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Politischer Fußball - Regenbogenfarben verboten: Vorlage für Orban

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Die UEFA will nicht, dass die Allianz-Arena beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben strahlt. Die Aktion sollte ein Zeichen für Toleranz und Gleichstellung sein.

Markus Lanz vom 22. Juni 2021:  Markus Lanz, Tobias Hans, Christina Berndt, Lucas Vogelsang, Robin Alexander
Markus Lanz, Tobias Hans, Christina Berndt, Lucas Vogelsang, Robin Alexander
Quelle: ZDF/Cornelia Lehmann

Der Autor und Sportjournalist Lucas Vogelsang zeigte sich am Dienstagabend bei Markus Lanz erfreut darüber, dass der europäische Fußball politischer geworden ist: "Er ist deshalb noch politischer geworden, weil die Politik Ideen in den Fußball getragen hat, die gut sind. Die vor dem Hintergrund entstanden sind, dass vor einer Woche in der ungarischen Regierung ein Gesetz verabschiedet wurde, das weiterhin Rechte von Homosexuellen und Transgendern einschränkt".

Die Politiker in München haben ein Zeichen setzen wollen, um sich mit der LGBTQ-Community in Ungarn zu solidarisieren, so der 35-Jährige. Dass die Allianz-Arena beim EM-Spiel am Mittwoch nicht in Regenbogenfarben erstrahlen wird, bedauerte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU):

Ich hätte das gut gefunden.
Tobias Hans, Ministerpräsident Saarland

Hans weiter: "Wichtig ist, dass das Zeichen gesetzt ist und sich in Deutschland ganz viele dahinter versammeln und sagen: Wir wollen eintreten gegen Einschränkungen von Rechten von Homosexuellen, Transgendern und nichtbinären Personen."

UEFA scheut Politikum

Lucas Vogelsang versuchte die Gründe der UEFA-Entscheidung zu erläutern: "Der ganze Monat Juni ist der Pride Month. Es geht um die Solidarisierung mit der LGBTQ-Community in Europa."

Ausgerechnet beim Spiel gegen Ungarn die Arena in Regenbogenfarben erstrahlen lassen zu wollen, sei die Grundlage dafür gewesen, dass die UEFA die Idee als politisches Signal werten konnte.

Wir machen daraus ein Politikum. Wir instrumentalisieren den Fußball, dieses Ereignis, dieses Spiel gegen Ungarn.
Lucas Vogelsang, Autor

"Anstatt es schon an den Spieltagen vorher gemacht zu haben, machen wir es nur an dem einen als Reaktion auf das, was in Ungarn passiert", so Vogelsang. Man habe der UEFA damit als Steilvorlage den roten Teppich ausgerollt.

"Damit hatte die UEFA viele Argumente auf ihrer Seite, auch wenn ich diese Entscheidung null unterstütze", bedauerte der Autor.

Die UEFA hat Münchens Antrag auf eine Arena in Regenbogenfarben zum Spiel Deutschland - Ungarn abgelehnt. Begründung: Der Antrag habe einen politischen Kontext.

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Kein harter Schlag für Victor Orban

Der Journalist Robin Alexander eröffnete einen weiteren Punkt der Debatte bei Markus Lanz: "Hier sitzt ein CDU-Ministerpräsident, der sagt, das sei ein Zeichen, dass wir für die Rechte von Homosexuellen eintreten." Das Recht der Ehe für alle gäbe es in Deutschland aber erst seit 2017, so der 46-Jährige.

Alexander setzte zur Offensive an: "Die Mehrheit der CDU-Abgeordneten im Bundestag hat dagegen gestimmt." Und: "Um es nur anzudeuten, ist die Entwicklung der CDU zum Pride eine historisch sehr junge."

Politische Doppelbödigkeit?

Alexander deutete eine Doppelbödigkeit an: "Mir kommt es so vor, dass die Leute, die sich sehr schwer getan haben, dafür zu stimmen und die Hand zu heben, sehr schnell damit sind, auf Andere zu zeigen."

Zudem sei es für Orban "kein harter Schlag ins Kontor", so der 46-Jährige. Im Gegenteil:

Das ist eine Steilvorlage für Orban. Wenn ihm der Gefallen getan wird, dass man ihn ausbuht, wird das in Ungarn in den staatlichen Medien rauf und runter laufen.
Robin Alexander, Journalist

Die ungarische Regierung nutze die Vorstellung, Europa wolle ihnen aufzwingen, ihre Gesellschaft zu verändern.

Es geht um europäische Werte

Lucas Vogelsang verdeutlichte seinen Standpunkt: "Wir haben ein paneuropäisches Turnier. In dem Moment ist die Allianz-Arena – die UEFA ist Hausherr an diesem Abend – ein europäisches Stadion.

Bei dieser EM geht es um europäische, westliche und demokratische Werte. Dann wären die Regenbogenfarben nicht nur eine deutsche, sondern eine gesamteuropäische Idee."

FAQ

Fußball-EM - Regenbogen-Arena - Was, wenn München sich der UEFA widersetzt? 

Warum muss München die UEFA fragen, wenn sie die Allianz Arena bunt anleuchten will? Und welche Sanktionen drohen bei Verstößen? Fragen an einen Sportrechtler.

von Katja Belousova
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