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"Markus Lanz" - Kekulé warnt vor unsichtbarer Corona-Welle

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Das Finale der Pandemie rollt in Form eines "Herbstorkans" auf uns zu. Für den Virologen Alexander Kekulé drohen wieder landesweit Schulschließungen. Die Folgen: verheerend.

Alexander Kekulé zu Gast bei "Markus Lanz": "Die, die im Sturm stehen, sind die jungen Leute." Weitere Themen: Wahlkampf der FDP und deren Rolle bei der Bildung der nächsten Bundesregierung, Ghafaris Flucht aus Afghanistan

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Ein dramatisches Endspiel bahnt sich an in dieser Pandemie. Und das Coronavirus hat sich für seine letzte große Gegenoffensive nochmal eine besonders perfide Taktik einfallen lassen. Virologe Alexander Kekulé nutzte bei "Markus Lanz" zur Umschreibung dieser Lage Begriffe wie "Tarnkappenbomber", "unsichtbare Welle" und "Kollateralschäden".

Bis zu 50 Prozent aller Geimpften können sich noch infizieren

Entscheidend dabei: das Verhalten der Erwachsenen. In dieser Personengruppe sind mittlerweile etwa 80 Prozent geimpft und damit geschützt vor Tod und schweren Krankheitsverläufen. Aber, und das stellte Kekulé klar heraus, sie können das Coronavirus dennoch übertragen. Denn krank werden Geimpfte dem Virologen zufolge dennoch. Kekulé sprach davon, das sich maximal die Hälfte aller geimpften Personen noch mit Corona infizieren könne.

Lungenfunktionsstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme. Die WHO geht davon aus, dass in Deutschland rund 350.000 Menschen an den Spätfolgen von Covid 19 leiden könnten. Ein Problem mit Potential zur nächsten großen Volkskrankheit.

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Und gerade jetzt mache die Aufhebung der Maßnahmen Geimpfte unvorsichtiger. Erkältungssymptome würden nicht ernst genug genommen. Auf diese Weise werde die Gruppe der Geimpften zum Ansteckungsherd - zum Großteil für Kinder und Jugendliche. "Wir haben nicht nur die berühmte Welle der Ungeimpften, sondern auch eine nicht erkannte, unsichtbare Welle der Geimpften", stellte Kekulé klar. Und weiter:

Dieser Tarnkappenbomber ist sozusagen der, der die Inzidenz hochtreibt.
Alexander Kekulé, Virologe

Die Schule wird zum "Corona-Palast"

Das habe in der Folge schwerwiegende Konsequenzen für Kinder und Jugendliche. Der Virologe warnte vor "sekundären Kollateralschäden", die bei Kindern und Jugendlichen auftreten könnten. Nicht hervorgerufen durch das Virus, sondern durch die mit hohen Inzidenzen einhergehenden Maßnahmen. Etwa Schulschließungen. Denn: "Sie können keinen Eltern sagen: 'Da ist zwar gerade Corona-Palast, aber du musst dein Kind trotzdem hinschicken.' Das wird dann angesteckt", sagte Kekulé. Das gehe nicht.

Anders als bei Herpesviren oder Streptokokken, die zu Rheuma führen können, sei eine Erkrankung an Corona kein allgemeines Lebensrisiko, sondern in der Gefährlichkeit höher einzuschätzen. Denn im Gegensatz zu den bekannten Erregern könne bei Corona niemand die Langzeitfolgen einer Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen genau abschätzen. Auch wenn es gut aussehe, lasse sich eine Corona-Infektion somit nicht in Kauf nehmen. Kekulé weiter:

Das heißt, es wird dann Schulschließungen geben, wenn die Inzidenz hochgeht und wenn es Ausbrüche an Schulen gibt.
Alexander Kekulé

Inzidenzen bei Jugendlichen am höchsten

In NRW ist das schon Realität. Die Inzidenz unter den Fünf- bis 14-Jährigen ist hier bundesweit mit Abstand am höchsten und geht im Fall von Wuppertal hoch bis auf einen Spitzenwert von 775.
30.000 Schülerinnen und Schüler befinden sich in Quarantäne. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte die Lage in NRW bei Twitter als "stille Durchseuchung" der Kinder bezeichnet.

Kekulé stimmte dieser Aussage bei "Lanz" zu. Bei Kindern sei die Lage jetzt am schlimmsten. Der Virologe verwies mit Blick auf den Herbst auf eine neue Modellierung der Ständigen Impfkommission (Stiko), in der davon die Rede sei, dass man Anfang Oktober eine Inzidenz von 500 habe. "Das heißt, dass das Virus sozusagen in einem Herbstorkan unterwegs ist", so Kekulé.

Die Krankheitslast bei Erwachsenen werde man durch Impfungen wahrscheinlich abfangen. Auch an eine Überlastung der Intensivstationen glaube er nicht. "Das ist die gute Nachricht", sagte der Virologe. Aber:

Die, die im Sturm stehen, sind die jungen Leute.
Alexander Kekulé
Auf der Illustratioin ist eine Person zu sehen, die ein Schutzschild hält. Das Schutzschild ist zum Teil gerisssen, Coronaviren dringen durch das Schild.

Nachrichten | Politik - Infiziert trotz Corona-Impfung - Warum? 

Je mehr Menschen geimpft, desto mehr wird es auch zu Impfdurchbrüchen kommen. Hinzu kommen eine steigende Inzidenz und nachlassender Impfschutz.

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