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Getötete Einwandererin - Mexiko: Genickbruch in Polizeigewahrsam

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Der gewaltsame Tod einer Frau nach ihrer Festnahme sorgt in Mexiko für Diskussionen. Auch der mexikanische Präsident hat sich inzwischen zu dem Fall geäußert.

 Rosibel Emerita Arriaza spricht in eine Reihe von Mikrofonen und Kameras.
Rosibel Emerita Arriaza, die Mutter der getöteten Frau, fordert Gerechtigkeit für den Tod ihrer Tochter.
Quelle: epa (Rodrigo Sura)

Der Tod einer Frau im mexikanischen Urlaubsort Tulu sorgt in Mexiko für Aufsehen. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Quintana Roo nun mitteilte, haben Polizisten den Tod der Frau durch Genickbruch herbeigeführt.

Die vier beteiligten Beamten hätten bei ihrer Festnahme unverhältnismäßige Gewalt angewendet und seien wegen des Verdachts auf Femizid - also Mord an einer Frau wegen ihres Geschlechts - festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Videos des Vorfalls im Internet

Der Bruch zweier Halswirbel habe laut Autopsie den Tod der Frau aus dem mittelamerikanischen Land El Salvador verursacht. Es war zunächst unklar, warum sie festgenommen werden sollte. Der Polizeichef der Karibikstadt wurde entlassen.

Am Wochenende waren Videos des Vorfalls vom Samstag in Medien und sozialen Netzwerken verbreitet worden. Darin ist zu sehen, wie die Frau neben einem Streifenwagen mit verbundenen Händen auf dem Bauch auf der Straße liegt. Zwischenzeitlich kniet eine Polizistin auf ihrem Rücken. Man hört die Frau schreien. Später legen Polizisten ihren inzwischen regungslosen Körper auf die Ladefläche eines Pickup-Wagens.

Fall erinnert viele an George Floyd

Das Opfer war nach mexikanischen Medienberichten 36 Jahre alt und lebte als Flüchtling in Mexiko. Der Fall sorgte auch wegen Ähnlichkeiten mit dem Tod von George Floyd im vergangenen Mai bei einem Polizeieinsatz in den USA für Diskussionen.

Minutenlang kniete Derek Chauvin auf dem Hals von George Floyd – bis zu dessen Tod. Zehn Monate später muss sich der Ex-Polizist nun vor Gericht verantworten.

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2 min
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Videos zeigten damals, wie der weiße Polizist Derek Chauvin fast neun Minuten lang auf dem Nacken des Afroamerikaners Floyd kniete. Der Mordprozess gegen Chauvin begann am Montag in Minneapolis.

Deutliche Worte von Mexikos Präsident

"Sie wurde brutal behandelt und umgebracht", sagte Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador am Montag über die Frau in Tulum. Sein Kollege in El Salvador, Nayib Bukele, forderte eine harte Bestrafung der Verantwortlichen.

Rund ein Zehntel der durchschnittlich knapp 100 Mordopfer, die Mexiko pro Tag verzeichnet, sind Frauen. Auch Fälle übermäßiger Gewaltanwendung durch Sicherheitskräfte sind keine Seltenheit.

Demo gegen Gewalt an Frauen im Mai 2020

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von Johanna Sagmeister
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