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Welt-Malaria-Tag - Chance auf Durchbruch bei Malaria-Impfung

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Malaria gehört zu den häufigsten und gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Jahrzehntelang suchte man nach einem wirksamen Impfstoff – nun gibt es Grund zur Hoffnung.

Verbreiter der Malaria-Erkrankung: «Anopheles gambiae».Archivbild
Malaria wird durch die Anophelesmücke übertragen.
Quelle: Stephen Morrison/EPA FILE/dpa

Von 7,7 Milliarden Menschen weltweit leben mehr als drei Milliarden in Gebieten, die auch Anophelesmücken ihr Zuhause nennen. Die weiblichen Mücken übertragen Malaria, eine der häufigsten und gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. 2019 starben mehr als 400.000 Menschen an ihr - zwei Drittel von ihnen Kinder unter fünf Jahren.

Hohe Wirksamkeit bei Impfstoff der Universität Oxford

Am Freitag meldeten Forscher vom Jenner-Institut der Universität Oxford nun einen Erfolg: In einer klinischen Studie habe ein Impfstoff-Kandidat gegen Malaria bei Kleinkindern eine Wirksamkeit von 77 Prozent gezeigt.

Im Rahmen der Studie seien im Jahr 2019 Kleinkinder in Burkina Faso mit der Vakzin R21/Matrix-M geimpft und ein Jahr lang beobachtet worden. Ernsthafte Nebenwirkungen seien nicht festgestellt worden. Mit 450 Kindern war die Phase-II-Studie allerdings relativ klein. Eine größer angelegte Phase-III-Studie soll nun in mehreren afrikanischen Ländern folgen.

Sollte sich die Wirksamkeit in der nächsten Phase bestätigen, wäre das ein Meilenstein.

Indien, Indonesien und Subsahara-Afrika besonders betroffen

In Teilen Indiens, Indonesiens und in Subsahara-Afrika ist das Risiko besonders hoch an Malaria zu erkranken - und die Gesundheitsversorgung oft schlecht.

In den betroffenen Ländern mangelt es an Intensivmedizin. Da müssen andere Wege gegangen werden, um die Bevölkerung zu schützen.
Thomas Jacobs, Immunologe am Bernhard-Nocht-Institut

Fieberschübe, Kopf- und Gliederschmerzen sind häufige Symptome. Manchmal nisten sich Malaria-Erreger auch in den Blutgefäßen des Gehirns ein. Das kann bei Kindern eine lebensbedrohliche Gehirnentzündung verursachen. "Bei schwerer Malaria können wir antiparasitär behandeln, aber die Gehirnentzündung können wir nicht beeinflussen", sagt Thomas Jacobs, Immunologe am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. 

Es könnte die Wende im Kampf gegen Malaria sein. Im Labor der Universität Pretoria konnte die übertragbare Form des Malaria-Parasiten gestoppt werden.

Beitragslänge:
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Noch viele Fragen offen

Jacobs beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Malaria. Am Anfang wollte er vor allem verstehen, wie eine T-Zelle auf Malaria reagiert. Heute will er einen Beitrag leisten, um eine armutsassozierte Krankheit zu bekämpfen.

Noch immer gibt es viele Fragen, auf die Wissenschaftler wie Jacobs Antworten suchen.

Wir haben Malaria noch nicht vollständig verstanden. Es gibt noch blinde Flecken, deshalb müssen wir auch weiter Grundlagenforschung betreiben.
Thomas Jacobs, Immunologe am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg

Beginn der Malaria-Forschung in den 80er Jahren

In den späten 80er Jahren begann man, an dem Malariaimpfstoff RTS,S zu forschen. "Es wurde jahrelang mit viel Aufwand getestet. Doch leider sind die erhofften Erfolge nicht eingetreten." Die Wirksamkeit direkt nach der Impfung sei hoch, doch nehme schnell wieder ab. Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angestrebte Wirksamkeit von mindestens 75 Prozent wurde längst nicht erreicht.

"Zwischen Anwendung und Zulassung vergingen 30 Jahre. Damit ist die wissenschaftliche Grundlage, auf der die Impfstoffforschung basiert, ziemlich veraltet."

Geringe Ressourcen bei Forschung an tropischen Krankheiten

Auch wenn nun ein wirksamer Impfstoff gefunden scheint, beklagt Jacobs die geringen Ressourcen, mit denen weltweit an tropischen Krankheiten geforscht wird.

In Deutschland gibt es nur ein einziges Zentrum, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus. "Vergleicht man das etwa mit der Krebsforschung, wird deutlich, wie verschwindend gering der Anteil ist."

Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung

Neben der Laborarbeit brauche es zudem Soziologen und Ethnologen, die dafür sorgen, dass die Informationen und Behandlungsmethoden bei den Menschen ankommen. An der Bereitschaft, sich behandeln und impfen zu lassen, scheitere es nicht.

"Meiner Erfahrung nach, ist die Impfbereitschaft in Subsahara-Afrika sehr groß. Die Menschen sind mit den Krankheiten in Kontakt. Sie sehen, wie ihre Kinder erkranken. Das erhöht die Bereitschaft, sich zu impfen und auch die Forschung zu unterstützen."

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