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K.-o.-Tropfen in Spritzenform : "Needle Spiking": Gefahr im Club

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Die neue Gefahr in Diskotheken, bei Festivals und sogar in einem Fußballstadion: Angreifer spritzen Menschen eine Partydroge in den Körper. Die Motivation ist unbekannt.

Clubbesucher auf der Tanzfläche
Unbeschwertes Tanzen in Gefahr: Mini-Spritzen als Bedrohung im Club
Quelle: dpa

Die Gefahr des sogenannten "Needle Spiking" häuft sich in vielen europäischen Ländern. Auch in Deutschland berichten inzwischen Menschen, Substanzen durch eine Spritze unwissend zugeführt bekommen zu haben. Manche Opfer berichten auf Social Media, dass sie den Einstich sofort bemerkt hätten, andere erst am nächsten Tag.

Schwindel, Übelkeit, Orientierungslosigkeit

Die Symptome reichen von Schwindel, über Übelkeit bis zu Orientierungslosigkeit. Bei der australischen Sängerin Zoe Zanias endete eine vermeintliche Attacke sogar mit einem Ohnmachtsanfall. Sie schildert auf Instagram von einem Übergriff in einem bekannten Berliner Club. Den Stich habe sie nicht gespürt, aber einen "Horror Trip" erlebt. Erst später habe sie den Nadeleinstich an ihrem Arm gefunden.

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Es ist unklar wie die Substanzen gespritzt werden und welche Substanzen es sein könnten, sagt Andrea Piest, Mitarbeiterin bei Sonar Berlin und Fachreferentin im Notdienst Berlin. Die Gefahr, sogenannte K.-o.-Tropfen unbemerkt in offene Getränke geträufelt zu bekommen, ist in der Club- und Partyszene schon lange bekannt.

Zwar gibt es Armbänder, Nagellacke oder auch Strohhalme, die K.-o.-Tropfen und ähnliche Substanzen erkennen sollen. Piest rät von diesen ab, unter anderem, weil diese Tools nur auf GHB reagieren und Betroffene sich so eventuell in falscher Sicherheit wiegen könnten.

Hohe Sensibilität bei Gästen und Personal nötig

GHB ist neben anderen Substanzen wie Rohypnol als K.-o.-Tropfen seit den 1960er Jahren bekannt. Um sich vor Giftangriffen zu schützen, solle man auf sich und andere achten. Sobald man den eigenen Körper nicht mehr steuern könne, solle man direkt Hilfe suchen, egal welche Ursache dieser Zustand hat.

Piest fordert daher eine hohe Sensibilität bei den Gästen und der Belegschaft von Clubs, Bars und Diskotheken, damit Betroffenen sofort geholfen werden kann. Denn nach einer vermeintlichen Vergiftung zähle jede Minute. Christoph Gilles vom Polizeipräsidium Köln rät Gruppenmitgliedern sofort aktiv zu werden, wenn jemand plötzlich high oder betrunken wirkt, obwohl er kaum Alkohol konsumiert hat.

Bei Verdacht schnell handeln

Es sei wichtig nach dem Verdacht schnell zu handeln, da manche Stoffe nur wenige Stunden nachweisbar seien. "Es reicht nicht, wenn man nach Hause kommt und sich erstmal ausschläft und dann merkt, da muss was gewesen sein und man sagt dann mittags, nachmittags Bescheid“, im Gegenteil:

Man sollte umgehend das nächste Krankenhaus aufsuchen, auch um eine Überdosierung mit möglichen K.O.-Tropfen zu unterbinden und die gesundheitliche Gefahr zu minimieren.
Christoph Gilles, Polizeipräsidium Köln

Parallel rät Gilles, die Polizei einzuschalten und Strafanzeige zu erstatten. Problem sei, laut Gilles, dass ohne Blut- oder Urinprobe keine Strafverfolgung möglich sei. Oft seien die Symptome von denen eines Alkoholrausches auch kaum zu unterscheiden. Wenn nicht sofort Anzeige erstattet wird, sei es noch schwieriger einen Täter ausfindig zu machen.

Aufeinander achten

In Köln gab es in den letzten zehn Jahren nur einen Fall, bei dem es vor Gericht zu einer Verurteilung aufgrund von K.-o.-Tropfen kam. Das war möglich, da die Betroffene noch in der Nacht Anzeige erstattet hatte und der Täter so festgenommen werden konnte.

Andrea Piest und auch Christoph Gilles raten, immer aufeinander Acht zu geben und sich gegenseitig nicht allein zu lassen. Wenn es doch zum Spiking oder anderen Drogennotfällen komme, solle die Angst vor dem Umfeld die Betroffenen nicht daran hindern, schnellstmöglich ins Krankenhaus und zur Polizei zu gehen.

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