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Studie zu Cybermobbing - Digitale Hetze unter Erwachsenen nimmt zu

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Ausgrenzen, fertigmachen, niederbrüllen: Immer öfter sind Erwachsene vor allem von Cybermobbing betroffen. Laut einer Studie hat Corona die digitale Hetze noch begünstigt.

Cybermobbing bei Erwachsenen. Archivbild
Cybermobbing bei Erwachsenen hat - laut einer Studie - stark zugenommen.
Quelle: Christin Klose/dpa-tmn/dpa

Immer mehr Erwachsene sind von Mobbing und dabei vor allem von digitaler Hetze, dem sogenannten Cybermobbing, betroffen. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing weist der Anstieg eine "bedrohliche Dynamik" auf - zusätzlich begünstigt durch die Umstände der Corona-Pandemie.

Frauen und jüngere Menschen trifft es dabei besonders, wie es in der repräsentativen Studie mit dem Titel "Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen" heißt. Dafür waren 4.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt worden, davon 2.000 in Deutschland und jeweils 1.000 in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz.

Zahl der Cybermobbing-Opfer steigt stark an

Laut dem Vorstandsvorsitzenden des Karlsruher Bündnisses, Uwe Leest, hat sich die Lage seit einer repräsentativen Vorgängerstudie aus dem Jahr 2018 verschärft. Die Zahl der Opfer von Cybermobbingattacken sei in Deutschland um 25 Prozent gestiegen. Inzwischen seien rund fünf Millionen der Erwachsenen bis 65 Jahre (11,5 Prozent) davon betroffen, erläuterte er.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Opfer von Cybermobbing gestiegen. Die Anfeindungen werden stets gezielter – Ein großes Problem ist die Anonymität des Internets.

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Insgesamt waren in Deutschland 32,6 Prozent der Befragten schon einmal Opfer von Mobbingattacken gewesen. Hochgerechnet entspreche dies bundesweit rund 17 Millionen Menschen.

Mehr Cybermobbing in der Pandemie

Meistens komme es in der Arbeitswelt zu solchen Schikanen (48 Prozent). Sie nehmen den Angaben zufolge aber auch im privaten Bereich stark zu. Dem Cybermobbing habe Corona zusätzliche Wucht verliehen.

Eltern konnten wegen geschlossener Kitas und Schulen nicht zur Arbeit und wurden dann etwa wegen der Betreuungsprobleme ihrer Kinder von Vorgesetzten oder Kollegen unter Druck gesetzt, so Leest. Digitale Attacken verlagerten sich sozusagen ins Homeoffice.

Cybermobbing in der Pandemie

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Anonymität befeuert Cybermobbing

Leest führte die Studienergebnisse vor allem auf zwei Faktoren zurück: Zum einen werde Internetmobbing kaum geahndet und die Anonymität im Netz als viel zu hohes Gut betrachtet. "Ich garantiere: Wenn die Anonymität wegfiele, hätten wir 90 Prozent weniger Cybermobbingfälle", sagte er.

Wir stellen die Meinungsfreiheit über die Menschenwürde.
Uwe Leest

Zum anderen zeige sich der Einfluss der inzwischen erwachsen gewordenen "Generation Smartphone" auf die Zahlen:

Die, die während der Schulzeit erlebt haben, dass Cybermobbing nicht bestraft wird, nehmen das gelernte Verhalten jetzt mit in die Arbeitswelt.
Uwe Leest

Schwere Folgen für Opfer von Mobbing

Laut der Studie haben die Attacken gravierende Folgen für die Gesundheit: Rund 15 Prozent der Menschen bezeichneten sich in der Befragung als suizidgefährdet, etwa drei Prozent mehr als noch 2018.

Zwischen 15 und 20 Prozent der Opfer hätten wegen Mobbings zu Alkohol, Medikamenten oder Drogen gegriffen. "Mobbing und Cybermobbing manifestiert sich bei den Betroffenen in teilweise schweren psychischen und psychosomatischen Problemen, die häufig das ganze Leben lang andauern", heißt es.

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