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Corona-Auflagen - Literaturhäuser öffnen - mit neuen Formaten

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Die Literaturhäuser öffnen unter Corona-Auflagen wieder und starten ihr Herbstprogramm mit "hybriden Formaten". Es wird live vor Publikum gelesen - aber nicht nur.

Aus dem größten Lesefestival Thüringens soll in diesem Jahr das längste werden.
Lesefestival in Erfurt.
Quelle: imago/VIADATA

Leser wollen Literatur live erleben - doch auch die Literaturhäuser im deutschsprachigen Raum leiden unter den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Nach Monaten der Zwangsschließung gibt es im September wieder erste Veranstaltungen - mit neuen Konzepten, wie Hauke Hückstädt betont. Er ist Chef der Literaturhauses Frankfurt und Sprecher des Netzwerks der Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und Schweiz.

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Hauke Hückstädt, Literaturhaus Frankfurt

In ihrer Existenz bedroht seien die Literaturhäuser aber nicht - die meisten hätten Rücklagen, es seien auch keine Ausgaben wie Honorare angefallen. Geld fehle aber, weil man keine Einnahmen durch die Vermietung der Räume erzielen könne.

Häuser planen "hybride Formate"

"Es gibt keinen Anlass zur Sorglosigkeit", sagte Hückstädt zur Lage der Literaturhäuser im deutschsprachigen Raum, "aber es gibt sehr viel Kreativität." Die meisten würden mit "hybriden Formaten" in den Herbst starten. Gemeint sind Lesungen vor kleinem Publikum, die gegen Gebühr im Internet zu sehen sind.

"Endlich haben wir die Möglichkeit, hunderte, tausende Tickets zu verkaufen", betont Hückstädt die positive Seite. Bisher hält sich die Nachfrage aber in Grenzen: Im Vorverkauf liegt das Verhältnis zwischen Live-Tickets und Online-Tickets bei maximal vier zu eins. Durch die Auflagen für öffentliche Veranstaltungen ist auch die Zahl der Plätze im Saal stark beschränkt. In Frankfurt dürfen aktuell nur 50 von sonst knapp 200 Tickets verkauft werden.

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Das Literaturhaus Frankfurt öffnet am 1. September erstmals seit dem Frühjahr wieder seine Türen. Der erste Termin - eine Lesung mit Lutz Seiler aus seinem preisgekrönten Roman "Stern 111" - war schon ausverkauft, als das Herbstprogramm veröffentlicht wurde. Durch das Hybrid-Format werden die Lesungen anders aussehen, erklärt Hückstädt: "Man kann da nicht einfach nur eine Kamera mitlaufen lassen. Die Lesepassagen werden kürzer, der Gesprächsanteil größer. Der Moderator muss darauf eingehen, dass da draußen noch jemand ist."

Branche zeigt "hohe Solidarität"

In der Krise rücken die Literaturhäuser enger zusammen und entwickeln gemeinsame Projekte. Sie vergeben zum Beispiel den "Preis der Literaturhäuser" - 2020 an Marlene Streeruwitz. Das wichtigste Projekt dieses Herbstes heißt "Zweiterfrühling". Rund 100 Partner haben sich inzwischen der Initiative der Literaturhäuser angeschlossen.

Ziel ist es, dafür zu sorgen, "dass die große Vielfalt an Titeln in den Frühjahrsprogrammen der Verlage nicht übersehen wird", wie es im Aufruf von literaturhaus.net heißt.

Die Kampagne zeigt die hohe Solidarität der Literaturhäuser mit den Künstlern und Verlagsprogrammen.
Hauke Hückstädt, Literaturhaus Frankfurt
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