Sie sind hier:

Handel mit Songrechten boomt : Millionen für Melodien

Datum:

Immer mehr Künstler und Künstlerinnen trennen sich von den Rechten an ihrer Musik, die mittlerweile lukrative Einnahmequellen sind. Nicht immer geht das konfliktfrei vonstatten.

Archiv: Alben des Künstlers David Bowie, aufgenommen am 27.10.2021
David Bowies Musikrechte sind an seine Erben übergegangen.
Quelle: Reuters

Kurz vor dem 75. Geburtstag von Pop-Ikone David Bowie machten sich dessen Erben ein großes Geschenk: Für umgerechnet rund 220 Millionen Euro - so berichtet das US-Branchenblatt "Variety" - verkauften sie die Rechte am musikalischen Gesamtwerk des 2016 gestorbenen Superstars. Sie gehören nun dem US-Musikverlag Warner Chappell Music.

Schweiz, Zürich: Logo der Universal Music Group (UMG) in Zürich.

Börsen-Gipfelsturm von Universal - Warum Musiklabels wieder im Aufwind sind 

Die Rechte der Labels sind im Wert enorm gestiegen - vor allem dank des Streamings. Davon profitiert der bislang größte Börsengang Europas: das amerikanische Musiklabel Universal.

von Dennis Berger

Bowie ist der neueste Name in einer langen Liste von Künstlern, deren Songrechte inzwischen bei großen Konzernen und Plattenfirmen liegen. Bob Dylan überließ sein Werk mit rund 600 Aufnahmen dem Marktführer Universal. Bruce Springsteen trat seinen gesamten Katalog an Sony ab. Auch die Red Hot Chili Peppers, Shakira, Tina Turner und viele kaum weniger namhafte Künstler trennten sich von ihren Songrechten.

Crosby: "Ich kann nicht arbeiten"

Gründe für diesen Trend sind schwindende Einnahmen durch Tonträgerverkäufe, eine Folge des Musikstreamings, und neuerdings die Pandemie, die das lukrative Konzertgeschäft massiv beeinträchtigt hat. "Ich kann nicht arbeiten", schrieb Songwriter-Legende David Crosby vor einem Jahr bei Twitter und kündigte an, seine Rechte ebenfalls verkaufen zu wollen.

Streaming hat mein Plattengeld gestohlen... Ich habe eine Familie und eine Hypothek, darum muss ich mich kümmern, also ist es meine einzige Option.
Songwriter David Crosby

Sind die Songrechte einmal weg, wird es schwer, sie zurückzubekommen. Aber zumindest kurzfristig gesehen ist der Verkauf ein gutes Geschäft.

Streaming-Boykott aus Protest

Für jüngere Musiker und Songwriter kann es also durchaus sinnvoll sein, diesen Schritt zu gehen, der sich schon bei einem einzigen Hit finanziell lohnen kann. Denn im Vergleich zu früheren CD- und Schallplattenverkäufen sind die Einnahmen durch Streaming äußerst gering. Das sei unfair, beklagen viele Musiker.

Radiohead-Frontmann Thom Yorke zählte zu den schärfsten Kritikern und weigerte sich lange, seine Musik auf Spotify und Co. verfügbar zu machen. US-Superstar Taylor Swift zog vorübergehend ihren gesamten Katalog von allen Streamingplattformen zurück, weil sie das Zahlungsmodell in Frage stellte.

Noch wütender zeigte sich Swift allerdings beim Thema Songrechte. Die liegen für ihre ersten sechs Alben nämlich beim früheren Label Big Machine Records. Mit 15 hatte die US-Sängerin dort einen Vertrag unterschrieben und die Verlagsrechte schon im Voraus abgetreten.

Ärger um Songrechte nicht neu

Die Rechte wurden inzwischen mehrfach verkauft . Swift bekam nach eigener Aussage aber nicht die Chance, sie selbst zu erwerben - obwohl sie jedes ihrer Lieder selbstgeschrieben oder mitgeschrieben hat. Nun hat sie begonnen, diese sechs Alben für ihr Label Universal neu aufzunehmen, um so die Kontrolle über ihr Werk zurückzuerlangen. Eine Vertragsklausel macht's möglich.

Wie der Streamingdienst Daten sammelt

Beitragslänge:
5 min
Datum:

Ärger um Songrechte ist in der Branche nichts Neues. In den 80er Jahren erwarb Michael Jackson die Rechte am Gesamtkatalog der Beatles für umgerechnet 40 Millionen Euro - sehr zum Ärger von Ex-Beatle Paul McCartney. Der hatte den Kauf allerdings zuvor abgelehnt, weil er ihm zu teuer erschien.

Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.