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Welttierschutztag - Der Preis der Massentierhaltung

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Es gibt einen gesellschaftlichen Konsens darüber, dass die Lebensbedingungen unserer Nutztiere verbessert werden sollten. Dennoch hat sich für die Tiere bisher kaum etwas geändert.

Massentierhaltung von Schweinen in einem Mastbetrieb in Niedersachsen
Eng besetzte Ställe und wenig Abwechslung fördern aggressive Verhaltensweisen
Quelle: dpa

Zwar folgt die Zahl der in Deutschland gehaltenen sogenannten Nutztiere seit Jahren einem leichten Abwärtstrend. Nichtsdestotrotz ist sie immer noch sehr hoch: Im Mai 2021 zählte das Statistische Bundesamt deutschlandweit knapp 43 Millionen Legehennen, rund 25 Millionen Schweine und über 11 Millionen Rinder. Eine sachliche Bestandsaufnahme, die wenig über das Wohlergehen dieser Tiere sagt.

Massentierhaltung führt zu Stress

Tatsächlich werden die allermeisten dieser Tiere auf engem Raum in vollkommen reizarmen Stallungen gehalten, die jede Abwechslung vermissen lassen. Sie haben keinen Zugang zu Außenbereichen und erhalten keine Gelegenheiten, ihr arttypisches Verhalten auszuleben.

Die erzwungene Beschäftigungslosigkeit und hohe Besatzdichte führen zu Stress und aggressiven Verhaltensweisen, wie dem Ohren- und Schwanzbeißen bei Schweinen, dem Federpicken bei Geflügel und Hornstößen bei Rindern.

Kupieren von Ferkel-Schwänzen eigentlich verboten

Statt die Haltungsbedingungen zu verbessern und damit den Verletzungen vorzubeugen, werden die Tiere schmerzhaften Eingriffen unterzogen: Häufig werden Ferkeln in den ersten Lebenstagen die Schwänze kupiert.

Das routinemäßige Kupieren der Schweineschwänze ist zwar seit 1991 durch EU-Recht verboten. Bei einem Audit der EU-Kommission im Jahr 2018 wurde aber festgestellt, dass hierzulande  - wie auch in den übrigen Mitgliedstaaten der EU - flächendeckend gegen diese Regelung verstoßen wird. In dem Bericht heißt es:

Etwa 95 Prozent der in Deutschland geborenen bzw. nach Deutschland importierten kommerziell aufgezogenen Schweine haben kupierte Schwänze.
Bericht der EU-Kommission

Kürzen von Schnäbeln verursacht Schmerzen

Um Federpicken und Kannibalismus bei Puten zu verhindern, werden den Tieren am ersten Lebenstag die Oberschnäbel gekürzt. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes werden den Tieren dadurch starke, zum Teil chronische Schmerzen zugefügt.

Zehn Cent ist das Leben eines Masthuhns wert: erschreckend wenig. Viele Mäster müssen immer mehr Küken in die Ställe setzen – zur Einkommenssicherung. Doch welche Folgen hat das?

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Die Funktion des Schnabels als Tastorgan und als Organ zur Nahrungsaufnahme und Gefiederpflege werde dadurch stark eingeschränkt.

Kälber werden oft ohne Betäubung enthornt

Rinder werden oft enthornt. Dazu werden die Hornanlagen von unter sechs Wochen alten Kälbern mit einem Brennstab zerstört - ein für die Tiere sehr schmerzhafter Prozess.

Dabei ist die Verabreichung eines Betäubungsmittels nicht zwingend vorgeschrieben. Nach dem Tierschutzgesetz genügt die Gabe eines Schmerzmittels und eines Mittels zur Beruhigung - obwohl Studien darauf hinweisen, dass die Tiere noch bis zu fünf Tage nach dem Eingriff unter Schmerzen leiden. Beim Bio-Verband Demeter ist die Enthornung verboten.

In Deutschland wird mehr Milch produziert als wir verbrauchen. Ein Nebenprodukt ist Kalbfleisch, doch Kälber mit Milch zu füttern ist teuer.

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Der Preis tierischer Produkte

Bessere Haltungsformen, mehr Raum und qualifiziertes Personal würden die Lebensbedingungen unserer Nutztiere verbessern, würde aber auch die Tierhaltung verteuern.

Nach der dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 2021 vorgelegten Machbarkeitsstudie zu einer Transformation der Nutztierhaltung würden die Mehrkosten durch eine Abgabe von 47 Cent pro Kilogramm Fleisch und Fleischprodukte, 18 Cent pro Kilogramm Milchprodukte und 2 Cent für Milch und Eier gedeckt werden können.

Nutztiere sollen künftig unter besseren Bedingungen gehalten werden. Eine Studie schlägt verschiedene Wege vor, wie etwa der Umbau von Ställen finanziert werden kann. Das wird zu höheren Fleischpreisen führen.

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2 min
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An der Akzeptanz der Verbraucher sollte dies nicht scheitern - so zumindest der Ernährungsreport 2020 des BMEL. Demnach ist die Mehrzahl der Befragten bereit, zugunsten von mehr Tierwohl tiefer in die Tasche zu greifen. 

Nur wenige entscheiden sich für Tierwohl-Label

Demgegenüber ernüchternd eine Studie der Hochschule Osnabrück: Hier zeigte sich, dass sich nur 16 Prozent der Einzelhandelskunden für Fleisch-Artikel mit dem Tierwohl-Label entschieden und lediglich Preisaufschläge von etwa 30 Cent akzeptierten.

"Wir wissen jetzt, dass die beobachtete Realität beim tatsächlichen Kaufverhalten differenzierter und komplexer ist", sagt Prof. Dr. Ulrich Enneking von der Hochschule Osnabrück die Studie. Und stellt fest:

Die grundsätzliche Bereitschaft, im Test mehr Geld für solches Fleisch auszugeben, ist nur bedingt ausgeprägt.
Prof. Dr. Ulrich Enneking
Man sieht mehrere Schweine in unterschiedlichen Größen, am Ende ein Symbolbild für Fleisch.

Nachrichten | Politik - Vom Schwein zum Schnitzel 

Das kurze Leben eines Schweins

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