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Vernachlässigte Nachrichten : Soziale Themen kamen 2021 in Medien zu kurz

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Die Abschaffung kostenloser Schulbücher oder pflegende Kinder: Soziale Themen sind 2021 in den deutschen Medien zu kurz gekommen, stellt die Initiative Nachrichtenaufklärung fest.

Jobcenter müssen bei Hartz IV für Schulbücher zahlen.
Die Jury der Initative Nachrichtenaufklärung nannte die Abschaffung von kostenlosen Lehrmaterialien das "vergessene Topthema des Jahres".
Quelle: Holger Hollemann/dpa

Medien in Deutschland haben nach Angaben der Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) auch im vergangenen Jahr wichtige Themen nicht aufgegriffen. Als vergessenes Topthema kürte die Jury die Abschaffung kostenloser Lernmaterialien, wie die INA und der Deutschlandfunk am Freitag in Köln bei der Vorstellung ihrer "Top Ten" der vergessenen Nachrichten mitteilten.

Die sogenannte Lernmittelfreiheit, die vor allem kostenlose Schulbücher umfasst, gebe es bereits in vier Bundesländern gar nicht mehr. INA-Geschäftsführer Hektor Haarkötter sagte:

Eine Internet-Plattform hat ausgerechnet, dass dort im Laufe eines Schülerlebens Kosten in Höhe von mehr als 20.000 Euro auflaufen - im Vergleich zu solchen Bundesländern, wo es noch eine Lernmittelfreiheit gibt.
INA-Geschäftsführer Hektor Haarkötter

An deutschen Schulen herrscht vielerorts ein Mangel an Lehrkräften - nicht erst seit Corona. Einer Studie zufolge wird sich das Problem künftig massiv verschärfen.

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Initiative Nachrichtenaufklärung: Medien vergessen wichtige Themen

Der wirtschaftliche Druck auf die anderen Bundesländer, die Mittel für Schulbücher und andere Lernmaterialien ebenfalls zu kürzen, steige. Haarkötter betonte:

Wir sind der Meinung, dass über diesen Punkt, weil er so unfassbar viele Menschen in Deutschland ganz massiv angeht, sehr viel mehr berichtet werden sollte.
Hektor Haarkötter, Geschäftsführer der Initiative Nachrichtenaufklärung

Die INA stellt einmal jährlich gemeinsam mit der Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks eine "Top Ten" von medial vernachlässigten Themen zusammen.

Platz zwei der vergessenen Nachrichten: Menschen ohne Krankenversicherung

Auf Platz zwei der Liste wählte die Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten in Deutschland lebende Personen ohne Krankenversicherung. Davon betroffen seien beispielsweise ehemalige Selbstständige und Einwanderer. "Besonders in Zeiten einer weltweiten Pandemie ist der Versicherungsschutz von hoher Wichtigkeit für jeden Menschen", erklärte die Initiative.

Obwohl es in Deutschland eine Versicherungspflicht gibt, waren 2019 laut Statistischem Bundesamt 61.000 Menschen ohne Krankenversicherung.

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Auch pflegende Kinder seien in den Medien vergessen worden

Auf dem dritten Platz landete das Thema pflegende Kinder und Jugendliche. In Deutschland seien eine halbe Million Kinder und Jugendliche an der Pflege ihrer Angehörigen beteiligt, erklärte die Initiative. Damit leisteten sie einen enormen Dienst für die Gesellschaft.

In der öffentlichen Diskussion würden sie jedoch kaum wahrgenommen. "Die fehlende Thematisierung und das Fehlen einer Interessensvertretung der Pflegenden birgt das Risiko eines Zusammenbruchs des deutschen Pflegesystems", warnte die Initiative. Das Thema sei vor wenigen Jahren kurz von den Medien thematisiert worden, dann aber wieder in Vergessenheit geraten.

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Weitere "vergessene Nachrichten"

Zu weiteren vergessenen Themen kürte die Jury beispielsweise die fehlende Palliativversorgung von Wohnungslosen sowie das Betriebsrätemodernisierungsgesetz. Auch die Themen nachhaltige Autobahnen aus Asche, Sexismus in politischen Parteien und das Aussterben der Schmetterlinge hält die Jury für medial vernachlässigt. Geschäftsführer Haarkötter kritisierte:

Gerade in der aktuellen Situation sieht man, wie schnell Geschichten von der Agenda verschwinden können, weil einige wenige Themen die Berichterstattung dominieren.
Hektor Haarkötter, Geschäftsführer der Initiative Nachrichtenaufklärung

Man könne in diesem Zusammenhang schon fast von Themen-Populismus sprechen.

So werden die "vergessenen Nachrichten" festgelegt:

Ermittelt werden die Vorschläge für die "Top Ten" der vergessenen Nachrichten von studentischen Rechercheteams. Auch Vorschläge aus der Öffentlichkeit werden berücksichtigt. Eine Jury entscheidet dann über die Platzierungen.

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