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Missbrauch gedeckt? Freispruch für Kardinal

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Frankreich - Missbrauch gedeckt? Freispruch für Kardinal

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Kindesmissbrauch vertuscht? Um diese Frage drehte sich ein Prozess gegen den französischen Kardinal Philippe Barbarin. Jetzt ist er freigesprochen worden.

Die katholische Kirche berät über Reformen. Ein Ziel: nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Auf ihrem "Synodalen Weg“ wollen die Katholiken auch über das Zölibat und die Rolle der Frauen in der Kirche diskutieren.

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Freipruch für den französischen Kardinal Philippe Barbarin: Das Berufungsgericht Lyon urteilte, der frühere Erzbischof der Stadt habe sich nicht wegen Vertuschung von Kindesmissbrauch schuldig gemacht. Zu Prozessende hatte sich neben Barbarins Anwalt auch die Staatsanwaltschaft für einen Freispruch des 69-Jährigen ausgesprochen.

In erster Instanz war der Erzbischof von Lyon im März 2019 noch zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Gegen ihn war bereits 2016 ermittelt worden. Der Vorwurf: Er soll Fälle sexuellen Missbrauchs durch den früheren Priester Bernard Preynat nicht bei den staatlichen Behörden angezeigt habe. Damals stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren nach einigen Monaten ein - es habe keine Hinweise auf eine Straftat Barbarins gegeben.

Sinnbild sexuellen Missbrauchs

Der Kardinal bot dem Papst im März 2019 seinen Amtsverzicht an, den Franziskus jedoch nicht annahm. Da das Berufungsverfahren noch nicht abgeschlossen sei, gelte die Unschuldsvermutung. Barbarin nahm sich eine Auszeit. Der jetzt erfolgte Freispruch sei nur logisch, sagte Barbarins Anwalt Felix Luciani vor dem Gerichtssaal. Barbarin sei zum Opfer von Gerüchten und Verleumdung geworden. Barbarin selbst hatte erklärt, 2014 von Preynat erfahren und das laut Vorschrift an den Vatikan gemeldet zu haben.

Der bekannte Ex-Priester Bernard Preynat soll in den 1970er und 80er Jahren Dutzende Kinder sexuell missbraucht haben. Der Fall war zu einer Art Sinnbild des sexuellen Missbrauchs in der französischen Kirche geworden. Obwohl viele in der Kirche von den Vorwürfen gewusst haben sollen, war Preynat einfach immer wieder nur versetzt worden. Kürzlich sagte er in seinem Verfahren, die Kirche hätte über sein "anormales" Verhalten seit den 1970ern Bescheid gewusst. "«Hätte mich die Kirche früher aus dem Verkehr gezogen, hätte ich früher aufgehört." Ein Urteil über Preynat wird im März erwartet. Er muss mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen.

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