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Vor England-Deutschland-Spiel - Unmut statt Euphorie in London

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Von Fußball-Euphorie ist in der britischen Hauptstadt weiter kaum eine Spur. Stattdessen wächst der Unmut über die Corona-Politik der Regierung.

In Großbritannien macht die Delta-Variante des Coronavirus mittlerweile 95 Prozent der Infektionen aus. Trotzdem finden in Wembley EM-Spiele vor zehntausenden Zuschauern statt.

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Londons Straßen am Wochenende waren voll. Aber nicht voller Fußball-Fans. Trotz des am Samstagabend ausgetragenen Achtelfinals Italien gegen Österreich im Wembley Stadion. Die Menschenmassen, die sich durch die britische Hauptstadt bewegen, protestieren. Gegen die Maßnahmen der Regierung.

Der Unmut der Bevölkerung wächst

Hauptgrund der Proteste: die Corona-Politik. Viele fühlen sich unfair behandelt und haben das Gefühl, dass die Regierung vielerorts mit zweierlei Maß misst. Was die Ausnahmen von den Regeln einerseits und die Durchsetzung der Regeln andererseits betrifft.

Gesundheitsminister Matt Hancock beispielsweise trat am Samstag von seinem Amt zurück: Er hatte bei einem Tête-à-tête mit einer engen Beraterin gegen die Corona-Regeln verstoßen.

Empörung löst auch die hohe Zahl zugelassener Zuschauer bei den K.O.-Spielen der Fußball-EM im Wembley Stadion oder dem heute beginnenden Tennistunier in Wimbledon aus. "Warum dürfen dort so viele hin und wir müssen immer noch auf andere große Konzerte und Veranstaltungen verzichten?" Eine Frage, die man in Londons Straßen immer öfter zu hören bekommt.

Seit Beginn der Fußball-EM stecken sich in Großbritannien mehr Männer mit dem Coronavirus an als Frauen. Besonders die jüngeren, nicht vollständig Geimpften.

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All diese großen Sportevents sind Testevents. Bei denen herausgefunden werden soll, wie Großveranstaltungen wieder sicher stattfinden könnten. Die Masse an Zuschauern aber, die dabei zugelassen wird, stößt auf Unverständnis.

Erst recht hinsichtlich der weiter steigenden Infektionszahlen im Land. Beim EM-Finale im Wembley könnten - auch nach Drängen der UEFA - über 60.000 Fans im Stadion sein.

Richtwerte für Maßnahmen unklar

"Wir richten uns nach den Daten der Wissenschaft" ist das Mantra, mit dem Premierminister Boris Johnson seit Wochen Regelungen begründet. Am Beispiel der Reiseregeln wird aber klar, wo das Problem liegt: Welche Daten es genau sind und ab welchen Grenzwerten Änderungen möglich sind, wird nicht klar kommuniziert. Auch nicht, welche anderen Überlegungen eine Rolle spielen. Das produziert Unmut.

Warum EU-Länder wie Deutschland weiter nicht auf der Grünen Liste für eine quarantänefreie Einreise stehen - bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn und steigender Impfquote -, bleibt so beim reinen Blick auf die Daten undurchsichtig.

Wahrscheinlicher ist, dass neben den Daten auch Überlegungen in Betracht gezogen werden, wie eine hohe Reisetätigkeit zu den Finalspielen der EM verhindert werden kann.

Geringe Erwartungen vor dem Spiel gegen Deutschland

Das alles trübt die sowieso eher verhaltene EM-Stimmung in England. Auch vor dem historischen Duell der Engländer gegen die Deutschen am Dienstagabend. Vielleicht würde der erste Sieg der "Three Lions" gegen die deutsche Nationalmannschaft in einem K.o.-Spiel bei einem großen Turnier seit dem WM-Titel 1966 etwas daran ändern.

Dass das gelingt, glauben aber die wenigsten englischen Fans, wenn man sie darauf anspricht. Der Respekt vor dem Angst-Gegner Deutschland ist groß. Sollte das scheinbar Unmögliche jedoch wahr werden, wird die Freude umso größer sein.

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