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Interview

Herrmann zu Würzburg - "Derartig brutale Tat" war nicht vorhersehbar

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Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) sieht bisher keinen Anlass, Psychiatern Vorwürfe zu machen. Es gebe keine Hinweise, dass die Tat in Würzburg hätte verhindert werden können.

Das "Warum" gilt weiter als unklar. Der Somalier sitzt in Untersuchungshaft – unter anderem wegen dreifachen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Auch einen islamistischer Hintergrund wird noch nicht ausgeschlossen.

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht beim bisherigen Ermittlungsstand in Würzburg keinen Anlass, den Ärzten, die den Täter im Vorfeld psychiatrisch untersucht hatten, Vorwürfe zu machen.

Es war nicht zu erkennen, dass er zu einer derartig brutalen Tat schreiten könnte.
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister Bayern

Das sagte Herrmann im ZDF-Morgenmagazin. Der Täter hatte im Vorfeld Mitbewohner in einer Obdachlosenunterrkunft mit dem Messer bedroht, aber niemanden verletzt. Erst kürzlich hätte er sich Autofahrern in den Weg gestellt und sich plötzlich bei einem Fahrzeug auf den Beifahrersitz gesetzt und verlangt, ihn mitzunehmen. Herrmann im ZDF: "Es nützt nichts, nach einer Schublade zu suchen, in der man Täter verpacken kann."

Herrmann: Zusammenhang von Psyche und Rechtsextremismus?

Ob es sich bei dem Täter um einen Amokläufer oder einen Islamisten gehandelt habe, sei für die betroffenen Familien zweitrangig, so Herrmann.

Für die Opfer und deren Angehörige macht das wohl keinen Unterschied. Es ist eine furchtbar sinnlose Tat, jeder ist entsetzt.
Joachim Herrmann

Inwieweit die psychische Verfassung oder die islamistische Äußerung maßgeblich für "diese brutale Tat" gewesen sei, das müssten die Ermittlungen noch zeigen. Herrmann sieht "im rechtsextremistischen Bereich" Hinweise darauf, dass psychische Probleme Menschen "anfälliger für Hirngespinste werden lassen" und diese dann zu Tätern werden. Diesen Hinweisen müsse man nachgehen.

Nach dem Messerangriff eines 24-jährigen in Würzburg am Freitag, mit drei getöteten Frauen und mehreren Verletzten, wird weiter nach dem Motiv gesucht.

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Da eine islamistisch motivierte Tat nicht auszuschließen sei, plädierte Herrmann im "Bild live"-Talk "Die richtigen Fragen" für eine Überprüfung des Flüchtlingsrechts.

Islamistisches Propagandamaterial gefunden

Man müsse aber jetzt die weiteren Ermittlungen abwarten, vor allem die Auswertung zweier Handys des Mannes. Ermittler hatten in dem Obdachlosenheim, in dem der Mann lebte, Material gefunden, das Hassbotschaften enthalten soll. Für die Auswertung müssen die Unterlagen aber erst übersetzt werden.

Bei einer Gedenkfeier im Würzburger Kiliansdom haben Vertreter von Religion und Politik der Opfer der Messerattacke gedacht. Bei dem Angriff kamen drei Menschen ums Leben.

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Herrmann: Passanten sind "Helden"

Der 24-Jährige aus Somalia hatte am Freitag in der Würzburger Innenstadt drei Frauen getötet und zahlreiche weitere Menschen mit einem Messer attackiert und verletzt, bevor er von Polizisten überwältigt wurde.

Passanten hatten zuvor bereits versucht, den Mann in Schach zu halten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Menschen, die sich dem Messerangreifer von Würzburg in den Weg gestellt haben, als "echte Helden" bezeichnet.

Überprüfung des Flüchtlingsrechts

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erwäge eine besondere Ehrung für sie, sagte Herrmann. Der Innenminister regte als mögliche Auszeichnung die Bayerische Rettungsmedaille an.

Der CSU-Politiker plädierte in der Sendung für eine Überprüfung des Flüchtlingsrechts. Nach der Bundestagswahl müsse die Bundesregierung darüber nachdenken, ob der subsidiäre Schutz für Flüchtlinge "auf Dauer so bleiben" könne.

Söder: Besonnenheit bei der Verarbeitung

Der Täter hat einen subsidiären Schutzstatus, er hält sich also legal in Deutschland auf. Herrman sagte:

Mir liegt da besonders am Herzen, dass wir Personen, die hier schwere Straftaten begehen oder als Gefährder eingeschätzt werden, wieder außer Landes bringen können.
Joachim Herrmann, Innenminister Bayern

Bei einer Trauerfeier im Würzburger Dom hatten Vertreter aus Politik und Religion am Sonntag der Opfer des Messerangriffs gedacht. Bayerns Ministerpräsident Söder mahnte eindringlich zu "Besonnenheit" bei der Verarbeitung der Tat.

"Klischees lindern keine Trauer"

"Gut und Böse" sei keine Frage von Nationalität oder Religion, sagte er. Die Hintergründe der Tat würden rückhaltlos aufgeklärt und Konsequenzen gezogen. "Haltlose Spekulationen" und "Klischees" linderten keinen Schmerz und keine Trauer.

Messerattacke in Würzburg - Was wir wissen - und was nicht 

Der Mann, der in Würzburg drei Menschen getötet hat, hatte sich das Messer im Kaufhaus genommen. Zu den Hintergründen der Tat hat die Polizei keine abschließenden Erkenntnisse.

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