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Lübcke-Prozess - Aussage von Stephan Ernst erwartet

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Mit Spannung wird für heute die Aussage des Hauptverdächtigen im Lübcke-Prozess erwartet. Stephan Ernst soll aus rechtsextremen Motiven getötet haben.

Der Hauptangeklagte Stephan Ernst im Gespräch mit seinem Verteidiger im Prozess um den ermordeten CDU-Politiker Walter Lübcke.
Der Hauptangeklagte Stephan Ernst hat in der Vergangenheit widersprüchliche Angaben zur Tat gemacht.
Quelle: dpa

Im Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wird an diesem Mittwoch wieder eine Aussage des Hauptverdächtigen Stephan Ernst erwartet. Ob ein Verteidiger sie vorträgt, oder ob der Angeklagte selbst das Wort ergreift, ist offen. Ernst ist des Mordes angeklagt.

Ernst hatte bereits in zwei Vernehmungen unterschiedliche Angaben zur Tat gemacht. Sein Ex-Verteidiger, dem die Pflichtverteidigung in der vergangenen Woche entzogen wurde, hatte ausführliche Aussagen angekündigt. Ob es dabei bleibt, ist unklar.

Der gewaltsame Tod von Walter Lübcke im Juni 2019 erschüttert Deutschland. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wird ein Politiker mutmaßlich von einem Rechtsextremisten ermordet.

Beitragslänge:
28 min
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Mord aus rechtsextremen Motiven

Ernst soll den CDU-Politiker 2019 aus rechtsextremistischen Motiven erschossen haben. Der Deutsche muss sich seit Juni vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt verantworten.

Der zweite Angeklagte, Markus H., wird der Beihilfe beschuldigt. Der Prozess findet unter hohen Sicherheitsmaßnahmen statt. Wegen der Corona-Pandemie wurde zudem die Zahl der Besucher und Prozessbeobachter begrenzt.

Widersprüchliche Angaben zur Tat

Was Ernst nach seiner Festnahme geschildert hatte, war widersprüchlich. Zuerst legte er vor Kriminalpolizisten ein ausführliches Geständnis ab.

Darin berichtete er, wie er immer wieder allein zum Grundstück Lübckes gefahren war, den er in der Mitverantwortung für die Aufnahme von Flüchtlingen im Regierungsbezirk Kassel und für islamistische Anschläge sah.

Tödliche Schüsse vor Lübckes Haus

Im Juni 2019 habe er dann Lübcke vor dem Wohnhaus des Politikers erschossen. Dieses Geständnis hat Ernst widerrufen.

Stattdessen schilderte er, wie er mit H. zu Lübckes Wohnhaus fuhr. Sie hätten den Politiker nur einschüchtern und bedrohen wollen. Der Schuss habe sich dann versehentlich gelöst, als H. die Waffe gehalten habe.

Beide Geständnisse im Video dokumentiert

Beide Geständnisse von Ernst sind in der Verhandlung bereits als Video gezeigt worden. Ernsts früherer Pflichtverteidiger, Frank Hannig, der noch die Aussage seines Mandanten für heute angekündigt hatte, legte inzwischen Beschwerde gegen seine Abberufung ein.

Das OLG Frankfurt leitete diese dem Bundesgerichtshof (BGH) zu. Ernsts anderer Pflichtverteidiger, der Kölner Anwalt Mustafa Kaplan, hatte die Abberufung damit begründet, dass das Vertrauensverhältnis seines Mandanten zu dem Anwalt dauerhaft zerstört sei.

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