weitere Indikatoren wie die Zahl der Anrufe bei Hilfetelefonen wiesen darauf hin, dass es sich dabei nur um einen Ausschnitt handele. Für den zweiten Shutdown seien noch keine statistischen Aussagen möglich. Eine detaillierte Auswertung zu Partnerschaftsgewalt legt das BKA im Herbst vor.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr bundesweit 5,3 Millionen Straftaten registriert - ein Rückgang von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2016 lag die Zahl der Fälle bei mehr als 6 Millionen.

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