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Kultur im Jemen - Kunst als Form des Protests

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Die Kulturszene des Jemens kämpft seit Jahren ums Überleben. Trotzdem finden die Kulturschaffenden Möglichkeiten sichtbar zu sein und den Menschen Hoffnung zu geben.

Jemen, Senaa: Ein Kind leuft an einem Graffiti vorbei. Archivbild
Street-Art ist im Jemen als Kunstform beliebt. (Archivbild)
Quelle: epa

Seit Beginn des Jemen-Konflikts vor sechs Jahren schrumpft die Kulturszene immer mehr. Mittlerweile kämpft sie ums Überleben und die Kulturschaffenden bemühen sich, dass sie nicht gänzlich ausstirbt.

Huthi-Rebellen finden Kunst "westlich"

Die Huthi-Rebellen stehen Kultur und Kunst sehr kritisch gegenüber, da sie diese als "westlich" ansehen. Die Restriktionen für Kulturschaffende sind unter der Herrschaft der Rebellen immer stärker geworden. So müssen sich beispielsweise Maler um eine Erlaubnis zum Malen bemühen und genau erklären, was sie malen wollen, bevor sie diese erhalten.

Auch Fotografen und Filmemacher sind betroffen. Hadil Almowafak, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Yemen Policy Centers erzählt:

Es ist wirklich gefährlich in den Straßen eine Kamera hochzuhalten, ohne direkt von der Miliz bedroht oder ins Gefängnis geworfen zu werden.
Hadil Almowafak, Yemen Policy Center

Das kulturelle Leben in den von der offiziell anerkannten Regierung geführten Bezirken gestaltet sich nicht weniger schwierig: Hier gibt es religiöse Gruppierungen, die sich aktiv gegen Kulturevents aussprechen und diese verhindern.

Im Jemen herrscht nach wie vor ein blutiger Bürgerkrieg. Jungs und Mädchen werden mitten am Tag erschossen. Ruweida hat überlebt – dank ihres tapferen Bruders.

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Street-Art wichtiger Teil der Kunst-Szene im Jemen

Die Kulturschaffenden bemühen sich trotz aller Restriktionen darum, gesehen zu werden. Der bekannte jemenitische Street-Art-Künstler Murad Subay beispielsweise initiierte die erste Street Art-Kampagne 2012: "Color the Walls of your street". "Subay hat normale Menschen über Social Media eingeladen mit ihm zu malen und startete so eine Art Kultur-Revolution", so Almowafak.

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In vielen jemenitischen Städten sind Kinder, Frauen, Männer, Ältere und Jüngere und sogar Soldaten seinem Aufruf gefolgt und bemalten Häuserfassaden. Bis heute ist Street Art ein wichtiger Teil des kulturellen Schaffens im Jemen. "Die Menschen äußern sich zu politischen Themen durch ihre Kunst", weiß Almowafak.

Lösungen durch fiktionale Literatur?

Der Verband jemenitischer Schriftsteller beispielsweise ist seit vielen Jahren nicht mehr sehr aktiv. Auch die Teilung des Landes in Nord und Süd durch die Huthi-Rebellen vereinfacht deren Lage nicht, denn "unsere Schriftsteller dürfen nicht mehr das Schreiben, was sie denken", weiß Abdulsalam Alrubaidi vom Yemen Policy Center.

Seit Jahren tobt im Jemen ein verheerender Krieg. Den Preis dafür zahlen laut UN-Generalsekretär Guterres die Kinder des Landes. Ohne humanitäre Hilfe seien ganze Familien zum Tode verurteilt. Doch jetzt, wo das Geld am dringendsten benötigt wird, ist …

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Aktuell blüht das Schreiben von Romanen im Jemen auf. "Die Autoren bemühen sich durch das Schreiben fiktionaler Bücher Lösungen für unser gespaltenes Land zu finden", erzählt Alrubaidi. Dabei spiegeln die Charaktere der Bücher die verschiedenen Strömungen des Jemen wider.

Online-Magazin als Plattform für Kulturschaffende

Darüber hinaus hat sich eine Diskussionskultur, die im privaten stattfindet, etabliert. "Da man nicht öffentlich über die Politik sprechen kann, treffen sich die Menschen zum Khat 'kauen' - einer Alltagsdroge - in einem Haus, vergleichbar mit einer deutschen Bar, und diskutieren dann privat über politische und gesellschaftliche Themen", erklärt Alrubaidi.

Auf einer Geberkonferenz hat Deutschland 200 Millionen Euro Nothilfe für den Jemen zugesichert. Die humanitäre Lage dort ist katastrophal.

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Viele Kulturschaffende nutzen die digitalen Möglichkeiten, um weiterhin sichtbar zu sein und ihrer Kunst nachgehen zu können. Im Netz ist auch das Online-Magazin "Al Madaniya" zu finden. "Bereits zu Zeiten, die von den Menschen als Frieden wahrgenommen wurden, hat die Kultur wenig Aufmerksamkeit bekommen", weiß Hamza Shiban, Chefredakteur von "Al Madaniya".

Hoffnung durch Kunst

Das Magazin wurde 2017 vom deutschen Außenministerium als geschützter Ort zum Publizieren für jemenitische Kulturschaffende gegründet.

Es ist ein Ort, an dem die Stimmen jemenitischer Künstler, Autoren, Schriftsteller gehört werden.
Hamza Shiban, Chefredakteur von "Al Madaniya"

"Al Madaniya" hat sich zu einem der führenden Kulturmagazine des Jemens entwickelt. Veröffentlicht werden Literatur, kulturelle Inhalte, Kunst, Videos, aber auch Themen zu Frauen und Gender-Fragen finden hier ihren Platz.

"Wir bemühen uns um Diversität und geben allen Kulturschaffenden die Möglichkeit bei uns zu publizieren, auch um die Kluft im geteilten Land zu überwinden", erzählt der Chefredakteur. Durch das Online-Magazin werden Autoren, Maler und Schriftsteller in und außerhalb des Jemens miteinander vernetzt.

Gerade für die Jemeniten ist es wichtig zu sehen, dass es weiterhin Kultur in ihrem Land gibt. "Es bringt Hoffnung zu den Menschen und das ist gerade in solchen Zeiten sehr wichtig", betont Hamza Shiban.

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