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Grüner Punkt hat die Nation verändert

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30 Jahre Mülltrennung - Grüner Punkt hat die Nation verändert

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Kann ein Punkt das Leben einer ganzen Nation verändern? Er kann - und außerdem für viel Verwirrung sorgen. Heute vor 30 Jahren wurde er ins Leben gerufen: der Grüne Punkt.

Entsorgung von Plastikmüll im gelben Sack
Bei entsprechender Mitarbeit aller Bürger können Müllsortierungsanlagen gute Arbeit leisten.
Quelle: imago

Zwei ineinander verschlungene Pfeile, ein Zeichen des Kreislaufs von Verpackungsmüll: Auch wenn der Grüne Punkt nicht mehr zwingend auf Verpackungen sein muss, so ist er bis heute untrennbar mit der alles entscheidenden Frage verbunden: Was gehört eigentlich in die Gelbe Tonne oder in den Gelben Sack?

Nicht jeder Kunststoff darf in die Gelbe Tonne

Es geht um Verpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterialien. Wobei die Betonung auf Verpackungen liegt - was auch 30 Jahre nach der Premiere des Grünen Punkts gerne mal verdrängt wird. Joghurtbecher, Milchverpackungen, pfandfreie Getränkeflaschen und -dosen: Ja. Aufblasbare Schwimmbecken: Nein. PVC-Bodenbeläge erst recht nicht. Norbert Völl, Sprecher von "Der Grüne Punkt", klärt auf.

Auch wenn verschiedene Materialien sich unterschiedlich anfühlen oder ähnlich aussehen, können es doch grundlegend unterschiedliche Kunststoffe sein.
Norbert Völl

Bei entsprechender Mitarbeit aller Bürger können die Müllsortierungsanlagen gute Arbeit leisten. Abgesehen von Klassikern unter den so genannten Fehlwürfen wie Windeln, Einmalhandschuhen, Zeltplanen, Essensresten oder Batterien kann selbst bei gutem Willen der Teufel im Detail stecken.

Der niedrige Rohölpreis sowie die gesunkene Nachfrage nach Kunststoff bringt die Recyclingbranche in Bedrängnis. Viele Hersteller, die bislang auf recyceltes Plastik gesetzt haben, schwenken wieder auf Neuware um.

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Ein Produkt - verschiedene Materialien - unterschiedliche Entsorgung

Prominentes Beispiel: Der Joghurtbecher, an dem noch der halb aufgezogene Aludeckel hängt. Tatsächlich kann eine Sortiermaschine mit dieser Kombination wenig anfangen: Sie entscheidet sich für Metall oder Kunststoff - und liegt damit in beiden Fällen falsch.

Aber auch vermeintlich eindeutige Kombinationen aus Kunststoffflasche und dazugehörigem Deckel haben es in sich. "Damit Schraubverschlüsse richtig schließen, benötigen sie Reibung an der Flasche. Deshalb bestehen beide meist aus unterschiedlichen Kunststoffen", sagt Völl.

Wohin gehört der Plastikmüll: Gelber Sack oder Restmüll?

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Heißt: Verschluss und Behältnis müssen getrennt in die Gelbe Tonne, damit sie sauber sortiert werden können. Ebenso ist das bei Kunststoffverpackungen, die noch mit Pappe umhüllt sind: Erst voneinander trennen, dann ab damit in den Müll - Kunststoff in die Gelbe Tonne, die Pappe zum Papiermüll.

Mit Wertstofftonne gelten andere Regeln

Nun wird manch einer aus seiner eigenen Erfahrung sagen: "Bei mir darf aber auch eine alte Bratpfanne oder der Toaster mit in die Gelbe Tonne." Das kann stimmen, sofern er zu den rund 14 Millionen Menschen in Deutschland gehört, die in einer Kommune mit so genannter Wertstofftonne leben. Womit es im Prinzip einfacher wird, bestimmte Gegenstände zu entsorgen. Aber auch nur dann, wenn man sich mit den genauen Regeln am Wohnort vertraut gemacht hat. Insgesamt funktioniere die Mülltrennung in Deutschland gut, so das Fazit von Völl.

Laut Gesetz von 2019 müssen mittlerweile mindestens 58,5 Prozent der Verpackungen wieder in Recycling gelangen. Vorher waren es 36 Prozent. "Und mit den heutigen Sortieranlagen werden auch immer bessere Produkte aus wiederverwertetem Kunststoff möglich", erklärt Völl.

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Nicht alles kann recycelt werden

Bei einem Teil des Mülls aus der Gelben Tonne ist allerdings alle Mühe bislang vergeblich.

Kunststoffabfälle, die wir nicht recyceln können, müssen wir anders verwerten. Diese kommen in den meisten Fällen dann als Ersatzbrennstoff zum Einsatz.
Norbert Völl

Zum Beispiel in Zementwerken. Das sei ökologisch sinnvoll, weil weniger fossile Brennstoffe eingesetzt werden müssten. "Aber der Kunststoff ist dann halt weg und am Ende haben wir nur den Energiewert genutzt", so Völl.

Für Diskussionsstoff wird das Thema Mülltrennung und Recycling sicherlich noch so einige Zeit sorgen - und das nicht nur wegen der VHS-Videokassetten, die nach wie vor in der Gelben Tonne landen. Und mit ihrem Bandsalat so manche Sortiermaschine stoppen.

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