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"Saarstronaut" Matthias Maurer - Countdown für den nächsten Deutschen im All

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Matthias Maurer folgt auf "Astro-Alex": In 45 Tagen startet seine Mission "Cosmic Kiss" zur ISS. Vorher hat der 51-Jährige ein letztes Mal seine saarländische Heimat besucht.

Einfach ein guter Kumpel sei er, der Matthias. Sagen seine Freunde. Noch einmal besucht Matthias Maurer, Doktor der Materialwissenschaft und ESA-Astronaut, seine saarländische Heimat. Dort ist er mittlerweile ein Star. In 8 Wochen geht’s zur ISS.

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Von der Bushaltestelle in Oberthal Gronig im Saarland lacht sein überlebensgroßes Portrait. Der kleine Ort ist im Maurer-Hype. Der nächste Mann im All kommt nämlich aus ihrem Dorf.

Heute schlendert der echte Matthias Maurer an seinem eigenen Foto vorbei. Gleich dahinter: das alte Jugendzentrum, dort warten Andi und Thomas, seine Freunde, mit denen er hier früher wilde Rockmusik-Partys gefeiert hat.

"Das ist Musik die auch gut zum Raketenstart passt", sagt er und lacht. Es ist sein letzter Tag in der Heimat. Einmal noch Tschüss sagen. 

Sie können mich im All nicht erreichen, die Nasa blockt alle Anrufe. Aber ich kann mich melden. Ich habe ein Telefon dort oben, ich werde mich melden.
Matthias Maurer, angehender Astronaut

"So ist er eben, der Matthias, einfach ein guter Kumpel. Das war er früher schon und das ist auch so geblieben", sagt Jugendfreud Andi Ost. Dann sprechen sie über die gemeinsamen Spieleabende, die immer noch dazu gehören, wenn man sich trifft.

Jahre hartes Training für den Weg ins All

Fünf Jahre haben die Vorbereitungen gedauert: Astronauten-Grundausbildung, Überlebenstraining. Für einen Außenbordeinsatz trainierte er in einem 200 Kilogramm schweren Raumanzug unter Wasser.

"Man muss ja aussteigen auf der Raumstation und immer an zwei Stellen gesichert sein, wie ein Bergsteiger […]."

Wenn man den Kontakt zur Station verliert, dann ist man Weltraumschrott.
Matthias Maurer, angehender Astronaut

"Solche Trainingseinheiten sind nicht nur körperlich sehr anstrengend. Sie sind auch mental total belastend", so Maurer.

"Als Astronaut braucht man einen langen Atem", sagt Matthias Maurer im ZDF-Interview. Im Fernsehen hat er 2008 von der Stellenausschreibung gehört. Noch hat der neue ESA-Astronaut keine konkrete Mission.

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Auf das Zusammenleben auf engstem Raum in der ISS hat er sich mit seiner Crew psychologisch vorbereitet. "Wir haben gemeinsam unter Tage ein Höhlentraining gemacht. Da musste man Bergsteigen und wissenschaftliche Experimente machen - in ständiger Dunkelheit. Der Biorhythmus kommt total durcheinander. Da lernt man auch unter Stress gut zusammenzuarbeiten."

Weihnachtsessen bei Maurer mit an Bord

Matthias Maurer ist Doktor der Materialwissenschafften. Im All wird er weit über Hundert Experimente durchführen. Einige hat er mit seinem früheren Professor Frank Mücklich aus Saarbrücken gemeinsam entwickelt. Er wird einen Speziallöffel dabei haben, beschichtet mit einem Metall, das mit Lasern bearbeitet wurde, um Bakterien abzuweisen.

Damit werden die Astronauten auch das eigens für die Mission kreierte Menü aus dem Saarland essen: Wildragout mit Rahm-Wirsing und "Hoorische" (saarländische Kartoffelklöße) steht Weihnachten fest auf dem Speiseplan. So verbinden sie Wissenschaft mit dem saarländischen Motto: "Hauptsach gudd gess."

Das Gewinner-Menü für den Weltraum.

Menü für den Weltraum - Rehragout fliegt mit ins All 

Der aus dem Saarland stammende Astronaut Matthias Maurer fliegt Ende 2021 ins All - und zwar mit einem kulinarischen Care-Paket aus der Heimat.

Schmutzwäsche - verglüht im All

"Ich bin selbst aber auch Versuchskaninchen. Die Schwerelosigkeit hat Auswirkungen auf den Körper. Das Immunsystem wird schwächer, die Keime werden aggressiver. Man kann an Astronauten im Zeitraffereffekt erkennen, welche Krankheiten oder Abläufe im Körper passieren. Diese Erkenntisse können wir übertragen, um gewisse Krankheiten auf der Erde dann besser zu behandeln."

Schnarcht man im All? Wie wird dort Schmerz empfunden? Der Astronaut hat viele Fragen. Eine aber gehört nicht dazu: Was ziehe ich heute an? "Wir haben da oben keine Waschmaschine. Jedes T-Shirt trägt man sechs Tage, dann wird es für Sport verwendet, und dann kommt es in eine Kapsel und wird zurückgeschickt und verglüht. Wenn man also eine Sternschnuppe sieht, ist es vielleicht einfach nur die Wäsche vom Matthias."

Vorfreude auf die Welt von oben überwiegt

Dann fährt er ins Nachbardorf, dort haben sie in einer Scheune ein Weltraumlabor eingerichtet. Abschiedsparty mit Ministerpräsident, Landrat und Bürgermeister. Alle wollen sich persönlich verabschieden, von "ihrem" Saar-Astronauten. Maurer nimmt sich Zeit für alle. Auch für die Jugendlichen mit Behinderung, die heute zu einem Workshop da waren.

"Hast Du eigentlich keine Angst?", fragt ihn einer. "Dann hätte ich den falschen Job", sagt Maurer, lacht und erklärt, worauf er sich besonders freut: die 16 Sonnenauf- und untergänge, auf diesen einmaligen Blick auf die Welt von oben. Und unten wird man gebannt auf die Sternschnuppen schauen, sie könnten schließlich "Made im Saarland" sein.

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