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Staatsanwalt: Loveparade-Prozess einstellen

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Corona-Pause führt zu Verjährung - Staatsanwalt: Loveparade-Prozess einstellen

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Der Loveparade-Strafprozess soll eingestellt werden. Der Leitende Oberstaatsanwalt in Duisburg stimmte einem entsprechenden Vorschlag zu. Auch die Angeklagten müssen zustimmen.

Gedenken an Opfer des Loveparade-Unglücks in Duisburg
Jährlich wird in Duisburg der Opfer des Loveparade-Unglücks von 2010 gedacht.
Quelle: dpa

Die Duisburger Staatsanwaltschaft hat der Einstellung des Loveparade-Prozesses zugestimmt. Unter Berücksichtigung der Gesamtumstände sei dies nunmehr vertretbar, obwohl sich der Tatverdacht gegen die Angeklagten nach vorläufiger Bewertung bestätigt habe, teilte die Behörde am Freitag mit. Ob auch die drei Angeklagten der Einstellung zustimmen, ist noch unklar.

Das Duisburger Landgericht schlug Anfang vergangener Woche die Einstellung des Verfahrens gegen noch drei der ursprünglich sieben Angeklagten vor. Mit einer solchen Einstellung wird das Strafverfahren ohne Schuldspruch beendet. Die Staatsanwaltschaft erklärte jetzt:

Angesichts der schweren Folgen der Tragödie - 21 Tote, mehr als 650 Verletzte - und des damit verbundenen Leids ist uns diese Entscheidung nicht leicht gefallen.
Oberstaatsanwalt Duisburg
Loveparade-Prozess: Blick in den Verhandlungssaal. Archivbild
Loveparade-Prozess: Blick in den Verhandlungssaal. Die Hauptverhandlung hatte 2017 begonnen.
Quelle: Federico Gambarini/dpa

Staatsanwaltschaft sah drei Ursachen für Loveparade-Unglück

Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie sei nicht absehbar, wann und wie die derzeit unterbrochene Verhandlung fortgesetzt werden könne, teilte das Gericht mit. Ab dem 27. Juli wäre der Vorwurf der fahrlässigen Tötung aber verjährt. Die Hauptverhandlung hatte im Dezember 2017 begonnen.

Die entscheidenden Ursachen des Unglücks seien nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft mit hinreichender Sicherheit ermittelt worden. Sie lägen in:

  • der fehlerhaften Einschätzung der Eignung des Veranstaltungsplatzes
  • der fehlenden Eignung des Veranstaltungskonzeptes für die erwarteten und eingetretenen Besucherzahlen und
  • in einer fehlerhaften Steuerung der Besucherströme am Tag der Loveparade, nicht zuletzt aufgrund mangelnder Kommunikation.

Tatverdacht gegen drei Angeklagte bestätigt

Das Gericht denkt an die Einstellung des Loveparade-Prozesses.
Über eine Einstellung des Loveparade-Prozesses wurde bereits seit Monaten nachgegedacht.
Quelle: Roland Weihrauch/dpa

In ihrer Erklärung, die dem ZDF vorliegt, betont die Staatsanwaltschaft aber auch, dass sie selbst, sowie das Gericht, aufgrund von Beweisen und den Ausführungen des Sachverständigen davon ausgehe, dass sich der Tatverdacht gegen die drei Angeklagten bestätigt habe.

Abgesehen von der Verjährungsproblematik sei daher ein Tatnachweis in der Hauptverhandlung wahrscheinlich gewesen.

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