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Staatsanwaltschaft geht von Tod aus

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Vermisste Madeleine McCann - Staatsanwaltschaft geht von Tod aus

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Die Staatsanwaltschaft Braunschweig geht davon aus, dass Madeleine McCann tot ist. Bei"Aktenzeichen XY… ungelöst" bat das BKA um Hinweise. Ein Deutscher steht unter Mordverdacht.

Dreizehn Jahre nach dem Verschwinden der damals dreijährigen Madeleine McCann ist der Fall noch nicht geklärt. Jetzt wird gegen einen Deutschen wegen Mordverdachts ermittelt.

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2 min
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Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hält die vor rund 13 Jahren in Portugal verschwundene dreijährige Madeleine McCann für tot. Die Ermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen würden wegen Mordverdachts geführt.

"Wir gehen davon aus, dass das Mädchen tot ist", sagte der Staatsanwalt und Sprecher der Behörde, Hans Christian Wolters, am Donnerstag in Braunschweig.

"Aktenzeichen XY… ungelöst" BKA bittet um konkrete Hinweise.

Der BKA-Beamte Christian Hoppe sprach am Vorabend in der Sendung mit Rudi Cerne über eine Spur in dem international bekannten Fall der vermissten Madeleine McCann, die nach neuesten Erkenntnissen nach Deutschland führt.

Die Ermittlungen führten zu der Annahme, dass Madeleine einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen sei, so Hoppe. Auch gebe es einen möglichen Tatverdächtigen - nach Angaben des BKA ist er mehrfach wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft. "Unser Verdacht umfasst auch die Tötung Madeleines", erklärte Hoppe.

Verdächtiger im Fall Madeleine McCann sitzt in Haft

Bei dem Mann handele es sich um einen deutschen Staatsangehörigen. Er sei zum Zeitpunkt des Verschwindens Madeleines 30 Jahre alt gewesen und sitze aktuell in Haft wegen einer Sexualstraftat und Rauschgifthandels. Von 1995 bis 2007 habe er sich fast ausnahmslos in Portugal aufgehalten und einige Jahre zwischen Praia da Luz und Lagos gelebt. Er hatte dort mehrere Gelegenheitsjobs und sei auch damals schon mit Straftaten wie Einbrüchen und Rauschgifthandel aufgefallen.

Der Verdacht gehe auf einen Hinweis zurück, der zu einer Aktenzeichen-XY-Sendung im Jahr 2013 eingegangen sei. Damals hätten die Informationen nicht für Ermittlungen und schon gar nicht für eine Festnahme ausgereicht.

Die Informationen, die im Rahmen der Ermittlungen mittlerweile gewonnen wurden, führten aber immer mehr zu der Erkenntnis, dass es sich bei dem Verdächtigen um den Täter handeln könnte. Bei der Staatsanwaltschaft sei ein Verfahren wegen Mordverdachts eingeleitet.

Zum Zeitpunkt des Verschwindens des Mädchens soll sich der Mann in der Nähe des Tatortes aufgehalten haben - er habe dort mit seinem Handy ein Telefonat geführt. Der genaue Tathergang sei noch Gegenstand der Ermittlungen.

Aktenzeichen XY Sendungsteaser

Gesellschaft -
Aktenzeichen XY... ungelöst
 

Die Sendung unterstützt seit 1967 die Verbrechensbekämpfung.

Madeleine McCann war 2007 in Portugal verschwunden

Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 als dreijähriges Mädchen bei einem Urlaub in Portugal spurlos aus einer Hotelanlage verschwunden. Der Fall hatte weltweit für mediales Aufsehen gesorgt, die zuständigen Ermittlungsbehörden verfolgen seit 13 Jahren Spuren und Hinweise in diesem Vermisstenfall.

