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"Bericht zur Lage der Natur" - Bienen und Käfer verlieren ihren Lebensraum

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Artensterben, vertrocknete Wälder, Schwund der biologischen Vielfalt - der Fitness-Check von Deutschlands Natur offenbart in Teilen ernüchternde Ergebnisse.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze ist besorgt über den Zustand auf und rund um die landwirtschaftlichen Flächen: "Vor allem in der Agrarlandschaft geht es der Natur besorgniserregend schlecht", sagte sie bei der Vorstellung des "Berichts zur Lage der Natur" in Berlin. Viele Insektenarten, die auf blühende Wiesen und Weiden angewiesen sind, sterben demnach aus. Es wird zu viel gedüngt und so oft gemäht, dass Schmetterlinge, Bienen, Käfer, aber auch Vögel ihren Lebensraum verlieren.

63 Prozent der untersuchten Arten und 69 Prozent der Lebensräume weisen einen ungünstigen-unzureichenden oder schlechten Erhaltungszustand auf. Zu den Lebensräumen zählen etwa Seen, Moore, Feuchtgebiete, Grünlandflächen und Küsten. Seit Jahr 2001 zeigt die Generalinventur den Trend zu einer stets schlechteren Verfassung der Natur.

Entwässert, übernutzt, zerschnitten

Wesentliche Ursachen dieser Entwicklung sind insbesondere hohe Nährstoff- und Pestizideinträge sowie die Intensivierung der Bewirtschaftung. Zudem werden traditionelle Landnutzungsformen aufgegeben, Gebiete werden entwässert, das Grundwasser wird übernutzt und durch den Ausbau der Infrastruktur werden Naturräume zerschnitten.

Archiv: Ein Star am 26.03.2008 in einem Garten in Kaufbeuren
Oft bleibt den Vögeln nur der Lebensraum Garten.
Quelle: dpa

Die Ergebnisse müssen nun an die EU-Kommission weitergeleitet werden. Brüssel kontrolliert seit 1992 den Zustand der Natur eines jeden Staats und hat die sogenannte FFH-Richtlinie erlassen. Sie hat den Schutz wildlebender Arten und die Sicherung von Lebensräumen zum Ziel.

Der neue bundesdeutsche Bericht allerdings offenbart dringenden Handlungsbedarf. "Erste Schritte haben wir bereits getan mit dem neuen Düngerecht und dem Aktionsprogramm Insektenschutz", so die Bundesumweltministerin. Zudem setze sie den größten Hebel für ein Umsteuern aber bei der EU-Agrarförderung an, die gerade neu verhandelt werde. Hoch gesteckte Ziele und ambitionierte Neuregelungen also.

Archiv: Abgestorbene Fichten im Nationalpark Eifel.

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Der Wald in Deutschland stirbt. Das ist schon seit einiger Zeit so. Nun machen ihm zusätzlich auch noch Hitze und gravierender Regenmangel zu schaffen.

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Umbau zu Mischwäldern

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Beate Jessel, geht noch auf einen weiteren Aspekt ein, der zum Erhalt der biologischen Vielfalt wichtig ist: den Klimaschutz. Im Zuge der globalen Erderwärmung setzten Trockenheit und Waldbrände in den letzten Jahren den Wäldern mächtig zu. Nur durch den Umbau von Monokulturwäldern hin zu Mischwäldern gelingt es, einen gesunden Wasserhaushalt wieder herzustellen.

Damit verbunden ist die Wiederansiedlung von Tier- und Pflanzenarten. Beate Jessel vom BfN, bringt es auf den Punkt: "Unser neuer Bericht verdeutlicht: Renaturierte Feuchtgebiete, intakte Moore und nachhaltig genutzte Wälder können entscheidend zu Klimaschutz und Klimaanpassung beitragen."

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