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"Furchtbares Schiffsunglück" - 74 Tote bei Bootsunglück vor Libyen

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Vor der Küste im Westen Libyens sind 74 Flüchtlinge ertrunken. 120 Menschen waren an Bord des Bootes, darunter viele Kinder. Die IOM spricht von einem "furchtbaren Schiffsunglück".

Libysche Flüchtlinge werden von Mitgliedern der spanischen Hilfsorganisation Open Arms nach einem Bootsunglück gerettet am 11.11.2020.
Mindestens 74 Flüchtlinge sind bei einem Bootsunglück vor Libyen ertrunken.
Quelle: dpa

Seit fast zehn Jahren herrscht in Libyen Bürgerkriegschaos. Das Land hat sich zu einem der wichtigsten Transitgebiete für Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt. Immer wieder sterben dabei Menschen. Heute sind bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste 74 Geflüchtete ums Leben gekommen.

Die internationale Organisation für Migration (IOM) teilte in Genf mit, IOM-Mitglieder hätten "ein furchtbares Schiffsunglück" gemeldet, bei dem mindestens 74 Menschen vor Khuma an der libyschen Küste gestorben seien.

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Die Suche nach den Toten dauert noch an

Die libysche Küstenwache und Fischer hätten 47 Überlebende an Land bringen können. "Auf dem Schiff sollen mehr als 120 Menschen gewesen sein, darunter Frauen und Kinder", hieß es in der Mitteilung der IOM.

Bislang seien 31 Todesopfer geborgen worden, die Suche nach den anderen Toten dauere an. Bei zwei weiteren Schiffsunglücken in den vergangenen beiden Tagen seien 19 weitere Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder, teilte die UN-Agentur weiter mit.

Nur ein Rettungsschiff im Einsatz

Derzeit sei nur ein einziges Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer im Einsatz: Das Boot der Nichtregierungsorganisation Open Arms habe bei drei Einsätzen 200 Menschen gerettet.

Seit Jahresbeginn ertranken mindestens 900 Menschen bei dem Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Nach Angaben der IOM kamen Rettungshelfer oft zu spät.

Mehr als 11.000 Bootsflüchtlinge wurden zurück nach Libyen geschickt, oftmals "auf die Gefahr hin, dass sie Menschenrechtsverletzungen, Haft, Missbrauch, Menschenhandel und Ausbeutung ausgesetzt" werden, erklärte die IOM.

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