Madeleines Eltern Kate und Gerry McCann waren 2013 in "Aktenzeichen XY… ungelöst" zu Gast. Das BKA in Deutschland hofft nun mit dem erneuten Aufruf in der Sendung auf entscheidende Hinweise - unter anderem geht es dabei um Informationen zur portugiesischen Mobilfunknummer, von der aus der Verdächtige damals telefoniert hatte, ebenso zur Nummer des Angerufenen.

Autos des Verdächtigen

Auch zu den damals genutzten Fahrzeugen des Verdächtigen erhoffen sich die Ermittler Hinweise - möglicherweise wurde eines der Autos bei der Tat verwendet:

Die Polizei weiß, wo die Fahrzeuge aktuell sind. Für Ihre Ermittlungen ist ausschließlich der Zeitraum um den 3. Mai 2007 relevant.

Weiter nutzte der Tatverdächtige während seiner Zeit in Portugal zwei Häuser: Eines nahe Lagos/Praia da Luz, das er angemietet hatte. Im Wohnzimmer befand sich ein auffälliger Stützbalken. Und ein leerstehendes Haus einige Kilometer im Landesinneren. Der Verdächtige soll den Leerstand ausgenutzt und immer wieder das Haus aufgesucht haben. Nähere Angaben im Aufruf des BKA.

In diesem Haus zwischen Praia da Luz und Lagos soll der Tatverdächtige während seiner Zeit in Portugal gewohnt haben.
In diesem Haus zwischen Praia da Luz und Lagos soll der Tatverdächtige während seiner Zeit in Portugal gewohnt haben.
Quelle: Google Street Veiw / BKA

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat die Fahrzeuge 2007 um die Tatzeit am 3. Mai an der portugiesischen Algarve gesehen und in welchem Zusammenhang?
  • Wo wurden die Pkw damals abgestellt – möglicherweise an ungewöhnlichen oder abgelegenen Orten?
  • Gibt es Zeugen, die den Nutzer der Fahrzeuge kennen?
  • Wer kann Angaben zu den Häusern, Zimmern und sonstigen Anlaufpunkten des Verdächtigen machen bzw. hat sich dort schon einmal aufgehalten?
  • Gibt es Personen, mit denen die XY-Zuschauer die beiden Häuser in Verbindung bringen?
  • Der Verdächtige führte am Abend des 3. Mai 2007 im Bereich Praia da Luz ein längeres Telefongespräch mit einer portugiesischen Nummer. Sein Gesprächspartner wird bis heute als wichtiger Zeuge gesucht. Der Gesuchte telefonierte mit einem Prepaid-Handy, das nicht im Tatortbereich eingeloggt war. Die Nummer des Zeugen war: +351 / 91 65 10 683. Die des Tatverdächtigen +351 / 91 27 30 680. Wer kann Angaben zu den beiden Mobilfunknummern oder deren Nutzern im Mai 2007 machen? Bitte sehen Sie auch in alten privaten Telefonbüchern, Reisetagebüchern und Telefonrechnungen nach!
  • Möglicherweise beging der Täter weitere sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigungen während seiner Zeit in Portugal. Wer wurde ebenfalls Opfer des Verdächtigen und hat dies noch nicht der Polizei mitgeteilt?
  • Wer hat sich Anfang Mai 2007 an der Algarve in Portugal aufgehalten, insbesondere in der Region zwischen Lagos und Luz bzw. in der Ferienanlage „Ocean Club“, aus der Madeleine McCann verschwand und hat während seines Aufenthalts Fotos/Videos gemacht? Die Polizei bittet, diese Aufnahmen beim Online-Hinweisportal des BKA einzureichen.

XY-Hotline für Hinweise aus der Bevölkerung

Für sachdienliche Hinweise können sich Bürger am Sendungstag zwischen 20.15 Uhr und 1.30 Uhr unter der XY-Hotline 089 95 01 95 und jederzeit direkt bei beim Hinweistelefon des BKA unter 0611 55 18444 sowie jeder örtlichen Polizeidienststelle melden.

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