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Fast 228 Kilogramm pro Kopf - So viel Verpackungsmüll wie nie

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Der Trend zum Online-Einkauf und zu Essen und Trinken "to go" verursacht Müll. Doch nicht mal die Hälfte der Kunststoff-Verpackungen wird recycelt.

Säcke mit Verpackungsmüll liegen neben der Straße, aufgenommen am 15.10.2020 in Hannover
Um Müll zu reduzieren, müssten Mehrwegverpackungen die Regel werden, so das Umweltbundesamt.
Quelle: dpa

Der Verbrauch von Verpackungen in Deutschland nimmt weiter zu. 2018 erreichte die Müllmenge einen neuen Rekord: 18,9 Millionen Tonnen fielen nach Angaben des Umweltbundesamts an. Rechnerisch waren das 227,5 Kilogramm pro Kopf und damit nochmal ein Kilo mehr als im Vorjahr.

Private Verbraucher hatten daran wieder einen Anteil von 47 Prozent. Sie produzierten 8,9 Millionen Tonnen Verpackungsmüll beziehungsweise 107,7 Kilogramm pro Kopf - 20,6 Prozent mehr als noch 2010.

Viele Gründe für steigende Abfallmenge

Generell gebe es für den Anstieg der vergangenen Jahre mehrere Gründe: neben dem Wirtschaftswachstum auch Konsumgewohnheiten, der Trend zu wiederverschließbaren Verpackungen, Dosierhilfen und generell aufwendigeren Verschlüssen.

"Diese Funktionen können zwar dazu beitragen, Ressourcen durch zielgerichtetes Dosieren zu schonen oder Lebensmittelabfälle zu vermeiden", hieß es. "Zusätzliche Funktionen sind jedoch häufig mit einem zunehmenden Materialverbrauch verbunden."

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Umweltbundesamt: Mehrweg muss Regel werden

Dazu kämen weiterhin Trends zu kleineren Portionen, zum Online-Einkauf und zu Essen und Trinken "to go", also zum Mitnehmen. Umweltbundesamt-Chef Dirk Messner mahnte: "Verpackungen sollten vermieden werden, bevor sie überhaupt anfallen." Mehrwegbecher etwa für Kaffee müssten die Regel werden, und wer Essen mitnehme, sollte das in Mehrwegbehältern tun können.

Infografik: Verpackungsmüll-Menge in Deutschland steigt
Infografik: Verpackungsmüll-Menge in Deutschland steigt
Quelle: ZDF/Umweltbundesamt/iStock

In Deutschland fällt zwar viel Verpackungsmüll an, es wird davon aber auch viel recycelt - etwa 69 Prozent, wie das Umweltbundesamt weiter mitteilte. Je nach Material sind die Unterschiede aber groß:

  • Stahl: 91,9 Prozent
  • Aluminium: 90,1 Prozent
  • Papier und Karton: 87,7 Prozent
  • Glas: 83 Prozent.
  • Verpackungsmüll aus Kunststoff: 47,1 Prozent
  • Holz: 25,3 Prozent

Wie sich die Corona-Krise auf den Verpackungsverbrauch ausgewirkt hat, kann das Umweltbundesamt noch nicht abschätzen.

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