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Brisanter Stoff im Hafen: Suche nach Ursachen

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Nach Explosion in Beirut - Brisanter Stoff im Hafen: Suche nach Ursachen

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Nach der verheerenden Explosion in Beirut läuft die Suche nach der Ursache. Eine Untersuchungskommission soll innerhalb von fünf Tagen einen ersten Bericht vorlegen.

Zwei Tage nach der Katastrophe in Beirut gibt es bereits über 130 Tote und Tausende Verletzte. Nun suchen Helfer nach Überlebenden, denn etwa 100 Menschen werden noch vermisst.

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Mehr als 130 Tote, Tausende Verletzte, Teile der Metropole in Trümmern: Nach der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut gehen Ermittler dem Vorwurf der Fahrlässigkeit nach. Im Zentrum der Ermittlungen stehen die 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat, die jahrelang ohne geeignete Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert wurden. Nach Regierungsangaben war die Chemikalie explodiert - warum, ist noch unklar.

Die Chemikalienladung war 2013 von einem Frachtschiff beschlagnahmt worden. Sprengstoffexperten und Videomaterial legten nahe, dass der Stoff in Verbindung mit einem Feuer hochgegangen sein könnte, das in einer nahen Lagerhalle mit Feuerwerkskörpern ausbrach. Am Mittwoch ordnete die Regierung Hausarrest für eine nicht näher genannte Zahl von Hafenmitarbeitern an. Eine Untersuchungskommission der Regierung soll dem Kabinett innerhalb von fünf Tagen einen ersten Bericht vorlegen.

Korruption bei Zoll und Hafen

Der Hafen von Beirut und die Zollbehörde gelten als einige der korruptesten und lukrativsten Institutionen des Libanons. Zahlreiche Gruppierungen, Politiker und selbst die radikalislamische Hisbollah haben dort Einfluss.

Die Regierung rief einen zweiwöchigen Ausnahmezustand aus. Er gibt dem Militär in diesem Zeitraum volle Befugnisse. Die Ermittlung zu der Katastrophe werde transparent sein, versprach Präsident Michel Aoun. Die Verantwortlichen sollten zur Rechenschaft gezogen werden. "Es gibt keine Worte, um die Katastrophe zu beschreiben, die Beirut letzte Nacht getroffen hat."

Die verheerende Explosion in Beirut hat den Libanon erschüttert. Viele Fragen sind noch offen. ZDF-Nahost-Korrespondent Uli Gack mit einer Einschätzung der Lage.

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200 Meter großer Krater

Rund um den Explosionsort bot sich am Tag nach der Katastrophe ein Bild des Schreckens. Die Detonation riss einen Krater mit einem Durchmesser von rund 200 Metern in den Hafen, der sich mit Meerwasser füllte - als ob das Meer ein Stück des Hafens abgebissen und Gebäude verschluckt hätte. Von dem Komplex stieg noch immer Rauch auf.

Mit der Zerstörung seines wichtigsten Hafens stellt sich auch die Frage, wie der von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelte Libanon künftig versorgt wird. Hinzu kommt die Corona-Pandemie. Viele Menschen hatten bereits ihren Job verloren, Ersparnisse schrumpften aufgrund der Inflation.

300.000 Menschen verloren ihr Zuhause

Der finanzielle Schaden durch die Explosion wird mittlerweile auf zehn bis 15 Milliarden Dollar geschätzt. Beinahe 300.000 Menschen hätten ihr Zuhause verloren, sagte der Gouverneur von Beirut, Marwan Abboud.

Viele Menschen werden nach der Explosion noch vermisst. Angehörige baten über soziale Medien verzweifelt um Hilfe bei der Suche nach ihren Verwandten. Auf Instagram tauchte die Seite mit Vermissten auf, Radiomoderatoren verlasen die Namen von Verschwundenen und Opfern. Verletzte behandelten sich selbst, weil die Krankenhäuser überlastet waren. Ärzte baten die Bevölkerung um Blutspenden und Generatoren für Strom.

Ulrich Wagner, Regionalleiter des Deutschen Roten Kreuzes lebt in Beirut. Er beschreibt, wie er die Detonation in seiner Wohnung erlebt hat und welches Ausmaß die Katastrophe hat.

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Erste internationale Hilfslieferungen trafen ein. Etliche Länder waren den Hilferufen der Regierung gefolgt und hatten zugesagt, Flugzeuge mit Rettungs- und Fachkräften sowie medizinischen Gütern und Geld zu schicken. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron kündigte für heute einen Besuch in Beirut an.

Beirut steht unter Schock. Die Zahl der Toten stieg auf mindestens 100, wie das libanesische Rote Kreuz erklärte. Etwa 4000 Menschen wurden verletzt.

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