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Erstmalige Auszeichnung - Josef Schuster gewinnt Kulturpolitikpreis

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Der Präsident des Zentralrats der Juden hat den erstmalig verliehenen Deutschen Kulturpolitikpreis erhalten. Schuster warnte in seiner Rede vor Angriffen auf die Pressefreiheit.

Josef Schuster
Josef Schuster ist für sein kultur- und bildungspolitisches Engagement ausgezeichnet worden.
Quelle: dpa

Zur Verleihung des Deutschen Kulturpolitikpreises an Josef Schuster hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland die Verteidigung der Pressefreiheit gefordert. Zudem äußerte er sich zur Erinnerungskultur und zu der Debatte über die Verbrechen der Kolonialzeit.

Die Auszeichnung des Deutschen Kulturrates wurde erstmals verliehen. Sie war aus dem "Kulturgroschen" hervorgegangen, der seit 1992 für kulturpolitische Lebensleistungen vergeben wurde.

Dialogbereitschaft gewürdigt

Die undotierte Auszeichnung würdigt "das außerordentliche kulturelle wie kultur- und bildungspolitische Engagement und die stete Dialogbereitschaft mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, die die Präsidentschaft von Josef Schuster im Zentralrat der Juden auszeichnet".

Der Arzt ist seit 2014 Zentralratspräsident und zugleich Vizepräsident des World Jewish Congress und des European Jewish Congress. Seit 2020 ist er Mitglied im Deutschen Ethikrat.

Nach den Angriffen auf Synagogen zeigt sich der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, besorgt: "Wenn jüdische Gotteshäuser angegriffen werden, handelt es sich um reinen Antisemitismus."

Beitragslänge:
5 min
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Schuster: "Medien leisten aufklärerische Arbeit"

Schuster sagte laut Redemanuskript für Donnerstagabend:

Wir dürfen nicht zulassen, dass die Pressefreiheit von den Gegnern der Demokratie untergraben wird.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

Medien leisteten "sehr viel verantwortungsvolle und aufklärerische Arbeit". Medien würden jedoch "seit einigen Jahren systematisch schlecht geredet und angegriffen.

Das Rechtsaußen-Lager bezichtigt sie der Lüge oder fordert eine Gesinnungs-Überprüfung von Tagesschau-Redakteuren. Reporter werden auf Querdenker-Demos angegriffen".

Schuster übt Kritik an Kolonialzeit-Debatte

In der Debatte über die Verbrechen der Kolonialzeit forderte Schuster ein hohes Verantwortungsbewusstsein von Wissenschaftlern. Generell halte er es für "gut, dass in Deutschland seit einiger Zeit intensiver und selbstkritisch über die Kolonialzeit und deren Folgen debattiert wird." In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung werde allerdings verstärkt der Vergleich gezogen zur Aufarbeitung und Bedeutung der Schoah.

Nicht akzeptabel sei es, "wenn bei Postkolonialisten zwischen den Zeilen die Forderung nach einem Schlussstrich unter die NS-Zeit mitschwingt", sagte der Zentralratspräsident. Mitunter scheine dies der Fall zu sein, wenn der Vorwurf erhoben werde, die Deutschen beschäftigten sich zu viel mit der Schoah, die "so etwas wie einen Alleinvertretungsanspruch in unserer Erinnerungskultur" habe. Dann rücke die Debatte "in gefährliche Nähe zum sekundären Antisemitismus, bei dem uns Juden vorgeworfen wird, wir zögen Vorteile aus den Schuldgefühlen und dem schlechten Gewissen der Deutschen".

Wenn Wissenschaftler "von außen" über die deutsche Erinnerungskultur und den Umgang mit der NS-Zeit urteilen wollten, sollten sie beachten, in welchen aktuellen Kontext ihre Aussagen fielen, forderte Schuster. "Bei uns sitzen Abgeordnete im Deutschen Bundestag, die daraus sofort einen Freibrief zur Relativierung der NS-Verbrechen lesen." Zugleich sagte Schuster, er wolle keinem Wissenschaftler eine Nähe zu Rechtsextremisten unterstellen: "Das wäre völlig absurd."

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