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Tote in Starnberg - Polizei geht von Dreifach-Mord aus

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Drei Leichen wurden in Starnberg gefunden, zunächst sah es aus, als habe der Sohn die Eltern und sich selbst erschossen. Doch das hatte der Mörder wohl so inszeniert.

Pressekonferenz zum Fall der drei Toten in Starnberg.
Günther Gietl (r), Polizeipräsident Oberbayern Nord, und Manfred Frei, Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck bei der Pressekonferenz zum Mordfall in Starnberg.
Quelle: DPA

Es ist eine spektakuläre Wende, wie sie nur selten in einem Kriminalfall vorkommt: Bisher sah der Fund von drei Leichen am 12. Januar in Starnberg noch wie ein tragisches Familiendrama aus. Jetzt ist klar, dass es ein Dreifachmord war. Doch auch wenn es vom 19-jährigen Hauptverdächtigen ein Geständnis und außerdem ein Video vom Tatort gibt, ist vor allem die Frage nach dem Motiv offen.

Polizisten entdeckten am 12. Januar die drei Leichen. Die 64 und 60 Jahre alten Eltern - ein Beleuchtungstechniker und eine Therapeutin - und ihr 21 Jahre alter Sohn lagen tot in ihren Betten. Allem Anschein nach hatte der Sohn zunächst die Eltern und dann sich selbst getötet, der durch einen Kopfschuss gestorbene Büchsenmacher lag noch mit der Waffe in der Hand in seinem Bett. Doch dies dürfte der Mörder so inszeniert haben.

Es fehlte ein Hinweis auf einen Suizid

Auch wenn die Polizei schnell selbst von einem Familiendrama sprach und Medienberichte Spekulationen über Drogenprobleme und dazu ein angespanntes Verhältnis zu den Eltern die These vom Sohn als Täter stützten, ermittelten die Fahnder weiter. "Unklarheiten" habe es gegeben, sagt Oberstaatsanwältin Andrea Mayer.

Den Fahndern fehlte vor allem ein Hinweis auf einen bevorstehenden Suizid wie etwa ein Abschiedsbrief. Sie forschten also weiter, setzten verdeckte Ermittlungen an und stießen auf den nun als hauptverdächtig geltenden 19-Jährigen. In dessen Wohnung fanden Polizisten Donnerstag ein riesiges Waffenarsenal. Als sie ihn deshalb festnahmen, habe der Heranwachsende plötzlich den Dreifachmord gestanden, sagt die Oberstaatsanwältin.

Archiv: Polizei-Absperrband vor einem Wohnhaus in Starnberg.
Das Wohnhaus in Starnberg, in dem drei Menschen getötet wurden.
Quelle: DPA

18-Jähriger fuhr ihn zum Haus

Die Polizei und Staatsanwaltschaft sprechen selbst von einer überraschenden Wende. Zweifel haben sie am Geständnis keine - schließlich filmte der 19-Jährige noch den Tatort, nachdem er vermutlich zuerst den 21-Jährigen und dann die noch in ihrem Bett liegenden Eltern erschossen hatte. Zwischen zwölf und 15 Schüsse soll er abgegeben haben, den Familienhund schoss er ebenfalls an, das Tier überlebte.

Zumindest der Mord an dem 21-Jährigen war für die Ermittler eiskalt geplant, denn sie nahmen einen 18-Jährigen wegen Beihilfe zum Mord in Untersuchungshaft. Dieser soll seinen Kumpel zu dem Starnberger Haus gefahren und dort abgeholt haben, obwohl er wusste, dass dieser den 21-Jährigen töten wollte.

Illegales Waffenarsenal

Doch das Warum ist unklar. Der mutmaßliche Mörder und der 21-Jährige waren so eng befreundet, dass der spätere Täter sogar den Zugangscode zum elektronisch gesicherten Haus kannte und so problemlos eindringen konnte. Die beiden jungen Männer verband die Liebe zu Waffen - das illegale Waffenarsenal in der Wohnung des 19-Jährigen gehörte womöglich beiden.

Ob es darüber Streit gab? Die Polizei macht dazu zunächst keine Angaben. Sie prüft auch mögliche extremistische Motive, wobei es dafür zunächst keine Anhaltspunkte gab. Völlig offen ist zudem, warum die Eltern sterben mussten. Nur eines scheint klar: Die Eltern starben nicht durch die Hände ihres eigenen Sohns. Das vermeintliche Familiendrama scheint eine verhängnisvolle Verbindung zweier Waffennarren gewesen zu sein.

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