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Maskenpflicht : Uneinigkeit in Debatte über Lockerungen

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Politiker von Union und Grünen und Pflegeverbände warnen vor einer schneller Aufhebung der Maskenpflicht. Hotel- und Gaststättenverband und Intensivmediziner begrüßen Lockerungen.

Ein Schild in einer Fußgängerzone in Emden weist auf die bestehende Maskenpflicht hin. Mögliche Lockerungen bei der Maskenpflicht werden in Deutschland kontrovers diskutiert.
Lockerungen bei der Maskenpflicht werden kontrovers diskutiert.
Quelle: Sina Schuldt/dpa

In der Debatte über Lockerungen bei der Maskenpflicht haben sich Politiker von Union und Grünen im Bundestag skeptisch geäußert. Dehoga und Intensivmediziner hingegen stehen einer Lockerung der Maskenpflicht positiv gegenüber.

"Zwar sinken die Inzidenzen, die pandemische Situation entspannt sich. Allerdings ist die Gefahr des Coronavirus angesichts der ansteckenderen Virusmutationen noch nicht gebannt", sagte der stellvertretender Vorsitzender der CSU/CSU-Fraktion im Bundestag, Stephan Stracke (CSU), der "Welt". Stracke fügte hinzu:

Wir sollten deshalb weiter vorsichtig und umsichtig handeln. Mit diesem Kurs haben wir die dritte Welle erfolgreich gebrochen.
Stephan Stracke, CSU

Die Maske sei neben der Impfung ein effektives Instrument im Kampf gegen Corona. "Deshalb warne ich vor einer vorschnellen Aussetzung der Maskenpflicht", sagte Stracke.

Maske als Schutz für nicht vollständig Geimpfte

Auch die Grünen-Expertin Kordula Schulz-Asche mahnt weiter zur Vorsicht. "Das Abstandhalten und das Tragen einer Maske in bestimmten Situationen sind moderate Mittel, um gerade diejenigen zu schützen, die noch keinen vollständigen Impfschutz haben", sagte die Berichterstatterin für Infektionsschutz in der Grünen-Bundestagsfraktion der "Welt".

Lockerungen in Pflegeeinrichtungen "mit Augenmaß"

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, warnt vor einer übereilten Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen in Betreuungseinrichtungen. "Wenn wir jetzt die Bremse ganz loslassen, kann es sein, dass wir wieder von der Straße in Richtung Normalität abkommen", sagte Westerfellhaus den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Westerfellhaus sagte zur Begründung, nicht alle Pflegekräfte, Bewohner und Besucher seien geimpft. Lockerungen in Pflegeeinrichtungen wie etwa die Aufhebung der Maskenpflicht müssten daher "mit Augenmaß erfolgen".

Verband der Pflegeberufe: Noch kein Normalzustand

Auch der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte anhaltende Vorsichtsmaßnahmen, zugleich aber auch bessere Bedingungen für Pflegebedürftige in den Einrichtungen.

Der Vizepräsident des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Stefan Werner, sagte, trotz rückläufiger Inzidenzen sei in den Pflegeeinrichtungen noch keine Rückkehr zum Normalzustand möglich.

Gaststättenverband: Ansteckungsgefahr draußen "gen Null"

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) indes nimmt die Debatte über die generelle Aufhebung der Maskenpflicht positiv auf. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Bundesverbandes, sagte der Zeitung "Rheinische Post":

Es ist richtig und konsequent, dass die Maskenpflicht auf den Prüfstand kommt, denn die Inzidenzzahlen sinken und die Impfquote steigt.
Ingrid Hartges, Dehoga-Bundesverband

Insbesondere an der frischen Luft tendiere die Ansteckungsgefahr auch laut führender Aerosolforscher gen Null, so Hartges.

Intensivmediziner: Drinnen weiter Maske

Die Intensivmediziner stehen einer Lockerung der Maskenpflicht ebenfalls positiv gegenüber, wollen aber das Tragen von Masken in Innenräumen beibehalten.

"Generell spricht nichts dagegen (...) Es sind immer mehr Menschen bereits ein- oder zweimal geimpft", sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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