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Extremisten sollen Entführung geplant haben

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13 Festnahmen in den USA - Extremisten sollen Entführung geplant haben

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In Michigan soll ein Komplott gegen die Regierung geplant worden sein - inklusive der Entführung der demokratischen Gouverneurin. 13 Männer wurden festgenommen.

Gretchen Whitmer
"Ernsthafte und glauwürdige Bedrohung": Die Verdächtigen beobachteten das Ferienhaus von Gretchen Whitmer und testeten einen Sprengsatz.
Quelle: ap

In Michigan haben Ermittler Pläne für die Entführung der demokratischen Gouverneurin Gretchen Whitmer und einen Komplott gegen die dortige Regierung durchkreuzt. 13 Extremisten wurden festgenommen, sechs von ihnen droht eine Anklage auf Bundesebene.

Staatsanwältin: "Ernsthafte und glaubwürdige Bedrohung"

Nach Angaben der Bundespolizei FBI sollen sie geplant haben, Whitmer noch vor der Präsidentschaftswahl am 3. November zu entführen. In einem Gerichtsdokument des FBI heißt es, einer der Verdächtigen habe Ende Juli gesagt, Whitmer könne am besten bei Ankunft oder Verlassen ihres privaten Ferienhauses oder ihrer Sommerresidenz verschleppt werden.

Michigans Generalstaatsanwältin Dana Nessel sagte, die Pläne für eine Entführung der demokratischen Gouverneurin Gretchen Whitmer seien eine "ernsthafte und glaubwürdige Bedrohung" gewesen. Demnach beobachteten die Verdächtigen Whitmers Ferienhaus und testeten einen Sprengsatz.

Wegen strenger Corona-Maßnahmen angefeindet

Die sechs auf Bundesebene Beschuldigten sollen nach Angaben der Bundespolizei FBI auch erwogen haben, das Kapitol in Michigans Hauptstadt Lansing zu stürmen und "Geiseln zu nehmen, einschließlich der Gouverneurin".

Einer der Beschuldigten sagte laut FBI-Angaben, der demokratischen Politikerin solle der Prozess wegen "Verrats" gemacht werden. Der Plan sollte demnach vor der Präsidentschaftswahl am 3. November ausgeführt werden.

Whitmer aufstrebende Politikerin bei Demokraten

Whitmer war im Frühjahr von rechten Gruppen wegen ihrer harten Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie angefeindet worden. Am Donnerstag deutete sie an, dass sich mutmaßliche Extremeisten durch Äußerungen von Präsident Donald Trump motiviert fühlen könnten. Die Gouverneurin gehört zu den aufstrebenden Kräften bei den Demokraten.

Proteste teils schwer bewaffneter Aktivisten am Kapitol in Lansing sorgten landesweit für Aufsehen.

The Proud Boys am 26.09.2020 in Portland

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In der TV-Debatte forderte US-Präsident Donald Trump die rechtsextremen "Proud Boys" so halbherzig zur Zurückhaltung auf, dass die es als Erfolg feiern. Wer ist diese Gruppe?

von Nils Metzger

Trump äußerte sich mehrfach gegen Whitmer

US-Präsident Donald Trump rief Mitte April im Kurzbotschaftendienst Twitter dazu auf, Michigan und die ebenfalls demokratisch regierten Bundesstaaten Minnesota und Virginia zu "befreien". Er hat Whitmer zudem wiederholt angegriffen.

Ich wusste, dass dieser Job hart werden würde. Aber um ehrlich zu sein, ich hätte mir niemals so eetwas vorstellen können.
Gretchen Whitmer, Gouverneurin im US-Bundesstaat Michigan

Sechs der festgenommenen Männer sollen laut FBI vorgehabt haben, eine auf Selbstversorgung basierende Gesellschaft zu schaffen. "Sie haben über verschiedene Wege diskutiert, dieses Ziel zu erreichen, von friedlichen Bemühungen bis hin zu gewalttätigen Aktionen", heißt es in einem FBI-Dokument. "Einige Mitglieder haben darüber gesprochen, 'Tyrannen' zu ermorden oder einen amtierenden Gouverneur zu 'entführen'."

Zunahme von Extremisten in den USA

Die Gruppe versuchte zudem, sich für ihre Pläne mit Mitgliedern einer rechtsradikalen Gruppierung namens Wolverine Watchmen zusammenzuschließen. Von dieser Gruppe wurden sieben Mitglieder festgenommen, wie Generalstaatsanwältin Nessel sagte. Sie sollen Angriffe auf Polizisten geplant haben, um einen "Bürgerkrieg" auszulösen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Pläne mithilfe von Informanten, verdeckten Ermittlern und geheimen Aufnahmen von Gesprächen aufgedeckt. Staatsanwalt Andrew Birge bezeichnete die Verdächtigen als "gewalttätige Extremisten".

Sorge vor rechtsradikalen, schwer bewaffneten Milizen

"Es gibt eine besorgniserregende Zunahme von regierungsfeindlicher Rhetorik und ein erneutes Auftreten von Gruppen mit extremistischen Ideologien", warnte Generalstaatsanwältin Nessel.

Das Agieren rechtsradikaler, teils schwer bewaffneter Milizen sorgt wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl am 3. November bei Beobachtern für Sorge. Es werden gewaltsame Auseinandersetzungen befürchtet, sollte Trump die Wahl verlieren und eine Niederlage nicht anerkennen.

Politik | maybrit illner -
Wahl, Wut, Verschwörung
 

"maybrit illner“ mit dem Thema "Wahl, Wut, Verschwörung – was, wenn Trump bliebe?" vom 1. Oktober 2020.

Videolänge:
67 min
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