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Anklage gegen US-Waffenlobby - Staat New York fordert Auflösung von NRA

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Teure Reisen und Privatjets: Die US-Waffenlobby NRA soll 64 Millionen Dollar veruntreut haben. Der Staat New York erhebt Anklage - und verlangt die Auflösung der Organisation.

Letitia James, Generalstaatsanwältin des Staates New York am 06.08.2020
Die Generalstaatsanwältin von New York, Letita James, übt scharfe Kritik am Handeln der Lobbyorganisation.
Quelle: dpa

Wegen mutmaßlicher Finanzvergehen hat der US-Bundesstaat New York die mächtige Waffenlobbygruppe NRA verklagt und eine Auflösung der Organisation verlangt.

Milllionen veruntreut - für Reisen, Privatjets und teures Essen

Generalstaatsanwältin Letitia James erklärte am Donnerstag, NRA-Chef Wayne LaPierre und drei weitere Führungsvertreter hätten in großem Umfang Gelder der Organisation veruntreut. Über drei Jahre habe die National Rifle Association so mehr als 64 Millionen Dollar verloren.

Die Gelder seien nicht für ihren eigentlichen Zweck in der Organisation verwendet worden, erklärte James. Vielmehr hätten LaPierre und die drei anderen derzeitigen und früheren NRA-Spitzenvertreter das Geld unter anderem für Reisen auf die Bahamas, Privatjets und teures Essen ausgegeben.

Staatsanwältin fordert Zerschlagung der NRA

Die Generalstaatsanwaltin erklärte:

Der Einfluss der NRA ist so mächtig, dass sich die Organisation über Jahrzehnte jeder Kontrolle entzog, während Führungsvertreter Millionen in ihre eigenen Taschen umgeleitet haben.
Letita James, Generalstaatsanwältin New Yorks

Die NRA sei "behaftet von Betrug und Missbrauch" und müsse deswegen zerschlagen werden. "Wir ersuchen eine Auflösung der NRA, weil keine Organisation über dem Gesetz steht."

Die National Rifle Association ist eine der einflussreichsten Lobbyorganisationen der USA. Sie stemmt sich seit Jahrzehnten mit teilweise höchst umstrittenen Methoden gegen eine Verschärfung des US-Waffenrechts. Sie gilt als sehr konservative Organisation mit großem politischem Einfluss und als loyale Unterstützerin vor allem von Donald Trumps Republikanern.

Trump empfiehlt Texas als neuen NRA-Hauptsitz

Die Generalstaatsanwältin wies vor Journalisten die Vorstellung zurück, die Klage sei durch die Nähe der NRA zu Trump motiviert. Der Präsident erklärte in einer ersten Stellungnahme, der Bundesstaat Texas wäre ein guter Ort für einen neuen Hauptsitz der NRA. Dieser liegt gegenwärtig im Bundesstaat Virginia. Die 1871 gegründete Organisation fällt allerdings unter New Yorker Recht, weil sie in dem Bundesstaat als gemeinnützige Organisation registriert ist und dort ihre meisten finanziellen Geschäfte tätigt.

Die NRA setzt sich als Lobbygruppe für die in der US-Verfassung verankerten Rechte von Waffenbesitzern ein und veranstaltet zudem Sicherheitskurse zum Umgang mit Schusswaffen. Kritiker werfen ihr vor, durch ihre Arbeit für die zahlreichen Schusswaffenopfer in den USA mitverantwortlich zu sein.

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