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Mörder in dänischem Gefängnis - Peter Madsen scheitert mit Ausbruch-Versuch

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Knapp fünf Minuten lang ist er auf freiem Fuß: Peter Madsen hat sich mit einer Geisel den Weg aus dem Gefängnis gebahnt. Doch die neu gewonnene Freiheit währt nur kurz.

Peter Madsen bei einem Fluchtversuch aus dem Gefängnis Alberslund in Dänemark.
Peter Madsen wurde nur wenige Hundert Meter vom Gefängnis von Polizeibeamten gefasst.
Quelle: epa

Der dänische Erfinder und verurteilte Mörder Peter Madsen hat sich nach Justizangaben mit Drohungen den Weg aus einem Gefängnis in Dänemark gebahnt, um so seiner lebenslangen Haftstrafe zu entfliehen. Der 49-Jährige habe zu diesem Zweck am Dienstag eine Polizeipsychologin als Geisel genommen, wie verschiedene Medien berichten. Auch die Leiterin der Haftanstalt bestätigte Drohungen gegen einen Mitarbeiter des Gefängnisses. Um wen es sich dabei handelte, ließ sie zunächst offen.

Die Polizei stellte Madsen ein paar hundert Meter von dem Gefängnis im Kopenhagener Vorort Albertslund entfernt und nahm ihn schließlich fest. Madsens Flucht zog sich mehrere Stunden hin.

Madsen nur wenige Minuten nach Ausbruch wieder in Gewahrsam

Madsen habe sich Berichten zufolge mit einem "waffenähnlichen Gegenstand" und der Geisel den Weg freigepresst. Anschließend habe er mit einem weißen Lieferwagen davonfahren wollen. Bereits nach ein paar Hundert Metern habe ihn die Polizei aber eingeholt und umstellt.

Weil Madsen nach Angaben verschiedener Medien aber behauptet habe, eine Bombe bei sich zu tragen, sei zunächst kein Zugriff seitens der Beamten erfolgt. Insgesamt sei Madsen nur für einen kurzen Zeitraum auf freiem Fuß gewesen: Um 10.21 Uhr habe die Haftanstalt den Ausbruch gemeldet, um 10.26 Uhr sei er gestoppt worden.

Dänischer Justizminister kündigt Maßnahmen an

Die dänischen Behörden wollen nun intensiv untersuchen, wie es zu dem Fluchtversuch kommen konnte. Welche Folgen der Ausbruch für Madsen hat - ob er beispielsweise in eine andere Haftanstalt verlegt wird - blieb zunächst offen. 

Der dänische Justizminister Nick Hækkerup kündigte bereits an, dass es neue Maßnahmen geben werde.

Es versteht sich von selbst, dass lebenslänglich verurteilte Gefangene, die die schlimmsten Verbrechen begangen haben, nicht aus der Haft entkommen können sollten.
Nick Hækkerup, dänischer Justizminister

Wegen der Ermordung der schwedischen Journalistin Kim Wall ist der dänische Erfinder Peter Madsen für schuldig erklärt worden. Ein Gericht in Kopenhagen verurteilte ihn zu lebenslanger Haft.

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1 min
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Wegen Mordes an schwedischer Journalistin verurteilt

Madsen war 2018 wegen Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall an Bord seines selbstgebauten U-Bootes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Wall war am 10. August 2017 für eine Reportage auf Madsens selbst gebautes U-Boot gekommen. Nach ihrem Verschwinden waren die in Plastiksäcke verpackten und mit Metallteilen beschwerten Leichenteile nach und nach in der Köge-Bucht vor Kopenhagen entdeckt worden.

In seinem Prozess 2018 hatte Madsen den Mord beharrlich geleugnet und dem Gericht immer neue Versionen der Todesumstände aufgetischt. Die Ermittlungsergebnisse der Kopenhagener Polizei ließen allerdings auf eine besonders grausame und perfide Gewalttat schließen.

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