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Genügend aufgetankt? - Wasservorräte auf dem Prüfstand

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Dauerregen und Überschwemmungen - die Niederschläge im Mai waren ergiebig. Doch reichen sie aus, um die Vorräte in Böden, Flüssen und Grundwasser auszugleichen?

Sachsen-Anhalt, Elend: Das Licht der aufgehenden Sonne fällt auf die Talsperre Mandelholz.
Auch der Füllstand von Talsperren - wie von dieser hier in Sachsen-Anhalt - ist elementar wichtig.
Quelle: dpa

Das hat es seit rund zehn Jahren nicht mehr gegeben: Der Wonnemonat Mai ist in diesem Jahr ins Wasser gefallen. Ursache dafür waren eine ungewöhnliche Position und Stärke des Jetstreams. Der Westwindstrom brachte viele Tiefdruckgebiete zu uns. Die Folge: Es fielen 95 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Der Mai- Durchschnittswert liegt bei 71 Liter pro Quadratmeter.

Doch die überdurchschnittliche Niederschlagsmenge konnte gerade mal die Defizite vom April ausgleichen. So steht es derzeit um die Wasservorräte in den verschiedenen Bereichen:  

Die Böden

Der Oberboden ist bis in eine Tiefe von 30 Zentimetern weitgehend mit Wasser gesättigt. "Von einzelnen Regionen abgesehen, waren die Regenmengen fürs Pflanzenwachstum ordentlich. Die Getreide- und Rapsbestände zeigen sich in einem guten Zustand", sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied.

Starke Trockenheit dagegen herrscht im Unterboden: "Die unteren Bodenschichten sind vielerorts immer noch sehr trocken. Längere Perioden ohne Niederschläge machen sich daher sehr schnell negativ bemerkbar", so Rukwied.

Nach der Trockenheit der letzten Jahre kommt das aktuelle Regenwetter besonders dem Pflanzenwachstum zugute. Davon profitiert vor allem die Landwirtschaft.

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Das Grundwasser

61 Prozent unseres Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser. Aufzeichnungen belegen jedoch, dass das zurückliegende hydrologische Winterhalbjahr zu trocken war. "Darüber hinaus haben wir als Folge des dritten Trockenjahres in Folge ein Absinken der Grundwasserspiegel in Deutschland zu verzeichnen", sagt Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Gelegentliche Starkregen in jüngster Vergangenheit nützen der Grundwasser-Neubildung wenig.

"Es müsste im Prinzip über mehrere Jahre hintereinander ordentlich regnen, damit sich der Grundwasserspiegel wieder regeneriert", erklärt Martin Weyand. Bis Regenwasser zum Grundwasser durchgedrungen ist, braucht es Jahre. "Wie groß dieser Verzögerungseffekt ist, hängt von der Bodenbeschaffenheit ab, die regional sehr unterschiedlich ist. In Brandenburg im märkischen Sand besteht eine viel höhere Durchlässigkeit als zum Beispiel in Rheinland-Pfalz", so Weyand.

Die Talsperren

Sie dienen dem Hochwasserschutz, der Bereitstellung von Trinkwasser und zur Energieerzeugung aus Wasserkraft. Daher ist der Füllstand von Talsperren elementar wichtig. "Die Situation der Talsperren ist derzeit je nach Region sehr unterschiedlich. In den westlichen Bundesländern gab es zuletzt sehr viel Regen. Entsprechend hoch sind die Füllstände der Talsperren, zum Teil liegen sie bei über 90 Prozent", so die Zwischenbilanz des BDEW.

In den weiter östlich gelegenen Regionen Deutschlands hingegen habe es in den vergangenen Wochen weniger geregnet. Negative Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung seien derzeit nicht zu erwarten.

Die Flüsse

Die aktuelle Karte der Bundesanstalt für Gewässerkunde weist derzeit gleichbleibend normale Wasserstände der Bundeswasserstraßen aus. Wassertemperatur und normale Fließgeschwindigkeit sorgen für eine gute Sauerstoffanreicherung im Wasser.

Fazit: Noch sind die Wasservorräte gesichert. Doch die jüngst veröffentlichte Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland belegt, dass die Risiken für unsere natürlichen Lebensgrundlagen wie Böden und Gewässer gegenüber 2015 deutlich gestiegen sind.

Christine Elsner ist Redakteurin in der ZDF-Umweltredaktion.

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