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Umstrittene Vatikan-Entscheidung - Kritik am Nein zur Segnung Homosexueller

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Die Glaubenskongregation im Vatikan hat erklärt, dass Geistliche homosexuelle Paare nicht segnen können. Dafür gibt es scharfe Kritik, unter anderem von Katholiken aus Deutschland.

Papst Franziskus beim Gang in den Petersdom.
Nach dem Nein des Vatikan zur Segnung homosexueller Partnerschaften gibt es deutliche Kritik an der Entscheidung der Kirche.
Quelle: dpa (Archiv)

Die vatikanischen Glaubenskongregation hat entschieden, dass homosexuelle Partnerschaften nicht von der katholischen Kirche gesegnet werden können. Jetzt appellieren schwule und lesbische Katholiken an die deutschen Bischöfe, sich der Entscheidung aus Rom zu widersetzen.

Gebäude der Glaubenskongregation in Rom

Neue Erklärung - Vatikan: Keine Segnung homosexueller Paare 

Die Katholische Kirche darf homosexuelle Partnerschaften nicht segnen - das hat der Vatikan klargestellt. Gott "segnet nicht die Sünde", heißt es in einer Erklärung.

Homosexuelle Katholiken rufen zum Protest auf

"Wir fordern alle unsere katholischen Bischöfe in Deutschland auf, dem römischen Versuch des Ausschließens entgegenzutreten", sagte das Vorstandsmitglied der ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK), Thomas Pöschl, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Starrheit der römisch-katholischen Kirche habe diese "vor den Abgrund geführt, wo sie heute steht".

Vatikan: Segnung homosexueller nicht möglich

Am Montag hatte die Glaubenskongregation des Vatikans klargestellt, dass die katholische Kirche aus ihrer Sicht nicht befugt sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen. In dem sogenannten Responsum ad dubium (Antwort auf einen Zweifel) heißt es, Segnungen menschlicher Beziehungen seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei.

Unzulässig sei jede Segnungsform, die homosexuelle Partnerschaften anerkenne. Die christliche Gemeinschaft sei aber aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen zu respektieren.

Enttäuschung auch beim ZDK

Mit Enttäuschung reagierte auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, auf die Entscheidung aus Rom. Sie reihe sich ein in "eine Folge von Störungen des Synodalen Weges" - gemeint ist ein hierzulande laufender innerkirchlicher Reformprozess.

Auf diesem gemeinsamen Weg der deutschen Bischöfe und des ZdK werde die Segnung von Menschen weiter ein Thema sein, sagte Sternberg.

"Verheutigung" der katholischen Lehre

Nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern der Weltkirche werde über die Segnung gleichgeschlechtlicher Paarbeziehungen diskutiert. Eine "Verheutigung" der katholischen Lehre, wie sie Moraltheologen seit langem fordern, dürfe nicht einfach abgelehnt werden, sagte er.

Es müsse eine Weiterentwicklung der Lehre mit tragfähigen Argumenten geben. Das Zentralkomitee befürwortet schon seit längerem, Liebesbeziehungen von Homosexuellen zu segnen.

Kritik auch aus dem Ausland

Auch von Katholiken in anderen Ländern gibt es Kritik an der Entscheidung des Vatikan. Ross Murray von der amerikanischen Organisation GLAAD, die sich für Lesben und Schwule einsetzt, sagte, man müsse wieder bei Null anfangen.

"Die Fähigkeit für uns, unser Leben vollständig und frei zu leben, wird immer noch als Affront gegen die Kirche oder noch schlimmer als Affront gegen Gott angesehen, der uns geschaffen hat und uns kennt und liebt", heißt es in einem Tweet.

Unterstützung von Konservativen

Konservative begrüßten dagegen die Erklärung aus dem Vatikan. "Homosexuelle Verbindungen oder Ehen werden von der katholischen Kirche nicht anerkannt. Das ist nicht verhandelbar. Schluss, aus fertig", sagte der Präsident der in New York ansässigen katholischen Liga, Bill Donohue in einer Mitteilung des Verbandes.

Papst Franziskus am 21.10.2020  in der Halle Paul VI. im Vatikan

Katholische Kirche - Papst: Schutz homosexueller Partnerschaft 

Homosexuelle hätten ein Recht auf Familie, sagt der Papst. Daher spricht er sich für eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus - aber nicht für die Ehe Homosexueller.

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